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PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG unter vorläufiger Insolvenzverwaltung

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG aus Wüstenrot, Betreiberin der PANGEA Kinder Erlebniswelt in Talheim bei Heilbronn, ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Das Amtsgericht Heilbronn hat am 20. August 2026 um 17 Uhr umfangreiche Sicherungsmaßnahmen im Rahmen eines Insolvenzantragsverfahrens angeordnet.

Das Verfahren wird beim Amtsgericht Heilbronn unter dem Aktenzeichen 20 IN 741/26 geführt.

Firmensitz der Gesellschaft ist Hasenhof 19, 71543 Wüstenrot. Die PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG ist beim Amtsgericht Stuttgart unter HRA 741565 eingetragen. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die PANGEA Verwaltung GmbH. Als Geschäftsführerin wird aktuell Aurelia Bender geführt.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Marko Lachmann aus Stuttgart bestellt.

PANGEA betreibt große Kinder Erlebniswelt in Talheim

Hinter der nüchternen Handelsregisterbeschreibung „Betrieb von Indoor Freizeitanlagen“ steht ein umfangreiches Freizeit und Gastronomiekonzept.

Die Gesellschaft betreibt die PANGEA Kinder Erlebniswelt am Alten Rauhen Stich 3 in 74388 Talheim. Das Unternehmen bezeichnet die Anlage als Kinder Erlebniswelt im Unterland.

Das Konzept richtet sich vor allem an Familien mit Kindern und kombiniert Indoor Spiel und Freizeitangebote mit Gastronomie, Geburtstagsfeiern und Veranstaltungen.

Die im Insolvenzverfahren genannte Anschrift in Wüstenrot ist somit nicht mit dem Standort der eigentlichen Erlebniswelt gleichzusetzen. Der operative Freizeitbetrieb befindet sich in Talheim.

Fahrgeschäfte, Spielbereiche und Arcade Angebote

Die PANGEA Erlebniswelt ist wesentlich mehr als eine klassische kleine Indoor Spielhalle.

Das Unternehmen bietet unterschiedliche Themen und Erlebnisbereiche sowie Fahr und Spielangebote für Kinder. Hinzu kommt eine eigene Arcade Area mit verschiedenen Automaten und Geschicklichkeitsspielen.

Dort werden unter anderem Basketball Spiele, Air Hockey und weitere elektronische Spiele angeboten. Für die Nutzung gibt es ein Token System.

Damit kombiniert PANGEA klassische Indoor Spielgeräte mit Elementen einer Arcade und eines kleinen Freizeitparks.

Kindergeburtstage sind wichtiger Geschäftsbereich

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Kindergeburtstagen.

PANGEA verfügt über einen eigenen Geburtstagsbereich mit acht unterschiedlich gestalteten Tischen. Nach Angaben des Unternehmens können dort Feiern für Gruppen von fünf bis zu 70 Personen stattfinden.

Geburtstagsveranstaltungen können reserviert werden und bilden damit einen eigenständigen Umsatzbereich neben dem normalen Eintrittsgeschäft.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens sehen ausdrücklich Online, Telefon und Vor Ort Reservierungen für Geburtstagsfeiern und andere Veranstaltungen vor.

Gastronomie ist zentraler Bestandteil des Konzepts

Ungewöhnlich umfangreich ist das gastronomische Angebot.

PANGEA beschreibt sich ausdrücklich als mehr als ein Indoor Spieleparadies und stellt die Gastronomie als wesentlichen Bestandteil des Geschäftsmodells heraus.

Das Unternehmen betreibt ein eigenes Restaurant und setzt nach eigener Darstellung auf frisch zubereitete Speisen anstelle eines typischen Imbissangebots mit überwiegend vorgefertigten Produkten.

Angeboten werden unter anderem Pizza, Pasta, Salate und Grillgerichte sowie Crêpes, Eis, Smoothies und weitere Speisen und Getränke.

Die Küche verbindet verschiedene internationale Richtungen. Das Unternehmen nennt deutsche, italienische, amerikanische und asiatische Einflüsse.

Damit sollen ausdrücklich auch die Eltern angesprochen werden, die ihre Kinder während des Besuchs begleiten.

Biergarten und Steak Konzept gehören ebenfalls dazu

Das gastronomische Geschäft geht noch weiter.

