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Klick auf „Ablehnen“ – und trotzdem überwacht: Wie Tech-Konzerne Cookie-Regeln offenbar aushebeln

Tumisu (CC0), Pixabay

Cookie-Banner sollen Nutzern Kontrolle über ihre Daten geben. Ein Klick auf „Alles ablehnen“ vermittelt Sicherheit – doch genau dieses Versprechen steht nun massiv in der Kritik.

Studie zeigt systematische Verstöße

Eine Untersuchung der Analysefirma webXray bringt ein beunruhigendes Ergebnis:
Mehr als die Hälfte der getesteten Webseiten setzt weiterhin Tracking-Cookies – obwohl Nutzer diese ausdrücklich abgelehnt haben.

Konkret:

  • 7.000 Webseiten wurden analysiert
  • 55 % ignorierten die Entscheidung der Nutzer
  • über 126.000 Cookies wurden trotz Opt-out gesetzt

Besonders brisant: Selbst Systeme, die von Google zertifiziert sind, sollen dieses Problem nicht verhindern.

Die großen Namen im Fokus

Die Studie nennt bekannte Tech-Konzerne als Hauptakteure:

  • Google: 86 % problematische Banner
  • Meta: 69 %
  • Microsoft: 50 %

Damit entsteht der Eindruck eines strukturellen Problems – nicht einzelner Ausreißer.

Milliardenstrafen als „Kalkulationsposten“?

Die wirtschaftliche Dimension ist enorm. Theoretisch könnten allein in Kalifornien Strafzahlungen in Milliardenhöhe fällig werden.

Tatsächlich wurden bereits hohe Summen verhängt:

  • Google: über 2 Milliarden US-Dollar
  • Meta: über 9 Milliarden US-Dollar
  • Microsoft: mehrere hundert Millionen US-Dollar

Die Kritik: Große Konzerne könnten Bußgelder schlicht einkalkulieren, statt ihre Systeme grundlegend zu ändern.

Unternehmen weisen Vorwürfe zurück

Die betroffenen Firmen widersprechen:

  • Google spricht von einem „grundlegend falschen Verständnis“
  • Meta bezeichnet die Studie als Marketinginstrument
  • Microsoft verweist auf technisch notwendige Cookies

Doch die Studienautoren bleiben bei ihrer Einschätzung und sehen ein systematisches Problem.

Kritische Einordnung

Für Nutzer bedeutet das:
Der Klick auf „Ablehnen“ ist oft weniger wirksam, als er scheint.

Das wirft grundlegende Fragen auf:

  • Funktioniert die Datenschutz-Grundverordnung in der Praxis wirklich?
  • Sind Kontrollen und Sanktionen ausreichend?
  • Oder hinkt die Regulierung der technischen Realität hinterher?

Fazit

Die Idee hinter Cookie-Bannern ist klar: Kontrolle und Transparenz.
Die Realität scheint jedoch deutlich komplizierter zu sein.

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