Mit einer europaweiten Kontrollaktion beginnt heute die sogenannte „Speed Week“. In Deutschland beteiligen sich 13 Bundesländer am Blitzermarathon. Ziel der verstärkten Geschwindigkeitskontrollen ist es nach Angaben der Polizei nicht, zusätzliche Einnahmen zu erzielen, sondern die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu senken.
Polizei-Oberkommissarin Sibylle Krause weist den häufig geäußerten Vorwurf zurück, der Staat wolle mit Blitzern vor allem Geld verdienen. Nach ihren Worten dienen die Kontrollen in erster Linie der Verkehrssicherheit. Überhöhte Geschwindigkeit sei nach wie vor eine der häufigsten Ursachen schwerer und tödlicher Unfälle. Die verstärkten Kontrollen sollten deshalb Autofahrer dazu bewegen, Tempolimits dauerhaft einzuhalten.
Gleichzeitig kritisiert Krause das vergleichsweise niedrige Bußgeldniveau in Deutschland. Im europäischen Vergleich seien die Geldstrafen für Geschwindigkeitsverstöße häufig deutlich geringer. Deshalb spricht sie von Deutschland als „Billig-Bußgeldland“. Aus ihrer Sicht entfalten höhere Geldbußen in anderen Ländern eine stärkere abschreckende Wirkung und könnten dazu beitragen, dass sich mehr Verkehrsteilnehmer an die zulässige Höchstgeschwindigkeit halten.
Während der Aktionswoche kontrolliert die Polizei insbesondere an Unfallschwerpunkten, vor Schulen, Kindergärten sowie auf stark befahrenen Straßen. Der eigentliche Blitzermarathon findet in vielen Bundesländern an einem zentralen Aktionstag statt, an dem besonders viele Messstellen eingerichtet werden.
Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, Tempolimits nicht nur während der Aktionswoche einzuhalten. Nach Angaben der Unfallforschung verkürzt bereits eine geringere Geschwindigkeit den Bremsweg deutlich und erhöht die Überlebenschancen bei einem Zusammenstoß erheblich. Aus Sicht der Behörden bleibt angepasste Geschwindigkeit deshalb einer der wichtigsten Faktoren für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.