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Tresore für Superreiche: Schweizer baut Hochsicherheits-Kavernen tief in die Alpen

Elionas (CC0), Pixabay

Lungern. Tief im Schweizer Brünig-Massiv entsteht eine außergewöhnliche Hochsicherheitsanlage für besonders wertvolle Besitztümer. In mächtigen Felskavernen sollen künftig unter anderem Kunstwerke, Edelmetalle, Oldtimer und hochwertige Weine gelagert werden. Die einzelnen Tresore kosten mehrere Hunderttausend Euro und sollen sogar Schutz vor Drohnenangriffen bieten.

Schauplatz des Projekts ist die Gemeinde Lungern im Kanton Obwalden, in der etwas mehr als 2000 Menschen leben. Unweit des Ortes wird derzeit tief in den Fels der Voralpen gebohrt. Hinter dem Vorhaben steht das ortsansässige Unternehmen Brünig Mega Safe, das sich auf besonders geschützte Lagerräume innerhalb des Bergmassivs spezialisiert hat.

Ab 2027 sollen rund 20 solcher Hochsicherheitstresore zur Verfügung stehen. Mehr als 100 Meter massives Gestein sollen zwischen den eingelagerten Vermögenswerten und der Außenwelt liegen.

Kunst, Gold, Oldtimer und Wein hinter 100 Metern Fels

Die Anlage richtet sich vor allem an vermögende Privatkunden, die besonders wertvolle Gegenstände langfristig und weitgehend abgeschirmt lagern möchten. Neben dem natürlichen Schutz durch das Gebirge setzt das Unternehmen auf umfangreiche technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen.

Schon die Zufahrt erfolgt demnach über ein mehrstufiges Kontrollsystem. Zunächst muss eine Sicherheitsschleuse passiert werden. Anschließend verlassen Besucher ihr Fahrzeug und durchlaufen weitere Kontrollen. Einzelheiten über die Sicherheitsvorkehrungen werden bewusst geheim gehalten.

Nach Angaben der Betreiber soll das Sicherheitsniveau mit dem besonders hohen Schutzstandard der Schweizerischen Nationalbank vergleichbar sein.

Geopolitische Krisen steigern Nachfrage nach sicheren Lagerstätten

Hinter dem ungewöhnlichen Geschäftsmodell steht auch eine Entwicklung, die durch internationale Krisen und zunehmende geopolitische Unsicherheit verstärkt wird. Vermögende Menschen suchen verstärkt nach Möglichkeiten, einen Teil ihres Besitzes außerhalb klassischer Wohn- und Geschäftsimmobilien besonders geschützt aufzubewahren.

Dabei profitiert das Projekt vom Ruf der Schweiz als politisch stabiles Land und international bedeutender Finanzplatz. Schweizer Banken verwalten Vermögenswerte in Billionenhöhe, darunter erhebliche Vermögen ausländischer Kunden.

Die Betreiber der Kavernen sehen deshalb einen wachsenden Markt für physische Hochsicherheitslager.

Bis zu eine Million Euro für einen Tresor im Berg

Billig ist ein eigener Tresor im Schweizer Fels allerdings nicht. Je nach Angaben und Größe werden Preise zwischen umgerechnet etwa 500.000 und einer Million Euro genannt.

Eine Besonderheit des Konzepts: Die Kavernen sollen nicht lediglich vermietet werden. Kunden erwerben sie für einen Zeitraum von 99 Jahren. Die jeweilige Einheit erhält eine eigene Parzellennummer und wird im Grundbuch erfasst. Dadurch kann eine solche Kaverne nach Angaben der Betreiber sogar als Vermögenswert beliehen werden.

Erste Kunden sollen bereits Verträge abgeschlossen haben.

Projekt sorgt in Lungern für unterschiedliche Reaktionen

In der kleinen Gemeinde wird die unterirdische Luxus-Anlage unterschiedlich aufgenommen. Kritiker sehen darin vor allem ein Angebot für Menschen, die ohnehin über außergewöhnlich große Vermögen verfügen. Andere Einwohner betrachten das Projekt gelassener und hoffen möglicherweise auch auf wirtschaftliche Impulse für die Region.

Fest steht: Mit den neuen Tresor-Kavernen wird das Schweizer Geschäftsmodell des sicheren Hafens um eine ungewöhnliche Variante erweitert. Statt Vermögen ausschließlich auf Bankkonten und in Wertpapierdepots zu verwahren, können besonders wohlhabende Kunden künftig auch Gold, Kunst, Wein oder Luxusfahrzeuge tief im Schweizer Bergmassiv einschließen lassen – geschützt durch mehr als 100 Meter Fels.

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