Die Windpark Jeetze-Kahrstedt GmbH & Co. KG mit Sitz in Osterburg (Altmark) hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Die Zahlen zeigen eine deutlich verkürzte Bilanz, einen kräftigen Rückgang der Verbindlichkeiten und gleichzeitig einen höheren Bestand an liquiden Mitteln. Während das Sachanlagevermögen abschreibungsbedingt erheblich zurückgeht, steigt das Guthaben bei Kreditinstituten auf mehr als 2,1 Millionen Euro. Das Eigenkapital bleibt mit rund 1,93 Millionen Euro nahezu stabil. Gleichzeitig erhöht sich der ausgewiesene Bilanzgewinn auf knapp 1,18 Millionen Euro. Neben den bilanzierten Schulden bestehen allerdings weiterhin erhebliche finanzielle Verpflichtungen aus Wartungs-, Geschäftsbesorgungs- und Pachtverträgen.
Die Bilanzsumme der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 8.702.350,58 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 10.048.157,01 Euro. Innerhalb eines Jahres hat sich die Bilanzsumme damit um rund 1,35 Millionen Euro beziehungsweise 13,4 Prozent verringert. Ein wesentlicher Faktor für diesen Rückgang ist die Entwicklung des Sachanlagevermögens. Dieses sank von 7.415.255 Euro im Vorjahr auf 5.908.766 Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2025. Das entspricht einem Rückgang um rund 1,51 Millionen Euro beziehungsweise gut 20 Prozent.
Für einen Windpark ist das Sachanlagevermögen naturgemäß von besonderer Bedeutung, da die technischen Anlagen einen wesentlichen Teil des langfristig gebundenen Vermögens darstellen. Nach Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bewertet. Dabei legt die Gesellschaft betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zwischen zehn und 16 Jahren zugrunde. Der deutliche Rückgang des bilanzierten Sachanlagevermögens ist daher insbesondere vor dem Hintergrund dieser planmäßigen Abschreibungen zu betrachten. Aus den veröffentlichten Angaben lässt sich dagegen nicht ableiten, dass Vermögenswerte in entsprechender Größenordnung verkauft worden wären.
Während das Anlagevermögen deutlich zurückgeht, entwickelt sich die Liquidität positiv. Das Guthaben bei Kreditinstituten erhöhte sich von 1.943.348,94 Euro auf 2.133.242,20 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 190.000 Euro beziehungsweise rund 9,8 Prozent. Damit verfügte die Windparkgesellschaft zum Bilanzstichtag über liquide Mittel von mehr als 2,1 Millionen Euro. Bemerkenswert ist diese Entwicklung insbesondere deshalb, weil gleichzeitig die Verbindlichkeiten deutlich reduziert wurden.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände blieben dagegen weitgehend stabil. Sie gingen von 548.012,80 Euro auf 529.787,19 Euro zurück. Darin enthalten sind Forderungen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 15.365,04 Euro. Im Vorjahr waren es 17.033,98 Euro. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Forderungen zum Nominalwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken angesetzt. Einzel- und Pauschalwertberichtigungen wurden nicht vorgenommen.
Auf der Passivseite weist die Gesellschaft zum Jahresende ein Eigenkapital von insgesamt 1.930.198,66 Euro aus. Im Vorjahr waren es 1.950.909,46 Euro. Das Eigenkapital hat sich damit lediglich um rund 20.700 Euro beziehungsweise gut ein Prozent verringert. Innerhalb des Eigenkapitals sind allerdings größere Verschiebungen zu erkennen. Die Kapitalanteile der Kommanditisten gingen von 957.208,38 Euro auf 748.561,91 Euro zurück. Gleichzeitig erhöhte sich der ausgewiesene Bilanzgewinn von 993.701,08 Euro auf 1.181.636,75 Euro. Das entspricht einem Anstieg um knapp 188.000 Euro beziehungsweise rund 18,9 Prozent.
Dabei ist allerdings wichtig, den Bilanzgewinn nicht mit dem Jahresüberschuss gleichzusetzen. Aus den vorliegenden Angaben geht keine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung hervor. Deshalb lässt sich allein aus dem gestiegenen Bilanzgewinn nicht bestimmen, welchen Gewinn die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 tatsächlich erwirtschaftet hat. Ebenso fehlen Angaben zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, Strompreisen und operativen Kosten. Eine umfassende Beurteilung der Ertragskraft des Windparks ist auf Basis der veröffentlichten Bilanz und des Anhangs deshalb nicht möglich.
Interessant entwickelt sich die Eigenkapitalquote. Ende 2025 entsprechen die rund 1,93 Millionen Euro Eigenkapital etwa 22,2 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr lag die Quote rechnerisch bei rund 19,4 Prozent. Obwohl das Eigenkapital in absoluten Zahlen geringfügig zurückgegangen ist, verbessert sich damit die Eigenkapitalrelation. Ursache dafür ist vor allem die deutlich gesunkene Bilanzsumme.
Besonders auffällig ist der Rückgang der Verbindlichkeiten. Diese verringerten sich von 7.338.456,28 Euro Ende 2024 auf 6.054.748,46 Euro zum 31. Dezember 2025. Das entspricht einem Abbau von rund 1,28 Millionen Euro beziehungsweise 17,5 Prozent innerhalb eines Jahres. Von den verbliebenen Verbindlichkeiten sind rund 1,28 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 4,78 Millionen Euro weisen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren werden zum Jahresende 2025 nicht mehr ausgewiesen. Im Vorjahr hatten diese noch bei 955.125 Euro gelegen.
