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„Wir waren sehr froh über die Einladung“ – einziger Überlebender des Giftpilz-Mittagessens sagt vor Gericht aus

21967857 (CC0), Pixabay

Der einzige Überlebende eines tödlichen Mittagessens in Australien, bei dem ein mit giftigen Pilzen zubereitetes Beef Wellington serviert wurde, hat vor Gericht geschildert, wie er im Krankenhausflur in die Notaufnahme gerollt wurde – nachdem Ärzte den Ernst der Lage erkannten.

Pastor Ian Wilkinson, der das tragische Essen überlebte, erklärte am Dienstag vor Gericht, dass er und seine Ehefrau Heather sich „sehr über die Einladung zum Mittagessen“ bei Gastgeberin Erin Patterson gefreut hätten.

Doch das Essen endete in einer Tragödie: Heather Wilkinson, sowie Don und Gail Patterson – die Schwiegereltern der Angeklagten – starben. Ian Wilkinson überlebte schwer erkrankt nach sieben Wochen im Krankenhaus, davon drei Wochen auf der Intensivstation.

Erin Patterson steht wegen dreifachen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht. Sie plädiert auf nicht schuldig. Ihr Verteidiger erklärte, sie habe „in Panik gehandelt“, nachdem sie „unabsichtlich“ giftige Zutaten serviert habe.

Die Jury hörte, dass das Gericht aus Beef Wellington, Kartoffelpüree und grünen Bohnen bestand – und mit tödlich giftigen Knollenblätterpilzen zubereitet war.

Die zentrale Frage im Prozess ist, ob Patterson mit Tötungsabsicht handelte oder ob es sich um einen tragischen Unfall handelte.

Ian Wilkinson berichtete, dass Erin Patterson das Essen auf grauen Tellern anrichtete, während sie selbst von einem auffällig andersfarbigen, orange-braunen Teller aß. Seine Frau habe diesen Unterschied im Krankenhaus am Folgetag erwähnt.

Nach dem Essen habe sich bei ihm und seiner Frau in der Nacht starkes Erbrechen und Durchfall eingestellt. Erst wurde eine Lebensmittelvergiftung vermutet, doch am nächsten Morgen sei das Ehepaar plötzlich durch Pflegekräfte in die Notaufnahme gebracht worden. Ein Arzt habe dann von „vermuteter Pilzvergiftung“ gesprochen und erklärt, dass eine zeitkritische Behandlung nötig sei.

Auch der Ablauf des Essens wurde geschildert: Alle Gäste aßen ihre Portion vollständig, Don Patterson sogar einen Teil von Gails Portion mit. Erin Patterson selbst habe zwar gegessen, doch sei unklar, wie viel genau.

Erin Patterson saß während der Aussage emotionslos im Gerichtssaal. Die Verteidigung räumte ein, dass sie mehrfach gelogen habe, u. a. über eine angebliche Krebserkrankung, die sie beim Essen erwähnt hatte. Ian Wilkinson vermutete deshalb zunächst, dass das Mittagessen wegen dieses Gesprächs arrangiert worden war.

Die Einladung zum Essen sei von Heather Wilkinson in der Kirche angenommen worden. Im Tagebuch von Heather fand sich der Eintrag „Erin zum Mittagessen“ und die Notiz „Obst“, was auf das mitgebrachte Obsttablett hinwies.

Weitere Aussagen vor Gericht drehten sich um Erin Pattersons Online-Aktivitäten: In einem True-Crime-Forum schrieb sie über einen Dörrautomaten, in dem sie Pilze trocknete, und über das Verstecken von Pilzpulver in Speisen. Zudem hatte sie kurz vor dem Essen im Juli 2023 dort nach Tipps für die Zubereitung von Beef Wellington gefragt.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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