1. Finanzielle Stabilität und Kapitalstruktur
- Hochverschuldung mit minimalem Eigenkapital: Das Eigenkapital beträgt nur 200.000 EUR, während die Verbindlichkeiten bei 5,98 Mio. EUR liegen. Das ergibt eine Eigenkapitalquote von gerade einmal 3,2 %, was eine extrem hohe Abhängigkeit von Fremdfinanzierung bedeutet.
- Geringer Bilanzgewinn: Es wird kein Bilanzgewinn ausgewiesen, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen aktuell keine Überschüsse erwirtschaftet, die zur Schuldentilgung oder zur Stärkung des Eigenkapitals genutzt werden könnten.
- Erhöhte Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: Diese sind von 7.860 EUR (2022) auf 172.583 EUR (2023) gestiegen, was auf eine verstärkte interne Finanzierung hindeutet. Dies kann positiv sein, wenn es sich um zinsfreie Darlehen handelt, könnte aber auch Liquiditätsengpässe signalisieren.
2. Liquiditätslage und operative Stabilität
- Leicht verbesserte Liquidität: Der Kassenbestand ist von 378.151 EUR (2022) auf 537.495 EUR (2023) gestiegen, was kurzfristig eine solide finanzielle Flexibilität bietet.
- Leichter Rückgang des Anlagevermögens: Das Anlagevermögen sank von 5,76 Mio. EUR auf 5,50 Mio. EUR, was vermutlich auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen ist.
- Verbindlichkeiten über fünf Jahre: 3,99 Mio. EUR der Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von über fünf Jahren, was langfristig eine hohe Zinsbelastung bedeuten könnte.
3. Besicherung und Risiken
- Fast die gesamten Verbindlichkeiten sind gesichert: 5,67 Mio. EUR der Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Sicherheiten hinterlegt. Dies bedeutet, dass das Unternehmen kaum freie Vermögenswerte hat, die als zusätzliche Sicherheit für neue Finanzierungen dienen könnten.
- Rückstellungen gesunken: Rückstellungen sanken von 118.236 EUR (2022) auf 81.802 EUR (2023). Das kann auf eine Reduzierung von erwarteten Risiken hinweisen, aber auch darauf, dass mögliche Verpflichtungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
- Keine Beschäftigten: Das Unternehmen hat keine Angestellten, was darauf schließen lässt, dass alle operativen Tätigkeiten ausgelagert oder durch externe Dienstleister übernommen werden.
4. Bewertung aus Anlegersicht
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Positiv:
- Die kurzfristige Liquidität wurde leicht verbessert.
- Der Schuldenstand ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.
- Die Verbindlichkeiten sind langfristig strukturiert, sodass keine kurzfristigen Rückzahlungsspitzen drohen.
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Kritisch:
- Extrem niedrige Eigenkapitalquote: Das Unternehmen ist stark fremdfinanziert, was ein erhebliches Risiko darstellt.
- Hohe gesicherte Verbindlichkeiten: Fast alle Schulden sind besichert, was die finanzielle Flexibilität erheblich einschränkt.
- Steigende Gesellschafterverbindlichkeiten: Diese könnten auf interne Liquiditätsprobleme hindeuten.
- Keine operativen Rücklagen oder Gewinne: Das Unternehmen scheint derzeit nicht profitabel zu sein, was sich langfristig negativ auf die Finanzierungsmöglichkeiten auswirken kann.
5. Fazit
Die Windpark Jarrenwisch GmbH & Co. 11. Windkraft KG ist stark fremdfinanziert und zeigt eine sehr geringe Eigenkapitalbasis. Zwar ist die kurzfristige Liquidität verbessert, doch langfristig bleibt das Unternehmen hoch verschuldet und hat kaum finanziellen Spielraum.
Für Investoren stellt sich die Frage, ob das Unternehmen in den kommenden Jahren nachhaltige Gewinne erzielen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten steigende Finanzierungskosten oder unerwartete Belastungen schnell zu ernsthaften Problemen führen. Ohne eine Stärkung des Eigenkapitals bleibt das Risiko für Investoren hoch.