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Verbotene Pestizide im Supermarkt: Foodwatch schlägt Alarm bei Reis, Tee und Gewürzen

moritz320 (CC0), Pixabay

Eigentlich sollen strenge EU-Regeln Verbraucher vor gefährlichen Pestiziden schützen. Doch eine aktuelle Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch zeigt nun: In zahlreichen Lebensmitteln aus europäischen Supermärkten wurden Rückstände von Pestiziden gefunden, die in der Europäischen Union längst verboten sind.

Besonders brisant: Vier Produkte überschritten sogar die gesetzlich zulässigen Grenzwerte.

Untersucht wurden insgesamt 64 Lebensmittel aus Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Im Fokus standen Reis, Tee und Gewürze – also Produkte, die in vielen Haushalten täglich verwendet werden.

Das Ergebnis sorgt für erhebliche Diskussionen: In zehn Produkten fanden die Tester insgesamt 30 Nachweise verbotener Pestizide.

Als besonders belastet gilt Paprikapulver. Laut Foodwatch wurde beim Produkt „Paprika Edelsüß Spezial“ von Kotányi die höchste Anzahl problematischer Rückstände festgestellt. Auch weitere Paprikaprodukte verschiedener Marken fielen negativ auf.

Doch nicht nur Gewürze stehen in der Kritik. Auch sämtliche getesteten Grünteesorten wiesen laut Untersuchung Rückstände nicht zugelassener Pestizide auf. Betroffen seien unter anderem Produkte von Twinings sowie Handelsmarken großer Supermarktketten.

Foodwatch spricht deshalb von einem „Pestizid-Bumerang“. Gemeint ist damit ein Problem, das Verbraucherschützer seit Jahren kritisieren: Pestizide, die in der EU verboten sind, dürfen teilweise weiterhin in Europa produziert und anschließend ins Ausland exportiert werden. Dort werden sie in der Landwirtschaft eingesetzt – und gelangen später über importierte Lebensmittel wieder zurück auf europäische Teller.

Kritiker sehen darin eine massive Lücke im Verbraucherschutz. Denn obwohl bestimmte Wirkstoffe wegen möglicher Gesundheits- oder Umweltgefahren in Europa nicht mehr erlaubt sind, tauchen ihre Rückstände über Umwege dennoch im Handel auf.

Die Organisation fordert deshalb strengere Importkontrollen und ein konsequenteres Vorgehen gegen belastete Produkte. Besonders bei Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte müsse schnell gehandelt werden.

Die Lebensmittelbranche verweist dagegen häufig darauf, dass Grenzwerte bereits große Sicherheitsreserven enthalten würden und ein einzelner Nachweis nicht automatisch eine akute Gesundheitsgefahr bedeute.

Dennoch sorgt die Untersuchung erneut für Unsicherheit bei Verbrauchern. Denn gerade Gewürze, Tee oder Reis gelten eigentlich als alltägliche Basisprodukte, bei denen viele Menschen kaum mit problematischen Rückständen rechnen.

Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem globaler Lieferketten: Viele Rohstoffe stammen aus Ländern mit deutlich anderen Pflanzenschutzregeln als in der EU. Eine lückenlose Kontrolle aller importierten Produkte gilt als schwierig.

Der Fall zeigt damit erneut den Konflikt zwischen globalem Lebensmittelhandel, günstigen Preisen und hohen europäischen Verbraucherschutzstandards. Während Verbraucher möglichst sichere Lebensmittel erwarten, geraten Kontrolle und Rückverfolgbarkeit internationaler Lieferketten zunehmend an ihre Grenzen.

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