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Kritische, aber faire Analyse aus Anlegersicht: Windpark Schütting GmbH & Co. KG

tanrıca (CC0), Pixabay

1. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 % verringert (von 2,62 Mio. EUR auf 2,23 Mio. EUR). Dies deutet auf einen Kapitalabfluss oder eine Wertminderung hin. Besonders auffällig ist der Rückgang des Sachanlagevermögens um ca. 9 % (187.667 EUR), was vermutlich auf planmäßige Abschreibungen der Windkraftanlage zurückzuführen ist.

Das Umlaufvermögen hat sich um mehr als 50 % verringert (von 395.138 EUR auf 184.757 EUR). Insbesondere der Kassenbestand ging auf null zurück (Vorjahr: 142.863 EUR), was auf eine schwache Liquiditätslage hindeuten könnte. Diese Entwicklung könnte Anleger besorgen, da ein sinkender Kassenbestand die finanzielle Flexibilität des Unternehmens stark einschränken kann.

2. Kapitalstruktur & Finanzielle Stabilität

Das Eigenkapital ist um knapp 15 % gesunken (von 647.560 EUR auf 550.043 EUR), was die Eigenkapitalquote auf 24,7 % (Vorjahr: 24,7 %) konstant hält. Während eine Eigenkapitalquote unter 30 % in der Finanzwelt oft als kritisch betrachtet wird, bleibt sie hier stabil.

Gleichzeitig sind die Verbindlichkeiten um 16 % gesunken (von 1,82 Mio. EUR auf 1,53 Mio. EUR). Dies zeigt, dass Schulden abgebaut wurden, was grundsätzlich positiv ist. Die Hauptbelastung sind Bankverbindlichkeiten (1,49 Mio. EUR), die überwiegend langfristig sind. Die Besicherung durch die Windkraftanlage sowie durch künftige Einnahmen zeigt, dass die Bank stark in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens vertraut.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von 1,67 Mio. EUR könnten jedoch ein Risiko darstellen, da sie langfristige Bindungen für das Unternehmen schaffen.

3. Ertragslage

Ein Bilanzgewinn wurde nicht ausgewiesen, was darauf hindeutet, dass die Erträge entweder gering ausfielen oder durch Abschreibungen und Verbindlichkeiten aufgezehrt wurden. Hier fehlen genauere Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung, sodass keine präzise Aussage zur Profitabilität getroffen werden kann. Allerdings deutet der sinkende Eigenkapitalbestand darauf hin, dass keine Überschüsse erzielt wurden.

4. Risikoanalyse für Anleger

  • Sinkende Liquidität: Besonders die Reduktion der liquiden Mittel könnte die Handlungsfähigkeit des Unternehmens einschränken und zukünftige Investitionen erschweren.
  • Hohes Verschuldungsniveau: Trotz Schuldenabbaus sind 1,53 Mio. EUR an Verbindlichkeiten (davon 1,49 Mio. EUR gegenüber Banken) ein erheblicher Risikofaktor, insbesondere wenn der Betriebserfolg durch schwankende Strompreise oder technische Probleme gefährdet ist.
  • Langfristige finanzielle Verpflichtungen: Die laufenden Zahlungen für Pacht, Wartung und Betriebsführung summieren sich über Jahre hinweg zu erheblichen Belastungen, die die Rentabilität beeinträchtigen könnten.
  • Kein Gewinn: Da kein Gewinn ausgewiesen wird, gibt es aktuell keine Ausschüttungen oder Renditen für Anleger.

Fazit & Anlegerbewertung

Der Jahresabschluss zeigt eine stabile, aber finanziell angespannte Lage. Positiv ist der Schuldenabbau, jedoch deutet der Liquiditätsverlust auf mögliche Engpässe hin. Die langfristigen Verpflichtungen könnten zu Problemen führen, falls die Erträge aus dem Windpark nicht stabil bleiben.

Aus Anlegersicht stellt sich die Frage: Wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell? Ohne genaue Ertragszahlen bleibt unklar, ob die laufenden Einnahmen ausreichen, um die hohen finanziellen Verpflichtungen langfristig zu decken. Anleger sollten sich bewusst sein, dass es sich um ein hoch kapitalintensives und langfristiges Investment handelt, das stark von externen Faktoren wie Energiepreisen, staatlichen Förderungen und technischen Risiken abhängt.

Empfehlung: Aufgrund der angespannten Liquiditätslage und der unklaren Ertragskraft ist hier eine vorsichtige Bewertung angebracht. Wer langfristig investiert und bereit ist, Risiken einzugehen, sollte genau prüfen, ob das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet und wie sich die Einnahmesituation entwickelt.

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