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Cramoner Windpark: Gewinn bricht um 70 Prozent ein – Bilanz zeigt ungewöhnliche Struktur

geralt (CC0), Pixabay

Der Cramoner Windpark hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit einem Gewinn abgeschlossen, musste gegenüber dem Vorjahr jedoch einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Der Jahresüberschuss sank von 16.330 Euro auf nur noch 4.892 Euro. Ausschlaggebend dafür waren vor allem deutlich niedrigere Umsatzerlöse. Gleichzeitig zeigt die Bilanz eine für einen Windpark bemerkenswerte Struktur: Die technischen Anlagen stehen nur noch mit einem Erinnerungswert von einem Euro in den Büchern.

Die Bilanzsumme blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Zum 31. Dezember 2025 belief sie sich auf 232.873 Euro, nach 232.848 Euro Ende 2024. Hinter dieser Stabilität haben sich jedoch einzelne Positionen deutlich verändert.

Besonders auffällig ist das Anlagevermögen. Insgesamt werden lediglich 2,50 Euro ausgewiesen. Davon entfällt ein Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände und 1,50 Euro auf Sachanlagen. Die technischen Anlagen und Maschinen stehen nur noch mit einem Buchwert von einem Euro in der Bilanz, Grundstücke und entsprechende Rechte mit 0,50 Euro.

Das spricht dafür, dass das ursprünglich vorhandene Anlagevermögen bilanziell praktisch vollständig abgeschrieben ist. Über den tatsächlichen technischen Zustand, den Marktwert oder die verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer der Anlagen lässt sich daraus allerdings keine sichere Aussage treffen. Der Jahresabschluss nennt hierzu keine weitergehenden Angaben.

Entsprechend besteht nahezu die gesamte Aktivseite aus Umlaufvermögen. Dieses lag Ende 2025 bei 232.871 Euro. Besonders bedeutend sind dabei Forderungen gegenüber den Gesellschaftern von rund 150.001 Euro. Sie machen damit fast zwei Drittel der gesamten Bilanzsumme aus und sind gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht gestiegen.

Hinzu kommen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 21.041 Euro, nach 11.705 Euro im Vorjahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände gingen dagegen leicht von 63.348 auf 61.829 Euro zurück.

Bemerkenswert ist außerdem die Entwicklung der liquiden Mittel. Ende 2024 waren noch Bank- und Kassenbestände von 9.085 Euro ausgewiesen. Zum Jahresende 2025 enthält die entsprechende Bilanzposition dagegen keinen Betrag. Die Gesellschaft verfügte bilanziell damit zum Stichtag über keine ausgewiesenen liquiden Mittel. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Liquiditätsproblem vorliegt, zumal erhebliche kurzfristige Forderungen vorhanden sind.

Auf der Passivseite blieb das Eigenkapital mit 89.550 Euro nahezu konstant. Im Vorjahr waren es 89.553 Euro. Den Kapitalanteilen der Kommanditisten von rund 204.514 Euro stehen nicht eingeforderte ausstehende Einlagen von knapp 114.964 Euro gegenüber. Daraus ergibt sich das tatsächlich eingeforderte Kapital von rund 89.550 Euro.

Die rechnerische Eigenkapitalquote liegt damit bei rund 38 Prozent der Bilanzsumme. Angesichts der insgesamt geringen Bilanzsumme ist die Gesellschaft nicht in einem hohen Maße durch klassische Bankkredite finanziert.

Die gesamten Verbindlichkeiten beliefen sich Ende 2025 lediglich auf 55.573 Euro und lagen damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 55.445 Euro. Besonders auffällig ist, dass gegenüber Kreditinstituten lediglich 362 Euro geschuldet wurden. Eine für Windparkgesellschaften häufig anzutreffende umfangreiche langfristige Bankfinanzierung ist in dieser Bilanz somit nicht mehr vorhanden.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben nach Angaben im Anhang eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Langfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen überhaupt nicht.

Der größte Teil der Schulden entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Diese erhöhten sich von 28.733 auf 31.592 Euro. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen dagegen von 23.894 auf 20.655 Euro zurück. Weitere knapp 2.964 Euro werden als sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Einen erheblichen Bilanzposten stellen daneben die Rückstellungen dar. Sie lagen mit 87.750 Euro fast unverändert auf dem Vorjahresniveau von 87.850 Euro. Damit entsprechen die Rückstellungen rund 38 Prozent der gesamten Bilanzsumme. Der Anhang erläutert lediglich allgemein, dass darin erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen berücksichtigt werden. Welche konkreten Sachverhalte hinter dem vergleichsweise hohen Betrag stehen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Umsatz fällt um ein Drittel

Deutlich mehr Bewegung als in der Bilanz zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Umsatzerlöse gingen von 59.569 Euro im Jahr 2024 auf nur noch 39.283 Euro im Jahr 2025 zurück. Das entspricht einem Minus von rund 20.287 Euro beziehungsweise etwa 34 Prozent.

