Die Windpark Alsleben GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer deutlich gestärkten Eigenkapitalposition abgeschlossen. Zum 31. Dezember weist die Gesellschaft eine Bilanzsumme von 21.994.739,85 Euro aus. Im Vorjahr waren es 22.643.542,11 Euro.
Damit verringerte sich die Bilanzsumme um knapp 649.000 Euro beziehungsweise rund 2,9 Prozent.
Hinter dieser vergleichsweise moderaten Veränderung verbergen sich jedoch erhebliche Verschiebungen auf beiden Seiten der Bilanz.
Eigenkapital steigt um mehr als vier Millionen Euro
Besonders deutlich entwickelt sich das Eigenkapital.
Ende 2024 standen noch 12,73 Millionen Euro in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2025 waren es bereits 16,86 Millionen Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 4,12 Millionen Euro innerhalb eines Jahres.
Verantwortlich dafür ist vor allem der deutlich gestiegene Gewinnvortrag. Dieser erhöhte sich von 9,26 Millionen Euro auf 13,38 Millionen Euro. Die Rücklagen blieben dagegen unverändert bei rund 3,47 Millionen Euro.
Die rechnerische Eigenkapitalquote steigt damit von rund 56 Prozent auf knapp 77 Prozent.
Für die Einzelbilanz bedeutet dies eine erhebliche Stärkung der Eigenkapitalbasis.
Verbindlichkeiten sinken von 4,88 Millionen auf 318.000 Euro
Noch auffälliger ist die Entwicklung der Verbindlichkeiten.
Zum Jahresende 2024 waren insgesamt 4,88 Millionen Euro ausgewiesen worden. Ein Jahr später beträgt dieser Posten lediglich noch 317.850 Euro.
Damit gingen die Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund 4,56 Millionen Euro beziehungsweise mehr als 93 Prozent zurück.
Der entscheidende Faktor sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Sie fielen von rund 4,81 Millionen Euro auf lediglich 240.774 Euro.
Auch die Lieferantenverbindlichkeiten reduzierten sich von knapp 66.900 Euro auf rund 45.800 Euro. Neu hinzu kamen sonstige Verbindlichkeiten von gut 31.000 Euro.
Sämtliche zum Jahresende ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
Bankguthaben steigt auf 5,52 Millionen Euro
Parallel zum Rückgang der Verbindlichkeiten hat sich die Liquiditätsposition deutlich erhöht.
Das Guthaben bei Kreditinstituten stieg von 3,88 Millionen Euro auf 5,52 Millionen Euro.
Das ist ein Zuwachs von rund 1,64 Millionen Euro beziehungsweise gut 42 Prozent.
Allerdings ist nicht das gesamte Bankguthaben frei verfügbar.
Nach Angaben im Jahresabschluss unterliegen zwei Millionen Euro einer Verfügungsbeschränkung. Das Geld befindet sich auf einem Rückbaurücklagenkonto zugunsten der Norddeutschen Landesbank.
Solche Rücklagen können bei Windenergieprojekten dazu dienen, finanzielle Mittel für spätere Rückbauverpflichtungen abzusichern.
15,6 Millionen Euro Forderungen gegen verbundenes Unternehmen
Der größte einzelne Vermögensposten befindet sich allerdings nicht auf Bankkonten.
Die Gesellschaft weist Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 15,61 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren es sogar 17,61 Millionen Euro.
Damit sind diese Forderungen innerhalb eines Jahres um knapp zwei Millionen Euro gesunken.
Der Anhang liefert hierzu eine wichtige Erklärung: Bei rund 15,6 Millionen Euro handelt es sich um einen gewährten Liquiditätsausgleich gegenüber der Gesellschafterin DEW21 Windkraftbeteiligungsgesellschaft mbH.
Das ist für die Interpretation der Bilanz von erheblicher Bedeutung.
Ein großer Teil des Vermögens befindet sich damit nicht unmittelbar als Bargeld oder technisches Anlagevermögen in der Gesellschaft, sondern besteht aus einer konzerninternen Forderung.
Einspeiseerlöse von knapp 684.000 Euro noch offen
Zusätzlich weist die Gesellschaft Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 684.289 Euro aus.
Im Vorjahr waren es noch knapp 839.824 Euro.
Nach Angaben im Anhang handelt es sich dabei ausschließlich um noch offene Einspeiseerlöse.
Damit lässt sich aus dem Abschluss zumindest erkennen, dass die operative Stromerzeugung weiterhin Forderungen aus Einspeisung hervorbringt.
Die gesamte wirtschaftliche Leistung des Windparks lässt sich daraus allerdings nicht bestimmen, da die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung in den vorliegenden Angaben nicht enthalten ist.
Technische Anlagen nur noch mit 72.000 Euro bilanziert
Bemerkenswert niedrig erscheint im Verhältnis zur Bilanzsumme das Sachanlagevermögen.
Grundstücke und Bauten werden mit 94.050 Euro bilanziert. Technische Anlagen und Maschinen stehen nur noch mit 72.155,56 Euro in der Bilanz.
Im Vorjahr waren es bei den technischen Anlagen noch 76.325,84 Euro.
Der geringe Buchwert bedeutet allerdings nicht, dass die technischen Anlagen wirtschaftlich nur diesen Betrag wert sein müssen.
Sachanlagen werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei älteren Windenergieanlagen können die bilanziellen Restbuchwerte deshalb erheblich unter den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten liegen.
