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Spitzenreiter, Spitzenreiter! BVB klaut in Stuttgart drei Punkte – und plötzlich grüßt Schwarzgelb von ganz oben
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Spitzenreiter, Spitzenreiter! BVB klaut in Stuttgart drei Punkte – und plötzlich grüßt Schwarzgelb von ganz oben

hpgruesen (CC0), Pixabay

Es gibt diese Dortmunder Spiele, bei denen man nach 90 Minuten drei Jahre älter aussieht.

Und dann gibt es Auswärtsspiele wie dieses in Stuttgart: lange eng, lange nervös, bloß keinen Fehler machen – und am Ende steht da dieses wunderschöne 0:1 auf der Anzeigetafel.

Keine Gala. Kein Fußballfeuerwerk.

Aber drei Punkte.

Und die Tabellenführung.

Was will man mehr?

Danke, Maxi!

Der Mann des Abends heißt Maximilian Beier.

  1. Minute: Der eingewechselte Jobe Bellingham bringt den Ball stark in den Fünfmeterraum, Beier startet im richtigen Moment und schiebt ein.

0:1.

Mehr brauchte es nicht.

Als BVB-Fan kennt man natürlich sofort den nächsten Gedanken:

Bitte jetzt nicht wieder irgendeinen Unsinn machen.

Denn eine Dortmunder 1:0-Führung auswärts ist traditionell keine Einladung, entspannt die Füße hochzulegen.

Stuttgart erhöhte tatsächlich noch einmal den Druck. Aber diesmal hielt die Dortmunder Defensive stand. In der Nachspielzeit blockte Ramy Bensebaini noch einen Stuttgarter Abschluss – und irgendwann kam tatsächlich der erlösende Schlusspfiff.

Vier Spiele, vier Siege

Und plötzlich sieht der Saisonstart ziemlich beeindruckend aus.

Borussia Dortmund hat die ersten vier Bundesliga-Spiele gewonnen. Das gelang dem BVB nach eigenen Angaben zuletzt vor elf Jahren.

Natürlich ist die Saison noch jung.

Natürlich bekommt man für die Tabellenführung im September keine Meisterschale.

Natürlich haben wir BVB-Fans in unserem Leben gelernt, bei Euphorie vorsichtig zu sein.

Aber mal ehrlich: Wenn man als Dortmunder nicht einmal nach vier Siegen aus vier Spielen und Platz eins ein bisschen grinsen darf – wann denn dann?

Und Bayern?

Ja, die Bayern hatten am Freitag Union Berlin mit 7:0 aus dem Stadion geschossen.

Sieben Tore.

Wir machen eines.

Und stehen trotzdem nach unserem Samstagsspiel ganz oben.

Fußball kann so schön effizient sein.

Die komplette Aussagekraft der Tabelle ergibt sich allerdings erst nach Abschluss des Spieltags. Leverkusen und Leipzig treffen am Sonntag noch aufeinander.

Bis dahin darf man den Anblick trotzdem genießen.

Keine Gala – genau deshalb wertvoll

Vielleicht ist genau dieses 1:0 sogar interessanter als irgendein lockeres 4:0.

Dortmund musste arbeiten. Stuttgart hatte seine Möglichkeiten. Gregor Kobel verhinderte gegen Deniz Undav einen Rückstand, und offensiv dauerte es lange, bis der BVB wirklich durchkam.

Dann kamen Bellingham und Konstantinos Karetsas von der Bank – und wenig später fiel das Tor.

Solche Spiele muss eine Mannschaft gewinnen, wenn sie über eine Saison hinweg oben mitspielen will.

Nicht jedes Wochenende gibt es Zauberfußball.

Manchmal braucht man einen Beier, einen Bellingham, einen guten Kobel und hinten Leute, die sich in jeden Ball werfen.

Jetzt bloß nicht anfangen zu rechnen

Vier Spiele.

Vier Siege.

Tabellenspitze.

Das genügt für den Moment.

Wir rechnen nicht hoch, wie viele Punkte das nach 34 Spieltagen wären. Wir bestellen auch noch keinen Autokorso auf dem Borsigplatz.

Wir sind schließlich erfahrene BVB-Fans.

Wir wissen, was passieren kann, sobald man anfängt, Tabellenkonstellationen auszurechnen.

Also bleiben wir völlig ruhig.

Ganz entspannt.

Überhaupt nicht euphorisch.

Und schauen nur noch ungefähr 27-mal auf die Tabelle.

Borussia Dortmund: Platz eins.

Kann man sich dran gewöhnen.

Heja BVB!

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