Trotz dieses erheblichen Umsatzrückgangs blieb die Gesellschaft profitabel. Dabei half, dass auch die betrieblichen Aufwendungen zurückgingen.

Der Materialaufwand blieb mit 4.109 Euro gegenüber 4.157 Euro im Vorjahr nahezu unverändert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten dagegen deutlich reduziert werden. Sie sanken von 44.443 Euro auf 35.676 Euro, also um knapp 8.800 Euro.

Die Kostensenkung konnte den Umsatzrückgang allerdings nicht vollständig ausgleichen.

Eine wichtige Rolle für das Ergebnis spielen zudem die Zinserträge. Sie beliefen sich 2025 auf 6.329 Euro und lagen damit nahezu auf dem Vorjahresniveau von 6.380 Euro. Angesichts eines Jahresüberschusses von lediglich 4.892 Euro sind diese Zinserträge wirtschaftlich durchaus bedeutend.

Dem standen nur 359 Euro Zinsaufwendungen gegenüber. Eine größere Belastung durch Fremdkapitalzinsen besteht somit nicht.

Nach Berücksichtigung der betrieblichen Positionen und des Finanzergebnisses erreichte die Gesellschaft ein Ergebnis nach Steuern von 5.587 Euro. Nach sonstigen Steuern von 695 Euro verblieb ein Jahresüberschuss von 4.892 Euro.

Im Vorjahr hatte der Gewinn noch 16.330 Euro betragen. Damit ist der Jahresüberschuss innerhalb eines Jahres um rund 11.438 Euro beziehungsweise etwa 70 Prozent eingebrochen.

Der erwirtschaftete Gewinn wird vollständig den Kapitalkonten gutgeschrieben. Ein Bilanzgewinn wird deshalb mit null Euro ausgewiesen.

Schulden gering – Forderungen dominieren die Bilanz

Insgesamt zeichnet der Jahresabschluss das Bild einer Gesellschaft, deren ursprüngliche Windpark-Investitionen bilanziell weitgehend abgeschlossen beziehungsweise abgeschrieben sind. Das Sachanlagevermögen besitzt nur noch Erinnerungswerte, während langfristige Bankkredite vollständig fehlen.

Das unterscheidet die Gesellschaft deutlich von jüngeren Windparkprojekten, bei denen häufig Millionenbeträge sowohl im Sachanlagevermögen als auch bei langfristigen Bankverbindlichkeiten stehen.

Die Bilanz wird stattdessen von Forderungen bestimmt. Allein die Forderungen gegenüber Gesellschaftern von rund 150.000 Euro entsprechen etwa 64 Prozent der gesamten Bilanzsumme. Zusammen mit den übrigen Forderungen und Vermögensgegenständen befindet sich praktisch das gesamte bilanzierte Vermögen in dieser Kategorie.

Das ist bei der Bewertung der Finanzlage wichtig: Eine hohe Forderungsposition ist nicht mit unmittelbar verfügbarer Liquidität gleichzusetzen. Entscheidend wäre unter anderem, wann und in welchem Umfang diese Forderungen tatsächlich beglichen werden können. Angaben zu deren Laufzeiten enthält der vorliegende Abschluss nicht.

Auf der anderen Seite steht eine vergleichsweise überschaubare Verschuldung. Die Verbindlichkeiten von rund 55.600 Euro entsprechen weniger als einem Viertel der Bilanzsumme und sind vollständig kurzfristiger Natur. Hinzu kommen allerdings Rückstellungen von knapp 87.800 Euro.

2025 deutlich schwächer als das Vorjahr

Unter dem Strich war 2025 für die Gesellschaft ergebnisseitig wesentlich schwächer als 2024. Zwar wurde erneut ein Gewinn erzielt, doch der Rückgang von mehr als 16.000 auf weniger als 5.000 Euro ist erheblich. Hauptgrund ist der um rund ein Drittel eingebrochene Umsatz.

Gleichzeitig zeigt die Gesellschaft keine hohe klassische Kreditbelastung. Langfristige Finanzschulden bestehen nicht, Bankverbindlichkeiten spielen praktisch keine Rolle und das Eigenkapital deckt rund 38 Prozent der Bilanzsumme ab.

Für die weitere Entwicklung dürfte deshalb weniger die Tilgung großer Bankdarlehen entscheidend sein als die Frage, ob sich die Umsatzerlöse stabilisieren lassen und wie sich die hohen Forderungen gegenüber Gesellschaftern entwickeln. Sollte der Umsatz weiter zurückgehen, könnte der ohnehin bereits stark geschrumpfte Gewinn weiter unter Druck geraten. Eine Erholung der Einnahmen würde dagegen aufgrund der geringen Zinsbelastung vergleichsweise unmittelbar auf das Ergebnis durchschlagen.

Der Jahresabschluss wurde am 17. Juni 2026 festgestellt beziehungsweise gebilligt.

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