Die Maßnahmen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Europäischen Zentralbank (EZB) im Bereich der Kreditvergabe können tatsächlich erhebliche Auswirkungen auf die Bautätigkeit und die Schaffung von neuem Wohnraum haben. Diese Regulierungsbehörden setzen Rahmenbedingungen fest, die Banken und Finanzinstitute bei der Vergabe von Krediten einhalten müssen. Diese Vorgaben können beispielsweise die Eigenkapitalanforderungen für Banken, die Bewertung von Kreditsicherheiten oder die Prüfung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern betreffen.
Verschärfte Bestimmungen können die Kreditvergabepraxis der Banken restriktiver gestalten. Dies kann zur Folge haben, dass weniger Kredite an Bauunternehmen und Bauträger vergeben werden oder die Konditionen für solche Kredite weniger attraktiv sind. Wenn Bauunternehmen und Bauträger schwerer oder nur zu ungünstigeren Bedingungen an Finanzierungen kommen, kann dies ihre Fähigkeit einschränken, neue Projekte zu starten oder bestehende Vorhaben auszuweiten. Dies kann wiederum dazu führen, dass weniger neuer Wohnraum geschaffen wird.
Große Bauunternehmen und Bauträger weisen darauf hin, dass die verschärften Kreditvergaberegeln ein Hauptgrund für die derzeitige Verlangsamung im Neubau von Wohnungen sind. Sie argumentieren, dass diese Regulierungen die Kosten für Projekte erhöhen und die Realisierung neuer Bauvorhaben verzögern oder sogar unrentabel machen können.
Es ist jedoch zu beachten, dass die Regulierungsbehörden mit diesen Maßnahmen auch das Ziel verfolgen, die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten und eine übermäßige Verschuldung zu vermeiden. Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zu finden, das sowohl die finanzielle Stabilität als auch das Wirtschaftswachstum, einschließlich der Bautätigkeit und der Schaffung von neuem Wohnraum, fördert.