Die SWS Windpark Schwanfeld GmbH & Co. KG mit Sitz in Stuttgart betreibt fünf Windenergieanlagen des Typs Nordex N117 mit einer Gesamtleistung von zwölf Megawatt. Die Anlagen gingen im März 2014 in Betrieb. Alleinige Kommanditistin ist die Stadtwerke Stuttgart GmbH.
Damit handelt es sich nicht um einen Windpark, der sich noch im Aufbau befindet. Die Anlagen sind seit mehr als zehn Jahren in Betrieb.
Mehr Strom als geplant – trotzdem deutlich weniger Umsatz
Aus technischer Sicht verlief 2024 zunächst durchaus ordentlich.
Die fünf Windenergieanlagen speisten insgesamt 24.013.928 Kilowattstunden Strom in das Netz ein. Geplant waren rund 23.518.000 Kilowattstunden.
Die tatsächliche Produktion lag damit rechnerisch etwa 2,1 Prozent über dem Plan.
Auch die technische Verfügbarkeit bezeichnet die Geschäftsführung mit 97,98 Prozent als zufriedenstellend.
Wirtschaftlich zeigt sich allerdings ein völlig anderes Bild.
Die Umsatzerlöse gingen von 5.743.670,58 Euro auf 2.672.649,86 Euro zurück. Das entspricht einem Minus von rund 3,07 Millionen Euro beziehungsweise etwa 53,5 Prozent.
Geplant hatte die Gesellschaft für 2024 Umsatzerlöse von 2,94 Millionen Euro.
Obwohl die Stromproduktion über dem Planwert lag, wurde dieses Umsatzziel somit deutlich verfehlt. Als Ursache nennt die Gesellschaft den Rückgang der Marktpreise.
Der Abschluss demonstriert damit anschaulich, dass eine hohe Stromproduktion allein noch keine entsprechend hohe Ertragslage garantiert.
Jahresüberschuss fällt von 2,89 Millionen auf 269.294 Euro
Noch deutlicher fällt die Veränderung beim Ergebnis aus.
2023 hatte die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 2.890.108,44 Euro ausgewiesen.
2024 blieben davon 269.293,76 Euro.
Der Jahresüberschuss ging damit um rund 2,62 Millionen Euro beziehungsweise rechnerisch 90,7 Prozent zurück.
Auch die eigene Planung wurde verfehlt. Vorgesehen war für 2024 ein Jahresergebnis von 520.000 Euro. Tatsächlich erreicht wurden rund 269.000 Euro.
Die Geschäftsführung bezeichnet sich hinsichtlich des Ergebnisses als „bedingt zufrieden“.
Der Jahresüberschuss wurde vollständig dem Verbindlichkeitenkonto der Kommanditistin gutgeschrieben. Eine Vorabausschüttung wie im Vorjahr – damals waren es 2,374 Millionen Euro – gab es 2024 nicht.
Zinsaufwand steigt
Ein weiterer interessanter Punkt findet sich bei der Finanzierung.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen stiegen von 291.607,51 Euro auf 336.939,76 Euro. Darin enthalten waren 2024 Darlehenszinsen von rund 306.000 Euro. Zusätzlich entstanden rund 21.000 Euro Aufwand aus der Abzinsung von Rückstellungen.
Das langfristige Darlehen der DZ Bank hatte ursprünglich ein Nominalvolumen von 16,65 Millionen Euro. Ende 2024 valutierte es noch mit 5,55 Millionen Euro.
Bis September 2023 war der Zinssatz mit 3,5 Prozent festgeschrieben. Seit Oktober 2023 wird das Darlehen laut Lagebericht mit 4,90 Prozent verzinst. Die Gesellschaft tilgt quartalsweise 278.000 Euro. Bei planmäßigem Verlauf soll das Darlehen Ende 2029 vollständig zurückgezahlt sein.
Die Bankverbindlichkeiten gingen 2024 entsprechend von 6,66 Millionen auf 5,55 Millionen Euro zurück.
Insgesamt 5,80 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Die gesamten bilanziellen Verbindlichkeiten reduzierten sich von rund 7,316 Millionen Euro auf 5,797 Millionen Euro.
Davon entfallen 5,55 Millionen Euro auf Kreditinstitute, rund 232.000 Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und knapp 15.000 Euro auf Lieferungen und Leistungen.
Von den Bankverbindlichkeiten werden 1,11 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig, während 4,44 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren werden zum Bilanzstichtag nicht mehr ausgewiesen. Im Vorjahr waren es noch 1,11 Millionen Euro.
Eigenkapitalquote steigt auf rund 47 Prozent
Das Eigenkapital blieb mit 6,188 Millionen Euro unverändert.
Da gleichzeitig die Bilanzsumme von 14,903 Millionen auf 13,067 Millionen Euro zurückging, erhöhte sich die Eigenkapitalquote nach Angaben der Gesellschaft von rund 42 auf rund 47 Prozent.
Die Fremdkapitalquote sank entsprechend von rund 58 auf rund 53 Prozent.
Das Sachanlagevermögen – insbesondere die technischen Anlagen und Maschinen – steht noch mit rund 10,318 Millionen Euro in der Bilanz. Im Vorjahr waren es rund 11,337 Millionen Euro.
