Anders als bei einer kleinen Beteiligungs-GmbH handelt es sich hier um eine operative Windparkgesellschaft mit Windenergieanlagen im zweistelligen Millionenbereich.
Die Bilanzsumme beträgt Ende 2025 60,07 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 63,29 Millionen Euro. Damit schrumpft die Bilanz innerhalb eines Jahres um rund 5,1 Prozent.
1,39 Millionen Euro Jahresverlust
Das Geschäftsjahr endet mit einem Jahresfehlbetrag von 1.389.812,08 Euro.
Der Verlust wird den Verlustvortragskonten der Kommanditisten belastet.
Besonders auffällig ist die Entwicklung des nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteils.
Dieser steigt von 710.758,71 Euro auf 2.100.570,79 Euro.
Der Zuwachs entspricht exakt dem Jahresfehlbetrag von rund 1,39 Millionen Euro. Damit hat sich der ungedeckte Verlustanteil innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht.
Auf der Passivseite werden die Kapitalanteile der Kommanditisten mit minus 2.215.948,49 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es minus 826.136,41 Euro. Daneben bestehen unveränderte Rücklagen von 115.377,70 Euro.
Das ist ein deutliches bilanzielles Warnsignal.
Es darf allerdings nicht automatisch mit Zahlungsunfähigkeit oder einer insolvenzrechtlichen Überschuldung gleichgesetzt werden. Eine solche Feststellung enthält der vorliegende Jahresabschluss nicht.
Geschäftsführung hält an Fortführung fest
Bemerkenswert ist deshalb die ausdrückliche Aussage zur Unternehmensfortführung.
Die Geschäftsführung hat den Jahresabschluss weiterhin unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.
Dabei verweist sie ausdrücklich sowohl auf den 2025 erwirtschafteten Verlust als auch auf einen für 2026 prognostizierten Jahresfehlbetrag.
Die Begründung: Der Verlust sei im Wesentlichen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen zurückzuführen. Gleichzeitig werde ein positiver operativer Cashflow erwirtschaftet.
Das ist für die Einordnung des Millionenverlustes entscheidend.
Ein handelsrechtlicher Verlust von 1,39 Millionen Euro bedeutet nicht automatisch, dass im gleichen Umfang Liquidität aus dem Unternehmen abgeflossen ist.
Fast 3,9 Millionen Euro Abschreibungen
Wie groß der Abschreibungseffekt ist, zeigt der Anlagenspiegel.
Die technischen Anlagen und Maschinen hatten Ende 2025 ursprüngliche Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten von 57,204 Millionen Euro.
Allein 2025 wurden darauf 3,875 Millionen Euro abgeschrieben.
Die kumulierten Abschreibungen erreichen damit 7,750 Millionen Euro. Der verbleibende Buchwert der Anlagen beträgt 49,454 Millionen Euro. Ende 2024 waren es noch 53,316 Millionen Euro.
Die Windenergieanlagen werden nach Angaben des Unternehmens linear abgeschrieben. Als voraussichtliche Nutzungsdauer werden im Wesentlichen 16 Jahre angesetzt.
Der Rückgang des Anlagevermögens ist damit weit überwiegend durch planmäßige Abschreibungen geprägt. Neue Investitionen spielten 2025 mit Zugängen von lediglich 13.383 Euro praktisch keine Rolle.
Bankverschuldung sinkt um knapp drei Millionen Euro
Auf der Finanzierungsseite zeigt sich gleichzeitig eine positive Entwicklung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sinken von 50,82 Millionen Euro auf 47,86 Millionen Euro.
Das entspricht einem Schuldenabbau von rund 2,96 Millionen Euro beziehungsweise 5,8 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens stammen die Bankverbindlichkeiten vollständig aus der Investitionsfinanzierung.
Sie sind umfassend besichert.
Zu den Sicherheiten gehören unter anderem Ansprüche aus Stromeinspeisung und Direktvermarktung, Versicherungsverträge, Rechte aus Errichtungs- und Wartungsverträgen, Sicherungsübereignungen der Windenergieanlagen sowie verpfändete Kapitaldienstreserven.
Mehr als 40 Millionen Euro erst nach fünf Jahren fällig
Die Laufzeiten zeigen gleichzeitig, dass ein großer Teil der Finanzierung langfristig strukturiert ist.
Von den gesamten Verbindlichkeiten über 57,79 Millionen Euro sind:
4,45 Millionen Euro innerhalb eines Jahres, 12,71 Millionen Euro innerhalb von einem bis fünf Jahren und 40,63 Millionen Euro erst nach mehr als fünf Jahren fällig.
Allein bei den Bankkrediten besitzen 33,04 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Damit besteht zwar eine sehr hohe absolute Verschuldung, der größte Teil davon ist jedoch langfristig finanziert.
Gesamtverschuldung sinkt um 2,43 Millionen Euro
Auch insgesamt werden Verbindlichkeiten zurückgeführt.
