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Wildunfälle im Herbst: Warum Autofahrer jetzt besonders aufmerksam sein sollten

jimmykphotos (CC0), Pixabay

Frühe Dunkelheit, schlechte Sicht und verstärkter Wildwechsel: Im Herbst steigt für Autofahrer das Risiko, dass plötzlich Rehe, Wildschweine oder anderes Wild die Fahrbahn kreuzen. In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Wildunfälle zuletzt auf mehr als 18.000 gestiegen. Gegenmaßnahmen sind in Planung. Für Autofahrer stellt sich vor allem die Frage: Wie lässt sich das Unfallrisiko reduzieren – und was ist nach einem Zusammenstoß zu tun?

Mit den kürzer werdenden Tagen verschärft sich auf vielen Straßen die Gefahr von Wildunfällen. Besonders kritisch sind die Dämmerungsstunden. Tiere können unvermittelt auf die Fahrbahn laufen und werden von Autofahrern häufig erst spät erkannt.

Nach Angaben des NDR ist die Zahl der Wildunfälle in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr auf mehr als 18.000 gestiegen. Angesichts dieser Entwicklung werden weitere Gegenmaßnahmen geplant.

Warnschilder ernst nehmen und Geschwindigkeit reduzieren

Autofahrer sollten insbesondere dort aufmerksam sein, wo Verkehrszeichen vor Wildwechsel warnen. Das gilt vor allem für Straßenabschnitte entlang von Wäldern, Feldern und anderen Gebieten, in denen regelmäßig Wild unterwegs ist.

Eine angepasste Geschwindigkeit kann entscheidend sein. Je schneller ein Fahrzeug unterwegs ist, desto länger wird der Anhalteweg und desto schwerwiegender können die Folgen eines Zusammenstoßes ausfallen.

Taucht ein Tier am Straßenrand oder auf der Fahrbahn auf, sollten Autofahrer kontrolliert abbremsen und mit weiteren Tieren rechnen. Wild ist häufig nicht allein unterwegs.

Riskante Ausweichmanöver können dagegen zusätzliche Gefahren schaffen – insbesondere durch Gegenverkehr, Bäume oder andere Hindernisse neben der Fahrbahn.

Wildunfall: Was Autofahrer anschließend tun sollten

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zusammenstoß, sollte zunächst die Unfallstelle abgesichert werden. Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen gehören zu den ersten Maßnahmen, soweit dies gefahrlos möglich ist.

Verletzte Personen haben selbstverständlich Vorrang. Bei Personenschäden oder einer akuten Gefahrensituation sollte unverzüglich der Notruf gewählt werden.

Ein verletztes Wildtier sollte nicht angefasst werden. Das Tier kann unter Schmerzen oder Stress unberechenbar reagieren. Auch ein scheinbar totes Tier sollte nicht einfach mitgenommen werden.

Für eine spätere Regulierung durch die Versicherung kann außerdem eine Dokumentation des Schadens wichtig sein. Fotos vom Fahrzeug und – soweit gefahrlos möglich – von der Unfallstelle können dabei hilfreich sein. Auch eine Bescheinigung über den Wildunfall kann für die Schadenabwicklung von Bedeutung sein.

Versicherungsschutz genau prüfen

Nach einem Wildunfall stellt sich schnell die Frage, wer für den Schaden am eigenen Fahrzeug aufkommt. Hier kommt es auf den bestehenden Versicherungsschutz und die konkreten Bedingungen des Versicherungsvertrags an.

Verbraucher sollten deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass jeder Zusammenstoß mit einem Tier gleichermaßen versichert ist. Gerade ältere Verträge können hinsichtlich der erfassten Tierarten Unterschiede enthalten.

Wer eine Kaskoversicherung besitzt, sollte in den Versicherungsbedingungen nach Begriffen wie „Haarwild“, „Tiere aller Art“ oder vergleichbaren Formulierungen suchen.

Auch die Dokumentation des Unfallhergangs ist wichtig. Schäden sollten möglichst zeitnah beim Versicherer gemeldet werden.

Herbst bedeutet erhöhte Aufmerksamkeit

Mehr als 18.000 Wildunfälle innerhalb eines Jahres allein in Schleswig-Holstein verdeutlichen die Dimension des Problems. Technische und infrastrukturelle Gegenmaßnahmen können helfen – vollständig verhindern lässt sich Wildwechsel auf Straßen jedoch nicht.

Für Autofahrer bleibt deshalb eine einfache Vorsichtsregel besonders wichtig: In gefährdeten Bereichen Geschwindigkeit reduzieren, den Fahrbahnrand beobachten und jederzeit damit rechnen, dass nach dem ersten Tier weitere folgen können.

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