Auf Verbraucher könnten bei Milch, Joghurt und Quark höhere Preise zukommen. Die deutschen Molkereien wollen in den Verhandlungen mit ihren Abnehmern deutliche Preissteigerungen durchsetzen. Nach Angaben des Milchindustrie-Verbandes seien „erhebliche Preissteigerungen“ dringend notwendig.
Hintergrund ist die Entwicklung des Milchpreises. Dieser liegt nach Angaben des Verbandes derzeit rund ein Viertel unter dem Vorjahresniveau. Damit sei ein Fünfjahrestief erreicht worden.
Branche will höhere Preise durchsetzen
Für die Molkereien ist die derzeitige Situation offenbar Anlass, bei den Preisen gegenzusteuern. Der Verband macht deutlich, dass es nicht lediglich um geringfügige Anpassungen geht, sondern spricht ausdrücklich von erheblichen notwendigen Preissteigerungen.
Davon könnten zentrale Produkte aus dem Kühlregal betroffen sein. Genannt werden insbesondere Milch, Joghurt und Quark.
Die ersten Gespräche dazu laufen bereits. Der Milchindustrie-Verband teilte mit, dass entsprechende Verhandlungen gestartet worden seien.
Wie stark sollen die Preise steigen?
Genau das bleibt vorerst offen. Der Verband will während der laufenden Verhandlungen keine konkreten Zahlen zu den geforderten Erhöhungen nennen.
Damit lässt sich aus den vorliegenden Angaben auch noch nicht ableiten, wie stark sich mögliche höhere Abgabepreise der Molkereien später im Supermarkt bemerkbar machen könnten. Zwischen den Forderungen der Hersteller und den tatsächlichen Verbraucherpreisen liegt schließlich noch die Preisgestaltung des Handels.
Fest steht nach Angaben des Verbandes bislang lediglich: Die Molkereien halten das derzeitige Preisniveau für zu niedrig und wollen deutlich höhere Preise durchsetzen.
Milchpreis rund 25 Prozent unter Vorjahr
Besonders deutlich ist der vom Verband genannte Vergleich mit dem vergangenen Jahr. Der aktuelle Milchpreis soll rund 25 Prozent niedriger liegen als vor einem Jahr.
Nach Darstellung der Milchindustrie ist damit das niedrigste Niveau seit fünf Jahren erreicht. Der starke Rückgang bildet die zentrale Begründung für die nun erhobenen Preisforderungen.
Welche konkreten Ursachen hinter dem gesunkenen Milchpreis stehen, wird in den vorliegenden Angaben allerdings nicht erläutert. Auch zu Produktionskosten, Absatzentwicklung oder den wirtschaftlichen Auswirkungen auf einzelne Molkereien werden keine Zahlen genannt.
Verbraucherpreise noch offen
Ob Milch, Joghurt und Quark im Handel tatsächlich teurer werden, steht daher noch nicht fest. Die Molkereien haben ihre Forderungen zwar formuliert und erste Gespräche begonnen, die Verhandlungen laufen jedoch noch.
Entscheidend wird sein, welche Preissteigerungen die Molkereien gegenüber ihren Abnehmern tatsächlich durchsetzen können und in welchem Umfang diese anschließend bei den Preisen im Handel ankommen.
Damit zeichnet sich zunächst ein neuer Preiskonflikt rund um eines der wichtigsten Segmente im Lebensmittelhandel ab: Der Milchpreis liegt laut Verband rund ein Viertel unter dem Vorjahreswert – und die Molkereien wollen darauf nun mit erheblichen Preisforderungen reagieren.