Sie sinken von 60,22 Millionen Euro auf 57,79 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 2,43 Millionen Euro beziehungsweise 4,0 Prozent.
Neben den Bankkrediten bestehen erhebliche Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern beziehungsweise Unternehmen aus dem Beteiligungsumfeld.
Ende 2025 werden 4,88 Millionen Euro gegenüber verbundenen Unternehmen und weitere 4,83 Millionen Euro gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ausgewiesen.
Der Anhang nennt dabei insbesondere Gesellschafterdarlehen.
Liquidität fällt um 44 Prozent
Weniger günstig entwickelt sich das unmittelbar verfügbare Bankguthaben.
Die flüssigen Mittel sinken von 1,169 Millionen Euro auf 650.427 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 44,4 Prozent.
Allerdings befinden sich zusätzlich erhebliche Bankguthaben unter den sonstigen Vermögensgegenständen.
Dort weist die Gesellschaft 3,208 Millionen Euro auf Bankkonten aus, über die wegen Verpfändungen zugunsten von Kreditinstituten nicht frei verfügt werden kann.
Im Vorjahr waren es 3,408 Millionen Euro.
Für die Liquiditätsbetrachtung ist diese Unterscheidung wesentlich: Diese Millionenbeträge sind zwar Vermögen der Gesellschaft, stehen aber nicht uneingeschränkt zur freien Verfügung.
Rückstellungen sinken deutlich
Die Rückstellungen gehen ebenfalls zurück.
Sie sinken von 3,070 Millionen Euro auf 2,282 Millionen Euro, also um rund 788.000 Euro beziehungsweise 25,7 Prozent.
Den größten Posten bilden weiterhin 1,922 Millionen Euro Restbeträge im Zusammenhang mit dem Kauf der Windenergieanlagen.
Hinzu kommen unter anderem Rückbaurückstellungen von 160.279 Euro sowie 139.000 Euro für die Gemeindeabgabe nach § 6 EEG.
Stromverkauf ist das eigentliche Geschäft
Die Umsatzerlöse stammen vollständig aus dem Verkauf von Energie im Inland.
Darin enthalten sind 2025 periodenfremde Erlöse von 75.130,93 Euro. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich im Wesentlichen um nachträglich berechnete Entschädigungen nach § 12 EEG.
Im Vorjahr hatten solche periodenfremden Erlöse noch 326.779,22 Euro erreicht.
Auf der Aufwandsseite entstanden zugleich periodenfremde Belastungen von 142.618,97 Euro. Sie betreffen im Wesentlichen Wartungskosten und Zuwendungen nach § 6 EEG für das Jahr 2024. Im Vorjahr lagen die periodenfremden Aufwendungen lediglich bei 37.230,09 Euro.
Eine vollständige Erklärung des Jahresverlustes lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten.
Pachtverpflichtungen von mehr als 20 Millionen Euro
Neben den bilanzierten Schulden bestehen erhebliche langfristige Verpflichtungen aus den Windparkflächen.
Die Pachtverträge besitzen eine feste Laufzeit von 25 Jahren ab Inbetriebnahme der Windenergieanlagen.
Für 2026 erwartet die Gesellschaft Pachtzahlungen von rund 894.900 Euro.
Bis zum Ende der Pachtzeit sollen sich die noch zu zahlenden Pachten auf insgesamt voraussichtlich 20,319 Millionen Euro summieren.
Diese Verpflichtungen stehen nicht als normale Verbindlichkeiten in der Bilanz, sind für die langfristige wirtschaftliche Betrachtung des Windparks aber relevant.
Verlust ist ernst – aber nicht mit Liquiditätskrise gleichzusetzen
Der Abschluss zeichnet damit ein ungewöhnlich zweigeteiltes Bild.
Auf der einen Seite stehen ein Jahresverlust von 1,39 Millionen Euro, negative Kapitalanteile der Kommanditisten und ein auf 2,10 Millionen Euro gestiegener nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil.
Auf der anderen Seite stehen ein positiver operativer Cashflow nach Angaben der Geschäftsführung, der Abbau der Bankkredite um knapp drei Millionen Euro und eine überwiegend langfristige Finanzierungsstruktur.
Hinzu kommt, dass die Geschäftsführung den Millionenverlust wesentlich mit nicht zahlungswirksamen Abschreibungen erklärt.
Das macht die Lage nicht unproblematisch. Es verhindert aber eine vorschnelle Gleichsetzung des bilanziellen Verlusts mit einer akuten Zahlungsunfähigkeit.
Auch 2026 wird ein Verlust erwartet
Für die weitere Entwicklung ist eine Aussage im Anhang besonders wichtig: Die Gesellschaft prognostiziert auch für 2026 einen Jahresfehlbetrag.
Damit ist der Verlust 2025 nach Einschätzung der Geschäftsführung offenbar kein einmaliges bilanzielles Ereignis.
Entscheidend wird deshalb sein, ob der operative Cashflow weiterhin ausreicht, um Kapitaldienst, laufende Verpflichtungen und den weiteren Schuldenabbau zu finanzieren.