Immaterieller Vermögenswert verschwindet vollständig
Eine weitere auffällige Veränderung betrifft die immateriellen Vermögensgegenstände.
2024 waren Konzessionen und ähnliche Rechte noch mit 137.500 Euro angesetzt.
Zum Jahresende 2025 beträgt der entsprechende Bilanzwert null Euro.
Aus den vorliegenden Angaben lässt sich nicht eindeutig bestimmen, ob dies ausschließlich auf planmäßige Abschreibungen, ein Auslaufen entsprechender Rechte oder einen anderen Vorgang zurückzuführen ist.
Rückstellungen bleiben mit 4,81 Millionen Euro hoch
Während die klassischen Verbindlichkeiten drastisch zurückgingen, bleiben die Rückstellungen auf hohem Niveau.
Insgesamt werden 4,81 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es rund 5,01 Millionen Euro.
Davon entfallen etwa 494.000 Euro auf Steuerrückstellungen und 4,32 Millionen Euro auf sonstige Rückstellungen.
Damit stellen die Rückstellungen nach dem Eigenkapital weiterhin den zweitgrößten Finanzierungsposten auf der Passivseite dar.
Für langfristige Rückstellungen entstand 2025 zudem ein Aufzinsungseffekt von rund 51.900 Euro. Im Vorjahr waren es lediglich rund 16.000 Euro.
Millionenverpflichtungen aus Betrieb, Wartung und Pacht
Neben den direkt bilanzierten Positionen gibt es weitere finanzielle Verpflichtungen.
Aus Betriebsführungs-, Wartungs- und Pachtverträgen bestehen laut Jahresabschluss Verpflichtungen von rund 2,424 Millionen Euro pro Jahr.
Die tatsächliche Höhe kann schwanken, weil in den Verträgen unter anderem einspeiseabhängige Vergütungen und Mindestpreise vereinbart wurden.
Diese Summe ist bei der Interpretation der Bilanz wichtig: Nicht alle zukünftigen wirtschaftlichen Verpflichtungen eines Unternehmens erscheinen unmittelbar als Verbindlichkeit in der Bilanz.
Zinsbelastung geht zurück
Auch bei den Finanzierungskosten zeigt sich eine Veränderung.
Die Zinsaufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen beliefen sich 2025 auf rund 428.200 Euro.
Im Vorjahr waren es noch 626.300 Euro.
Damit sank diese Belastung um knapp 200.000 Euro beziehungsweise rund 32 Prozent.
Die Entwicklung passt zum deutlichen Abbau der zum Bilanzstichtag bestehenden konzerninternen Verbindlichkeiten, auch wenn aus dem Abschluss allein kein vollständiger unmittelbarer Zusammenhang zwischen beiden Positionen abgeleitet werden kann.
Windpark gehört zum Dortmunder Stadtwerke-Konzern
Die Windpark Alsleben GmbH & Co. KG ist in die Konzernstruktur der Dortmunder Stadtwerke eingebunden.
Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Dortmunder Stadtwerke Holding GmbH einbezogen. Für den kleinsten Konsolidierungskreis erstellt die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH den Konzernabschluss.
Die Gesellschaft selbst beschäftigt keine Mitarbeiter.
Bestimmte Leistungen werden innerhalb des Konzerns erbracht. Für 2025 nennt der Abschluss unter anderem 162.400 Euro für nicht energiespezifische Dienstleistungen und 94.200 Euro für Stromlieferungen durch DEW21.
Eine Bilanz mit ungewöhnlicher Vermögensstruktur
Der Jahresabschluss zeigt insgesamt eine bemerkenswerte Struktur.
Von knapp 22 Millionen Euro Gesamtvermögen stecken mehr als 15,6 Millionen Euro in Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Weitere 5,52 Millionen Euro liegen bei Kreditinstituten, wobei davon zwei Millionen Euro zweckgebunden sind.
Demgegenüber beträgt das bilanzierte Sachanlagevermögen nur rund 166.000 Euro.
Damit wird deutlich, dass der heutige Bilanzwert der Windenergieanlagen nur einen kleinen Teil der Vermögensstruktur ausmacht.
Fazit: Deutlich mehr Eigenkapital und wesentlich weniger Verbindlichkeiten
Der Jahresabschluss 2025 zeigt bei der Windpark Alsleben GmbH & Co. KG eine erhebliche Veränderung der Finanzierungsstruktur.
Das Eigenkapital steigt innerhalb eines Jahres von 12,73 auf 16,86 Millionen Euro. Gleichzeitig fallen die gesamten Verbindlichkeiten von 4,88 Millionen auf nur noch rund 318.000 Euro.
Auch die Liquidität entwickelt sich deutlich: Das Bankguthaben wächst auf 5,52 Millionen Euro, wobei zwei Millionen Euro für Rückbauzwecke gebunden sind.
Besonders wichtig für die Einordnung bleibt allerdings die hohe konzerninterne Forderung von rund 15,6 Millionen Euro.
Die Bilanz zeigt damit einen Windpark mit stark gestiegener Eigenkapitalquote und drastisch reduzierten Verbindlichkeiten – zugleich ist ein erheblicher Teil seines bilanzierten Vermögens über einen Liquiditätsausgleich innerhalb des Konzerns gebunden.
Für eine vollständige Beurteilung der Ertragskraft wären zusätzlich die vollständigen Angaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich. Der vorliegende Abschluss liefert hierzu nur einzelne Positionen, darunter Einspeiseforderungen und Zinsaufwendungen.