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Schweres Erdbeben erschüttert Japan – Menschen nach Einsturz eines Einkaufszentrums vermisst

geralt (CC0), Pixabay

Ein schweres Erdbeben hat am Dienstagnachmittag den Südwesten Japans erschüttert und in der Präfektur Kumamoto schwere Schäden angerichtet. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde ereignete sich das Beben am 28. Juli 2026 um 16.27 Uhr Ortszeit. Die Behörde gab die Stärke zunächst mit 7,1 an. Das Zentrum lag in der Region Kumamoto in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern. Auf der japanischen Erdbebenskala erreichten die Erschütterungen die höchste Stufe sieben.

Besonders dramatisch ist die Lage in der Stadt Kashima. Dort wurde ein großes Einkaufszentrum der Kette Aeon schwer beschädigt. Teile des zweiten Stockwerks brachen zusammen. Nach ersten Angaben der Feuerwehr wurden zahlreiche Menschen in dem Gebäude eingeschlossen oder unter Trümmern begraben. Später wurde aus dem Einkaufszentrum außerdem eine schwere Explosion gemeldet. Als mögliche Ursache werden beschädigte Gasleitungen geprüft.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich viele Kunden und Beschäftigte in dem Einkaufszentrum auf. Rund 200 Menschen konnten zunächst in Sicherheit gebracht werden. Zwischen 20 und 30 Mitarbeiter wurden am Abend jedoch noch vermisst. Japanische Medien berichteten von möglichen Todesopfern. Eine genaue Zahl wurde von der Polizei zunächst nicht bestätigt. Die Rettungskräfte suchten unter schwierigen Bedingungen nach Verschütteten. Weitere Nachbeben erschwerten die Arbeiten und machten den Einsatz in instabilen Gebäudeteilen besonders gefährlich.

Nach Angaben des Fernsehsenders NHK wurden zahlreiche Verletzte in Krankenhäuser gebracht. Erste Meldungen sprachen von mindestens 50, später von rund 90 behandelten Personen. Wie schwer ihre Verletzungen sind, war zunächst nicht vollständig bekannt. Auch an anderen Orten wurden Menschen unter eingestürzten Häusern vermutet. In der Region sollen mindestens zwölf Wohngebäude zusammengebrochen sein.

Japans Regierungschefin Sanae Takaichi erklärte, es gebe Berichte über Verletzte, Brände, Stromausfälle und schwere Schäden an der Infrastruktur. Straßen und Brücken seien beschädigt worden. Die Regierung setzte einen Krisenstab ein und schickte Flugzeuge der Selbstverteidigungsstreitkräfte in die Region, um sich aus der Luft ein Bild von den Zerstörungen zu machen.

Auch der Verkehr wurde erheblich beeinträchtigt. Mehrere Bahnstrecken auf der Insel Kyushu mussten gesperrt werden. Betroffen war ebenfalls der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. In der Stadt Yatsushiro soll ein Zug entgleist sein. Der Flughafen Kumamoto stellte seinen Betrieb vorübergehend ein, Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen.

Zehntausende Haushalte und Einrichtungen waren nach dem Erdbeben ohne Strom. Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power waren allein in der Region Kumamoto rund 45.000 bis 50.000 Anschlüsse betroffen. Mobilfunkverbindungen fielen teilweise aus. Feuerwehren meldeten mehrere Brände.

Kurz nach dem Beben wurde für die Küstengebiete am Ariake-Meer und am Yatsushiro-Meer eine Tsunami-Warnung beziehungsweise ein Tsunami-Hinweis ausgegeben. Die Behörden forderten die Menschen auf, gefährdete Küstenbereiche zu verlassen. Nachdem keine größeren Wellen festgestellt worden waren, wurde die Warnung wieder aufgehoben. Nach Angaben der Wetterbehörde bestand am Abend keine aktuelle Tsunami-Gefahr mehr.

An den Atomkraftwerken Sendai und Genkai wurden zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt. Die zuständigen Betreiber und die Atomaufsicht erklärten, dass keine Hinweise auf Schäden oder den Austritt radioaktiver Stoffe vorlägen.

Das Beben weckt Erinnerungen an die schwere Erdbebenserie von Kumamoto im Jahr 2016. Damals starben mehr als 50 Menschen, rund 1.800 wurden verletzt und Zehntausende Gebäude beschädigt oder zerstört. Das nun schwer getroffene Einkaufszentrum war nach umfangreichen Arbeiten erst im Juni 2026 erneut eröffnet worden. Es galt als Zeichen des Wiederaufbaus nach der Katastrophe von vor zehn Jahren.

Die Behörden warnten die Bevölkerung eindringlich vor weiteren starken Nachbeben. Menschen in beschädigten Gebäuden wurden aufgefordert, diese zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Das vollständige Ausmaß der Katastrophe dürfte erst sichtbar werden, wenn die Rettungskräfte alle betroffenen Orte erreichen und die Trümmer des Einkaufszentrums durchsuchen können.

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