Auf die Sachanlagen wurden 2024 Abschreibungen von rund 1,126 Millionen Euro vorgenommen.
Bankguthaben sinkt um rund 639.000 Euro
Auch bei der Liquidität zeigt sich ein Rückgang.
Die Guthaben bei Kreditinstituten sanken von 2.572.310,18 Euro auf 1.933.577,07 Euro. Das entspricht einem Minus von rund 638.700 Euro beziehungsweise knapp 25 Prozent.
Dabei steht nicht einmal das gesamte Bankguthaben für Ausschüttungen zur Verfügung.
Von den knapp 1,934 Millionen Euro waren zum Bilanzstichtag 995.000 Euro aufgrund vertraglicher Regelungen ausschüttungsgesperrt. Im Vorjahr waren es 949.000 Euro.
Auch der operative Cashflow ging erheblich zurück: von 4,389 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,002 Millionen Euro im Jahr 2024.
Die Geschäftsführung erklärt zugleich, die Gesellschaft sei finanziell so ausgestattet gewesen, dass sie ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen konnte und dies auch zukünftig könne.
Weitere finanzielle Verpflichtungen von 4,46 Millionen Euro
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen.
Diese summieren sich auf 4,458 Millionen Euro.
Davon entfallen rund 2,008 Millionen Euro auf Miet-, Gestattungs-, Pacht- und Nutzungsverträge, 189.000 Euro auf Betriebsführungsverträge, 2,253 Millionen Euro auf Wartungsverträge und 8.000 Euro auf Investitionen in Sachanlagen.
Die zugrunde liegenden Verträge laufen teilweise bis 2039.
Diese Beträge dürfen allerdings nicht einfach zu den bilanzierten Verbindlichkeiten addiert und als zusätzliche Schulden bezeichnet werden. Es handelt sich um zukünftige vertragliche Zahlungsverpflichtungen.
Rückbaukosten bereits berücksichtigt
Die Rückstellungen beliefen sich Ende 2024 insgesamt auf rund 1,081 Millionen Euro, nach knapp 1,400 Millionen Euro im Vorjahr.
Davon entfielen 376.215 Euro auf Steuerrückstellungen und 705.017 Euro auf sonstige Rückstellungen.
Die sonstigen Rückstellungen betreffen insbesondere Rückbaukosten, Prüfungs- und Steuerberatungskosten, variable Pachten, Archivierungskosten und ausstehende Lieferantenrechnungen.
Nach Angaben der Geschäftsführung enthalten die Rückstellungen jährlich steigende Beträge für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen.
Beteiligung musste abgeschrieben werden
Bemerkenswert ist außerdem eine Beteiligung an der Kabeltrasse WP Schwanfelder Höhe GbR.
Die SWS Windpark Schwanfeld GmbH & Co. KG hält daran 62,5 Prozent. Im Geschäftsjahr musste der Beteiligungswert wegen nachhaltiger Verluste der Beteiligungsgesellschaft um 33.250 Euro abgeschrieben werden.
Die Kabeltrassen-Gesellschaft selbst weist für 2024 einen Jahresfehlbetrag von 53.200 Euro aus. Ihr Eigenkapital lag Ende des Jahres bei 487.667 Euro.
Für 2025 wird ein Verlust von 48.000 Euro erwartet
Besonders interessant ist schließlich der Ausblick.
Für 2025 plant die Gesellschaft erneut mit einer Stromproduktion von rund 23,518 Millionen Kilowattstunden.
Der erwartete Umsatz liegt jedoch nur noch bei 2,259 Millionen Euro.
Noch deutlicher ist die Ergebnisprognose: Die Gesellschaft erwartet für 2025 ein Jahresergebnis von rund minus 48.000 Euro.
Damit würde sich die Entwicklung vom Millionengewinn 2023 über einen deutlich kleineren Gewinn 2024 bis zu einem geplanten leichten Verlust 2025 fortsetzen.
Diese Prognose stammt allerdings aus dem Lagebericht vom 9. Juli 2025. Ob sie tatsächlich eingetreten ist, lässt sich aus dem Jahresabschluss 2024 nicht beurteilen.
Hohe Produktion schützt nicht vor sinkenden Ergebnissen
Der Jahresabschluss des SWS Windparks Schwanfeld zeigt einen wirtschaftlich interessanten Gegensatz.
Die Anlagen produzierten 2024 mehr Strom als geplant und erreichten eine technische Verfügbarkeit von knapp 98 Prozent. Trotzdem halbierte sich der Umsatz mehr als, während der Jahresüberschuss um rund 91 Prozent zurückging. Als wesentliche Ursache für die Umsatzabweichung nennt die Gesellschaft niedrigere Marktpreise.
Gleichzeitig wurden die Bankverbindlichkeiten deutlich reduziert und die Eigenkapitalquote stieg auf rund 47 Prozent. Die Geschäftsführung erklärt zudem, ihr seien keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt.
Für die wirtschaftliche Entwicklung dürfte deshalb besonders interessant sein, ob sich die im Lagebericht für 2025 erwartete Entwicklung tatsächlich bestätigt hat: 2,259 Millionen Euro Umsatz und ein Jahresfehlbetrag von rund 48.000 Euro wären gegenüber dem außergewöhnlich starken Ergebnis von 2023 ein erheblicher Einschnitt.