Zu PANGEA gehört ein als Meat Garten bezeichneter Bereich mit Biergarten. Dort werden unter anderem argentinische, uruguayische und amerikanische Steaks angeboten.

Ein offener Holzfeuer Grill und die Zubereitung beziehungsweise Fertigstellung von Fleisch auf heißen Steinen gehören zum Konzept.

Das zeigt, dass die Gesellschaft nicht ausschließlich Eintrittsgelder aus einem Indoor Freizeitpark erzielen wollte. Gastronomie und längere Aufenthaltsdauer der Familien sind offensichtlich wesentliche Bestandteile des Geschäftsmodells.

Auch Hochzeiten und Firmenveranstaltungen vorgesehen

Die Räumlichkeiten werden darüber hinaus für Veranstaltungen angeboten.

Neben Kindergeburtstagen nennt PANGEA ausdrücklich Hochzeiten, Firmenfeiern und Vereinsveranstaltungen.

Damit richtet sich der Betrieb teilweise auch an Kunden, die nicht ausschließlich wegen der Kinder Freizeitangebote kommen.

Die Kombination aus Restaurant, Veranstaltungsflächen und Spielmöglichkeiten sollte offenbar eine möglichst breite Auslastung der Anlage ermöglichen.

Gesellschaft wurde erst 2024 gegründet

Die PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG ist noch sehr jung.

Sie wurde am 7. August 2024 beim Amtsgericht Stuttgart unter HRA 741565 eingetragen. Bereits bei der Gründung wurde als Geschäftsanschrift Hasenhof 19 in Wüstenrot angegeben. Persönlich haftende Gesellschafterin ist seit Beginn die PANGEA Verwaltung GmbH.

Damit gerät die Gesellschaft nur rund zwei Jahre nach ihrer Gründung in ein Insolvenzantragsverfahren.

Auch die PANGEA Verwaltung GmbH entstand erst 2024. Ursprünglich war Chris Neve dort Geschäftsführer. Im September 2024 übernahm Aurelia Bender die Geschäftsführung.

Auffälligkeit bereits im Juni 2026

Bereits rund zwei Monate vor der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung findet sich eine auffällige öffentliche Bekanntmachung.

Das Landratsamt Heilbronn veröffentlichte im Juni 2026 eine öffentliche Zustellung an die PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG. Darin wurde die Anschrift Hasenhof 19 in Wüstenrot als letzte bekannte Anschrift bezeichnet und mitgeteilt, dass eine Zustellung dort nicht möglich gewesen sei. Das betreffende Schriftstück stammte aus dem Bereich Sicherheit und Ordnung beziehungsweise der Zulassungsbehörde.

Welche Angelegenheit dem Schriftstück konkret zugrunde lag und ob irgendein Zusammenhang mit der späteren wirtschaftlichen Krise besteht, lässt sich daraus nicht feststellen.

Erlebniswelt präsentiert sich weiterhin im Internet

Die PANGEA Erlebniswelt verfügt weiterhin über einen aktiven Internetauftritt. Dort werden Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Geburtstagsangebote, Attraktionen und Gastronomie präsentiert.

Das Impressum nennt weiterhin die PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG als Betreiberin und Aurelia Bender als Geschäftsführerin.

Ob der Freizeitbetrieb nach der Insolvenzanordnung uneingeschränkt fortgeführt wird, lässt sich daraus allein allerdings nicht sicher ableiten. Die Webseite kann auch nach Eintritt wirtschaftlicher Schwierigkeiten zunächst unverändert erreichbar bleiben.

Vorläufiger Insolvenzverwalter kontrolliert das Vermögen

Das Amtsgericht Heilbronn hat mit seiner Entscheidung vom 20. August weitreichende Sicherungsmaßnahmen angeordnet.

Die PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG darf nicht mehr frei über ihr Vermögen verfügen. Rechtsgeschäfte und Verfügungen sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters Marko Lachmann wirksam.

Besonders weitreichend sind die Maßnahmen bei Bankkonten und Außenständen.

Die Gesellschaft darf darüber nicht mehr selbst verfügen. Diese Befugnisse wurden auf den vorläufigen Insolvenzverwalter übertragen.

