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Kampfpreis für die private Altersvorsorge: Deka bietet neues Altersvorsorgedepot für 0,1 Prozent an

geralt (CC0), Pixabay

Beim neuen Altersvorsorgedepot beginnt der Wettbewerb um die Kunden. Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka kündigt ein besonders günstiges Angebot an: Das Standarddepot soll lediglich 0,1 Prozent des Depotwertes pro Jahr kosten.

Damit setzt die Deka nicht nur klassische Banken und Fondsgesellschaften unter Druck, sondern auch günstige Neobroker. Voraussetzung ist allerdings, dass Anleger Kunde einer Sparkasse sind oder werden.

Staat zahlt bis zu 540 Euro im Jahr dazu

Das neue Altersvorsorgedepot soll nach den vorliegenden Angaben zum 1. Januar starten. Ziel ist es, mehr Menschen bei ihrer privaten Altersvorsorge an den Kapitalmarkt zu bringen.

Besonders interessant ist die staatliche Förderung.

Wer jährlich bis zu 360 Euro selbst einzahlt, erhält 180 Euro vom Staat. Für weitere Einzahlungen von bis zu 1.440 Euro gibt es jeweils 25 Cent staatliche Förderung pro eingezahltem Euro.

Wer den maximal geförderten Eigenbeitrag von 1.800 Euro im Jahr einzahlt, kann damit insgesamt 540 Euro staatliche Zulage erhalten.

Das bedeutet vereinfacht: Aus 1.800 Euro eigener Einzahlung werden zunächst 2.340 Euro – noch bevor mögliche Gewinne oder Verluste der Geldanlage berücksichtigt werden.

Was bedeuten 0,1 Prozent Kosten?

Der angekündigte Preis der Deka ist vergleichsweise niedrig.

Bei einem Depotwert von 1.000 Euro entsprechen 0,1 Prozent Kosten lediglich einem Euro pro Jahr. Bei 10.000 Euro wären es zehn Euro.

Nach den Angaben der Deka sollen darin beim Standardangebot die Kosten für Depot- und Zulagenverwaltung sowie die Produktkosten enthalten sein.

Gerade bei einer Geldanlage über mehrere Jahrzehnte sind niedrige laufende Kosten wichtig, weil hohe Gebühren einen erheblichen Teil der langfristigen Rendite aufzehren können.

Geld wird in Aktien und Anleihen angelegt

Das günstige Deka-Standardmodell soll mit zwei passiven ETFs arbeiten.

Ein ETF investiert weltweit in Aktien, der andere in europäische Anleihen.

Beim Aktienprodukt setzt Deka auf einen eigens geschaffenen „MSCI World 400“-Index. Dieser enthält die 400 größten Unternehmen aus dem wesentlich breiteren MSCI World.

Zu Beginn soll das Geld vollständig in Aktien investiert werden. Je näher der geplante Rentenbeginn kommt, desto stärker wird das Risiko reduziert.

Fünf Jahre vor Rentenbeginn soll die Hälfte des Vermögens in europäische Unternehmensanleihen umgeschichtet werden. Zwei Jahre vor Beginn der Auszahlung wird der Aktienanteil nochmals um 20 Prozentpunkte verringert.

Daneben soll es eine Variante geben, bei der Kunden ihren Aktienanteil selbst über die Sparkassen-App verändern können.

Aktiv verwaltete Variante wesentlich teurer

Deka plant außerdem individuelle Lösungen mit aktiv verwalteten Fonds für Aktien, Anleihen und Geldmarktanlagen.

Hier sieht der Preis allerdings ganz anders aus.

Je nach Vertragsdauer sollen die jährlichen Kosten zwischen 1,0 und 1,5 Prozent liegen.

Bei einem Depotwert von 10.000 Euro wären das bereits 100 bis 150 Euro im Jahr – gegenüber zehn Euro beim 0,1-Prozent-Modell.

Dieser Kostenunterschied kann sich über viele Jahre erheblich auf das angesparte Vermögen auswirken.

Konkurrenz um Millionen Sparer beginnt

Deka sieht für das neue Altersvorsorgedepot ein enormes Marktpotenzial. Nach Einschätzung ihres Chefvolkswirts Ulrich Kater kommen grundsätzlich rund 47,5 Millionen Menschen in Deutschland dafür infrage.

Die theoretisch möglichen Sparsummen dürften allerdings kaum erreicht werden. Deka hält langfristig Zuflüsse von etwa 35 Milliarden Euro jährlich für realistischer. Ein Teil davon dürfte allerdings lediglich aus bestehenden Riester-Verträgen oder anderen Sparprodukten umgeschichtet werden.

Das Ziel der Reform ist grundsätzlich klar: Mehr Altersvorsorge soll über Aktien und andere Kapitalmarktanlagen erfolgen.

Für Sparer lohnt sich trotzdem ein genauer Vergleich

Der angekündigte Preis von 0,1 Prozent ist auf den ersten Blick attraktiv. Trotzdem sollten Verbraucher nicht allein auf die Depotgebühr schauen.

Entscheidend sind auch die Kosten der verwendeten Fonds, die Anlagestrategie, die Möglichkeiten zum Wechsel, die Bedingungen der staatlichen Förderung und die spätere Auszahlung.

Besonders wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen dem günstigen passiven Standardmodell und den wesentlich teureren aktiv verwalteten Varianten.

Der Preiskampf hat damit begonnen. Mit 0,1 Prozent legt die Deka eine Marke vor, an der sich Banken, Fondsgesellschaften und Neobroker bei ihren Angeboten für das neue Altersvorsorgedepot messen lassen müssen.

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