Nach einer Corona-Infektion leiden viele Menschen unter den möglichen Langzeitfolgen von „Long Covid“. Die Diagnose und Behandlung dieses Krankheitsbildes sind jedoch äußerst komplex, da eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome auftreten kann. Ein Forscherteam aus Zürich hat nun im Blut von „Long Covid“-Patienten nach Biomarkern gesucht, um mehr Klarheit zu schaffen.
Die Wissenschaftler verglichen über sechseinhalbtausend verschiedene Proteine im Blut von „Long Covid“-Patienten mit dem Blut gesunder Menschen. Dabei identifizierten sie Proteine, die die Durchblutung und Immunreaktion steuern, sowie solche, die der Körper bei Abwehrreaktionen aktiviert. Prof. Dr. Andreas Stallmach, Leiter des Post-Covid-Zentrums am Universitätsklinikum Jena, erklärte, dass die Ergebnisse darauf hindeuten könnten, dass „möglicherweise eine entzündungsbedingte Durchblutungsstörung in kleinen Gefäßen bei Patienten mit ‚Post-Covid‘ vorliegt“. Dies könnte darauf hinweisen, dass ein Teil der Immunabwehr bei „Long Covid“-Patienten gestört ist.
Die gefundenen Biomarker könnten einen wichtigen Beitrag zur Diagnose von „Long Covid“ leisten, obwohl weitere Studien mit größeren Patientengruppen erforderlich sind, bevor Therapien entwickelt werden können. Prof. Stallmach betont, dass kurzfristig keine direkten Behandlungskonsequenzen zu erwarten sind, aber die identifizierten Biomarker könnten langfristig Hinweise darauf liefern, wo Wirkstoffe im Blut ansetzen könnten, um Therapien zu entwickeln.