Lachmann darf Bankguthaben und offene Forderungen einziehen sowie eingehende Gelder entgegennehmen.

Offene Rechnungen dürfen nicht mehr einfach an PANGEA gezahlt werden

Auch für Geschäftspartner gilt eine wichtige Einschränkung.

Schuldner der PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG dürfen nicht mehr unmittelbar an die Gesellschaft zahlen. Leistungen müssen entsprechend der gerichtlichen Anordnung unter Beachtung der Befugnisse des vorläufigen Insolvenzverwalters erfolgen.

Damit sollen sämtliche verfügbaren Geldmittel kontrolliert und für ein mögliches Insolvenzverfahren gesichert werden.

Zwangsvollstreckungen weitgehend gestoppt

Parallel hat das Amtsgericht Zwangsvollstreckungen gegen die Gesellschaft weitgehend untersagt.

Bereits begonnene Vollstreckungsmaßnahmen werden vorläufig eingestellt, soweit sie unter die gerichtliche Anordnung fallen.

Dadurch soll verhindert werden, dass einzelne Gläubiger während des Eröffnungsverfahrens Vermögenswerte an sich ziehen und dadurch die Position der übrigen Gläubiger verschlechtert wird.

Insolvenzursache bislang unbekannt

Welche wirtschaftlichen Probleme zu dem Insolvenzantrag geführt haben, geht aus dem Beschluss nicht hervor.

Es ist daher nicht bekannt, ob beispielsweise Investitionskosten für die noch junge Erlebniswelt, Personal und Energiekosten, Miete beziehungsweise Gebäudekosten, Besucherzahlen, Gastronomiekosten oder andere Faktoren eine Rolle gespielt haben.

Auch zur Höhe der Verbindlichkeiten und zur Zahl der Gläubiger liegen bislang keine Angaben vor.

Bemerkenswert bleibt jedoch, dass die Gesellschaft erst im August 2024 gegründet wurde und bereits zwei Jahre später unter vorläufiger Insolvenzverwaltung steht.

Für Familien stellt sich die Frage nach Gutscheinen und Buchungen

Für Kunden dürfte nun vor allem interessant sein, was mit bereits gebuchten Kindergeburtstagen, Veranstaltungen und möglicherweise vorhandenen Gutscheinen geschieht.

Die Erlebniswelt nimmt beziehungsweise nahm Reservierungen für Geburtstagsfeiern und andere Veranstaltungen entgegen.

Ob sämtliche bestehenden Buchungen wie geplant durchgeführt werden können, hängt davon ab, ob der Geschäftsbetrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens fortgesetzt wird.

Dasselbe gilt für mögliche Gutscheine oder bereits geleistete Vorauszahlungen. Kunden sollten deshalb aktuelle Mitteilungen des Unternehmens beziehungsweise des vorläufigen Insolvenzverwalters beachten.

Zukunft der PANGEA Erlebniswelt ist zunächst offen

Die Entscheidung vom 20. August 2026 bedeutet noch nicht, dass die PANGEA Erlebniswelt geschlossen wird.

Das Unternehmen befindet sich zunächst im Insolvenzeröffnungsverfahren.

Der vorläufige Insolvenzverwalter muss insbesondere die Vermögenslage untersuchen und feststellen, ob ausreichend Masse zur Finanzierung eines regulären Insolvenzverfahrens vorhanden ist.

Erst anschließend entscheidet das Amtsgericht über die endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Damit ist die Zukunft der erst vor rund zwei Jahren gegründeten PANGEA Freizeitanlagen GmbH & Co. KG mit Sitz in Hasenhof 19, 71543 Wüstenrot, zunächst offen.

Das Unternehmen betreibt in Talheim die PANGEA Kinder Erlebniswelt mit Indoor Freizeitangeboten, Arcade Spielen, Kindergeburtstagen, Restaurant, Biergarten sowie Veranstaltungsangeboten.

Das Insolvenzverfahren wird beim Amtsgericht Heilbronn unter dem Aktenzeichen 20 IN 741/26 geführt. Seit dem 20. August 2026 steht die Gesellschaft unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Ob die Erlebniswelt dauerhaft fortgeführt werden kann, wird nun wesentlich von der wirtschaftlichen Prüfung und den Entscheidungen des vorläufigen Insolvenzverwalters abhängen.

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