Benjamin Kühn von acdada – Jetzt auch Lobbyist?

Selbstbewusst tritt der junge Mann auf (muss er als CEO auch), wie man der Beschreibung auf der Webseite bei adcada entnehmen kann. „Benjamin Kühn wurde 1996 in Rostock geboren und gehört mit seinem jungen Alter zu den jüngsten Geschäftsführern Deutschlands und fungiert zudem seit November 2018 als jüngstes Mitglied im bedeutsamen „Senat der Wirtschaft“, einer freiwillig geschlossenen Gemeinschaft zwischen Unternehmen und Entscheidungsträgern aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft sowie Gesellschaft mit dem Zweck, Politikern beratend zur Seite zu stehen.“

Der hier genannte Senat der Wirtschaft e.V. ist ein privater Lobbyisten-Verein nach deutschem Recht.

Die Gesellschaften der ADCADA Unternehmensgruppe

Herr Kühn hat in den letzten Jahren sein Firmenkonstrukt erheblich ausgeweitet. Genau so wie der Herr Kühn sind die Gesellschaften allerdings noch jung. Der Redaktion liegt ein Werbeflyer für Geldinvestitionen vor. Ob jeder, der den Flyer liest, das versteht? Irreführend könnte zudem folgende Angabe sein, in der von einem Zertifikat der Creditreform für eine Gesellschaft die Rede ist, welche eine besonders gute Bonität hat. Der im Prospekt genannte ehemalige Topmanager ist seinem Internetauftritt zufolge noch beruflich aktiv.

Ist die Geldanlage bei adcada sinnvoll für beide Seiten?

In Bezug auf das Geldanlagekonzept wird wie folgt geworben: „adcada.money Hypozins – von 2 % bis 5 % im Jahr

Anleger, die Wert auf bankübliche Sicherheiten legen, finden mit dem adcada.money Hypozins die richtige Anlagemöglichkeit. Sie erhalten mit der ADCADA Immobilienanlage die amtliche Eintragung einer erstrangigen Briefgrundschuld im Grundbuch von einer der ADCADA Bestandsimmobilien in Höhe von 110 % des Anlagebetrags.

adcada.money Festzins – von 5 % bis 8 % im Jahr Anleger, die bei Ihrer Geldanlage auf eine hohe attraktive Verzinsung mit bestmöglichen Sicherheiten setzen, finden mit dem adcada.money Festzins die beste Anlagemöglichkeit. Mit dieser ADCADA Unternehmensanlage profitieren Sie von einer 100 % erstrangigen Sicherheit.“

Die Rechtskonstruktion hier ist allerdings unklar (BaFin?, Prospektpflicht?). Soweit jetzt jeder Anleger (Projekt Hypozins) tatsächlich diese hohen Zinsen erhält und mittels Grundpfandrecht abgesichert sein soll, erscheint das Konzept kaufmännisch sinnlos für den Kreditnehmer. Bei solchen Sicherheiten wäre eine Bankfinanzierung kein Problem. Daher fragen wir uns natürlich, warum Herr Kühn nicht einfach zur nächsten Sparkasse geht und sich dort einen Kredit holt? Warum zahlt er so absurd hohe Zinsen?

Soweit die Geldanlage tiefer geprüft wird, fällt folgendes auf:

Keine deutsche Gesellschaft ist Schuldner (schon gar nicht die glänzend dastehende GmbH mit dem Topzertifikat der Creditreform) sondern die ADCADA International AG (Industriering 40, 9491 Ruggell, Liechtenstein, Telefon: 00423-3770 200, Telefax: 00423-3770 201, E-Mail: investor-relations[at]adcada[dot]li, www.adcada.li).

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