Ein großer Teil der Verbindlichkeiten ist besichert. Von insgesamt rund 6,055 Millionen Euro entfallen 6,049 Millionen Euro auf gesicherte Verpflichtungen. Als Sicherheiten werden Pfandrechte an beweglichen Sachen sowie Pfandrechte an übertragenen Rechten genannt. Die Finanzierung der Gesellschaft ist damit weiterhin in erheblichem Umfang durch Sicherheiten unterlegt.
Beim Vergleich der kurzfristigen Verbindlichkeiten mit den vorhandenen Bankguthaben zeigt sich eine interessante Relation. Den innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten von rund 1,28 Millionen Euro stehen Bankguthaben von rund 2,13 Millionen Euro gegenüber. Das ausgewiesene Bankguthaben liegt somit um rund 854.000 Euro über den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Zusätzlich verfügt die Gesellschaft über Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von knapp 530.000 Euro. Dies liefert einen positiven Hinweis auf die stichtagsbezogene Liquiditätsausstattung. Für eine vollständige Beurteilung wären allerdings zusätzliche Informationen über laufende Zahlungsströme und weitere Verpflichtungen erforderlich.
Auch die Rückstellungen gingen zurück. Sie beliefen sich Ende 2025 auf 443.450 Euro nach 469.183,29 Euro im Vorjahr. Darin enthalten sind unter anderem noch nicht veranlagte Gewerbesteuern für das Geschäftsjahr und das Vorjahr in Höhe von 52.000 Euro. Außerdem wurden passive latente Steuern auf Differenzen im Sachanlagevermögen von 187.000 Euro gebildet. Dabei legte die Gesellschaft einen effektiven Gewerbesteuersatz von 11,94 Prozent zugrunde.
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen erhebliche sonstige finanzielle Verpflichtungen. Aus Wartungs-, Geschäftsbesorgungs- und Pachtverträgen ergeben sich zukünftige Verpflichtungen von insgesamt 5,563 Millionen Euro. Davon sind 753.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 4,81 Millionen Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Verpflichtungen von 2,45 Millionen Euro reichen sogar über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren hinaus. Diese Beträge sind für die wirtschaftliche Betrachtung des Windparks wichtig, weil sie zukünftige finanzielle Belastungen darstellen, auch wenn sie nicht als Verbindlichkeiten in gleicher Weise auf der Passivseite der Bilanz erscheinen.
Insgesamt zeigt die Bilanz eine erkennbare Reduzierung der Fremdfinanzierung. Während das Eigenkapital nur geringfügig zurückging, wurden die Verbindlichkeiten um rund 17,5 Prozent reduziert. Ende 2024 entsprachen die Verbindlichkeiten rechnerisch ungefähr dem 3,76-Fachen des Eigenkapitals. Ende 2025 liegt diese Relation noch bei etwa dem 3,14-Fachen. Die Gesellschaft ist damit weiterhin in erheblichem Umfang fremdfinanziert, die bilanzielle Relation zwischen Fremd- und Eigenkapital hat sich jedoch verbessert.
Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung der Aktivseite. Das Sachanlagevermögen entspricht Ende 2025 rund 67,9 Prozent der gesamten Bilanzsumme, nachdem der Anteil im Vorjahr noch bei etwa 73,8 Prozent gelegen hatte. Das Bankguthaben macht inzwischen rund 24,5 Prozent der Bilanzsumme aus. Damit befindet sich zum Bilanzstichtag fast ein Viertel des ausgewiesenen Vermögens in Form von Guthaben bei Kreditinstituten.
Die Windpark Jeetze-Kahrstedt GmbH & Co. KG weist nach eigenen Angaben die Größenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft & Co. gemäß § 267 HGB auf. Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches erstellt. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Osterburg (Altmark) und ist beim Amtsgericht Stendal unter HRA 4687 eingetragen. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die SILUX Wind Verwaltungs GmbH, ebenfalls mit Sitz in Osterburg (Altmark), mit einem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro. Die Geschäfte wurden im Berichtsjahr durch Christoph Lüken und Alexander Wollin geführt. Der Jahresabschluss ist auf den 30. Januar 2026 datiert und wurde am 10. August 2026 festgestellt.
Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss 2025 eine Gesellschaft, deren Bilanz sich deutlich verkleinert hat, während sich mehrere finanzielle Kennzahlen verbessert haben. Besonders hervorzuheben ist der Rückgang der Verbindlichkeiten um rund 1,28 Millionen Euro auf noch 6,05 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg das Bankguthaben auf mehr als 2,13 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich rechnerisch von rund 19,4 auf 22,2 Prozent und der ausgewiesene Bilanzgewinn erhöhte sich auf knapp 1,18 Millionen Euro.
Nicht übersehen werden dürfen allerdings die langfristigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen von insgesamt rund 5,56 Millionen Euro. Außerdem lässt sich aus den veröffentlichten Bilanz- und Anhangangaben allein nicht beurteilen, wie profitabel der Windpark 2025 operativ gearbeitet hat. Dafür fehlen insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung sowie Angaben zu Umsätzen, Stromproduktion und laufenden Betriebskosten. Die Bilanz selbst liefert jedoch ein klares Bild: Der Windpark Jeetze-Kahrstedt hat seine Verbindlichkeiten deutlich reduziert, seine Liquidität erhöht und seine bilanzielle Eigenkapitalrelation verbessert.