Der Jahresbericht des Ampega EurozonePlus Aktienfonds umfasst aufgrund der Verlegung des Geschäftsjahresendes lediglich den verkürzten Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Mai 2026. Entsprechend ist die Aussagekraft der Ergebnisse im Vergleich zu vollständigen Geschäftsjahren eingeschränkt. Der Fonds wird aktiv verwaltet und investiert schwerpunktmäßig in Unternehmen der Eurozone.
Aus Renditesicht verliefen die ersten fünf Monate des Jahres 2026 positiv, allerdings wenig dynamisch. Die Anteilklasse P erzielte +0,83 %, die Anteilklasse M +0,68 % und die institutionelle Anteilklasse I +0,92 %. Gleichzeitig lag die annualisierte Volatilität bei rund 11,1 %. Damit erfüllt das Portfolio grundsätzlich seinen defensiveren Ansatz innerhalb des Aktiensegments, denn die Titelauswahl konzentriert sich gezielt auf Unternehmen mit historisch niedriger Volatilität. Eine abschließende Beurteilung der relativen Leistung ist jedoch schwierig, da der Fonds ausdrücklich keine Benchmark verwendet. Anleger können dem Bericht daher nicht unmittelbar entnehmen, ob das aktive Management gegenüber einem vergleichbaren europäischen Aktienindex einen Mehrwert erzielt hat.
Das Portfolio war zum Stichtag nahezu vollständig investiert. Aktien machten 99,21 % des Fondsvermögens aus, während lediglich 0,47 % als Bankguthaben gehalten wurden. Das gesamte Fondsvermögen belief sich auf rund 140,85 Mio. Euro. Regional besitzt Frankreich mit 28,96 % das größte Gewicht, gefolgt von Deutschland mit 17,52 % und Großbritannien mit 10,44 %. Die einzelnen Aktienpositionen sind dagegen vergleichsweise breit verteilt; zu den größeren Positionen zählen beispielsweise Schneider Electric, LVMH, SAP, Hermès und Allianz. Dadurch ist das Einzelwertrisiko begrenzt, allerdings besteht eine erkennbare regionale Konzentration auf Frankreich und Deutschland.
Positiv ist aus Anlegersicht die breite sektorale und geografische Streuung. Gleichzeitig wurde die Diversifikation durch Anlagen außerhalb des Euroraums erweitert. Rund 21 % des Portfolios waren Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Damit können Anleger beispielsweise von einer Aufwertung des britischen Pfunds oder des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro profitieren, müssen aber ebenso mögliche Währungsverluste berücksichtigen. Der Fonds verzichtete vollständig auf Derivate. Das macht die Anlagestruktur vergleichsweise transparent, bedeutet jedoch zugleich, dass Marktrisiken nicht über derivative Instrumente abgesichert wurden.
Ein kritischer Punkt sind die Mittelabflüsse. Alle drei Anteilklassen verzeichneten Nettoabflüsse. Besonders bei der dominierenden Anteilklasse P flossen netto rund 5,89 Mio. Euro ab. Bei der Anteilklasse M waren es rund 0,41 Mio. Euro und bei der Anteilklasse I weitere 0,93 Mio. Euro. Insgesamt ergibt sich damit ein Nettoabfluss von rund 7,23 Mio. Euro innerhalb von nur fünf Monaten.
Diese Abflüsse sind derzeit zwar angesichts eines Fondsvermögens von rund 141 Mio. Euro nicht existenzbedrohend, sollten aus Anlegersicht jedoch beobachtet werden. Insbesondere bei der institutionellen Anteilklasse I ist die Entwicklung auffällig: Das Fondsvermögen sank von rund 2,30 Mio. Euro auf nur noch 1,38 Mio. Euro, wobei keine neuen Mittelzuflüsse verzeichnet wurden. Anhaltende Rückgaben könnten langfristig die Wirtschaftlichkeit einzelner Anteilklassen beeinträchtigen.
Auch die Kosten unterscheiden sich erheblich. Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt für die Anteilklasse P 1,30 %, für M sogar 1,64 % und für I 0,96 %. Eine erfolgsabhängige Vergütung fällt dagegen nicht an. Besonders die Anteilklasse M erscheint damit vergleichsweise kostenintensiv. Für Anleger ist entscheidend, ob das aktive Low-Volatility-Konzept langfristig ausreichend zusätzliche Rendite oder Risikoreduktion bietet, um diese laufenden Kosten zu rechtfertigen.
Positiv ist außerdem die Fähigkeit des Fonds, laufende Erträge zu erwirtschaften. Für die ausschüttende Anteilklasse P ist eine Ausschüttung von 2,40 Euro je Anteil vorgesehen. Die Anteilklasse I schüttet 3,00 Euro je Anteil aus, während die Anteilklasse M ihre Erträge wieder anlegt. Damit kann der Fonds insbesondere für Anleger interessant sein, die neben langfristiger Wertentwicklung auch regelmäßige Ausschüttungen wünschen.
Anlegerfazit
Der Ampega EurozonePlus Aktienfonds präsentiert sich als breit diversifizierter, defensiv ausgerichteter europäischer Aktienfonds, dessen Low-Volatility-Strategie Schwankungen begrenzen soll. Die nahezu vollständige Aktieninvestition bietet weiterhin hohe Chancen auf langfristige Wertsteigerungen, bedeutet jedoch auch ein entsprechend hohes allgemeines Aktienmarktrisiko. Positiv sind die breite Streuung, die überwiegend liquiden Großunternehmen, die überschaubare Einzelwertkonzentration und der Verzicht auf komplexe Derivate.
Weniger überzeugend sind die moderate Wertentwicklung im Berichtszeitraum, die laufenden Kosten insbesondere der Anteilklasse M sowie die deutlichen Mittelabflüsse. Hinzu kommt, dass mangels Benchmark schwer beurteilt werden kann, ob das aktive Management tatsächlich einen Mehrwert gegenüber kostengünstigeren europäischen Aktienprodukten erzielt.
Aus Anlegersicht erscheint der Fonds daher vor allem für langfristig orientierte Anleger geeignet, die europäische Aktien mit einem defensiveren Low-Volatility-Ansatz bevorzugen. Für eine Kaufentscheidung sollten jedoch insbesondere die langfristige Performance gegenüber geeigneten Vergleichsindizes, die Kosten der jeweiligen Anteilklasse sowie die weitere Entwicklung der Mittelabflüsse beobachtet werden.