Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH – Eigenkapital sinkt um 40%

Die Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH wirbt auf ihrer Webseite mit einem Hinweis auf den Zentrum für europäischen Verbraucherschutz e.V. Ob der Verein wirklich dahintersteht, können wir nicht sagen. Was wir aber sagen können, ist, dass die Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH innerhalb eines Jahres rund 40% ihres Eigenkapitals verloren hat.

Nebenbei sind die Informationen, die man Interessenten auf der Webseite bietet, auch schon recht alt… (2012 ist nun schon sechs Jahre her):

„Die Policen Direkt-Gruppe wurde im Jahr 2003 mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet und ist Marktführer im Zweitmarkt für Lebensversicherungen in Deutschland und in Österreich.

Die Gruppe besteht aus der Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH und deren Tochtergesellschaft Frankfurter Fondsverwaltung GmbH, die beide in Frankfurt sitzen und der englischen Schwestergesellschaft European Policy Exchange Limited (EPEX) in London. Das Geschäftsmodell ist vorrangig die Vermittlung, der An- und Verkauf und die Verwaltung von deutschen und österreichischen Kapitalversicherungen. Die Gruppe beschäftigt rund 90 Mitarbeiter und verwaltet ein Bestandsvolumen an Versicherungen von rund 1 Mrd. Euro.

Deutschlandweit arbeiten rund 80 Prozent aller Sparkassen, hunderte Volks- und Raiffeisenbanken und viele tausend Versicherungsmakler und Berater aktiv mit Policen Direkt zusammen, um ihren Kunden den Verkauf von Policen und Fondsbeteiligungen, den Abschluss von Policendarlehen oder eine Investition im Zweitmarkt zu ermöglichen.

Im Jahr 2012 wurde die Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH erstmalig von der Stiftung Warentest in einem Lebensversicherungspolicen-Ankauf-Test als Testsieger mit dem „einzigsten Angebot über Rückkaufswert in einer Summe“ gekürt.“

Anbei die letzte Bilanz des Unternehmens:

Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Bilanz

AKTIVA

Gesamtjahr/Stand
Euro
Vorjahr
Euro
A. Anlagevermögen 652.507,08 574.995,87
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 72.569,93 44.701,65
II. Sachanlagen 122.245,16 112.602,23
III. Finanzanlagen 457.691,99 417.691,99
B. Umlaufvermögen 1.811.905,45 3.493.866,78
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 963.908,87 1.799.769,25
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 272.576,03 1.247.429,43
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 99.104,67 1.041.220,41
2. sonstige Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 256.644,51 257.229,27
3. sonstige Vermögensgegenstände 434.688,33 295.110,55
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 81.086,29 81.078,27
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 847.996,58 1.694.097,53
C. Rechnungsabgrenzungsposten 53.432,15 38.606,05
Summe Aktiva 2.517.844,68 4.107.468,70

PASSIVA

Gesamtjahr/Stand
Euro
Vorjahr
Euro
A. Eigenkapital 1.882.120,76 2.809.620,18
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 125.000,00 125.000,00
III. Gewinnvortrag/Verlustvortrag 1.659.620,18 2.282.622,19
IV. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 72.500,58 376.997,99
B. Rückstellungen 457.795,66 580.607,86
1. Steuerrückstellungen 89.860,00 90.784,00
2. Sonstige Rückstellungen 367.935,66 489.823,86
C. Verbindlichkeiten 177.928,26 717.240,66
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 46.980,42 47.119,21
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 68.909,91 578.391,63
3. sonstige Verbindlichkeiten 62.037,93 91.729,82
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr 62.037,93 91.729,82
Summe Passiva 2.517.844,68 4.107.468,70

Anhang

Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH

I. Allgemeine Bemerkungen

1. Allgemeines

Die Gesellschaft ist eine kleine Gesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 wurde auf der Grundlage der Rechnungs-legungsvorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der ergänzenden

Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG), des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG), Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) und des Gesellschaftsvertrages aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Änderungen in der Bilanzierung und in den Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr nicht vorgenommen worden.

Unter den immateriellen Vermögenswerten wird sowohl entgeltlich erworbene Software als auch selbst erstellte Software ausgewiesen. Diese immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um kumulierte Abschreibungen angesetzt.

Die immateriellen Vermögenswerte werden zeitanteilig linear abgeschrieben. Dabei wird eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der entgeltlich erworbenen Software von drei bis fünf Jahren angenommen. Die selbst erstellte Software unterliegt einer Abschreibungsdauer von vier Jahren.

Unter die Kategorie der Sachanlagen fallen materielle Vermögenswerte, die dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr zu dienen. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen angesetzt. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten enthalten alle direkt zurechenbaren Kosten, die notwendig sind, um den Vermögenswert in den erforderlichen, vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Abschreibungen werden nach der linearen Methode über die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte berechnet, die für Betriebs- und Geschäftsausstattung im Wesentlichen drei bis fünf Jahre sowie für Büromöbel und Einrichtungsgegenstände 13 Jahre beträgt.

Finanzierungskosten werden in die Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht einbezogen.

Für die per 1. Januar 2010 erworbene Gesellschaft Frankfurter Fondsverwaltung GmbH (kurz: FFV) wurde im Geschäftsjahr eine nachträgliche Kaufpreiserhöhung in Höhe von EUR 40.000 fällig.

Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- und Herstellungskosten von weniger als 1.000 EUR und mehr als 150 EUR werden auf einen Sammelposten gebucht, der pro Jahr pauschal mit 20% abgeschrieben wird. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- und Herstellungskosten von weniger als 150 EUR werden im Anschaffungsjahr vollständig abgeschrieben.

Ergebnisse aus Verkäufen des Anlagevermögens werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „sonstige betriebliche Erträge“ bzw. „sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst. Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Erneuerungen und Verbesserungen werden aktiviert und separat abgeschrieben, wenn die Ansatzkriterien erfüllt sind.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die flüssigen Mittel wurden unter Beachtung des Grundsatzes der Einzelbewertung zum Nennwert oder dem niedrigeren Marktwert aktiviert. Bei den Forderungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Sie wurden in Höhe der erwarteten Inanspruchnahme gebildet.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß Paragraph 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

II. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten des Jahresabschlusses

1. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens haben wir in einem Anlagespiegel zusammengestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderung in Höhe von Euro 81.086,29 hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Eigenkapital

Das Stammkapital in Höhe von EUR 25.000,00 ist voll eingezahlt.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von Euro 367.935,66 sind für Personalrückstellungen, Rechts- und Beratungskosten und sonstige Aufwendungen gebildet worden.

Verbindlichkeiten

Alle ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

2. Sonstige Angaben

Ergebnisabführungsvertrag

Per 1. Januar 2012 wurde mit der Tochtergesellschaft Frankfurter Fondsverwaltung GmbH ein Ergebnisübernahmevertrag abgeschlossen.

Konzernabschluss

Die Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH wurde mit Wirkung zum 15. Juni 2016 in Form einer Sachdividende an die Gesellschafter der European Policy Exchange Limited ausgeschüttet. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der neuen Muttergesellschaft, der Policen Direkt GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, einbezogen.

Mitglieder der Organe (§285 Nr. 10 HGB)

Alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Berichtszeitraum

Max Ahlers,

Dr. Nikolai Dördrechter,

Simon Nörtersheuser,

Sebastian Siebert

Zahl der Mitarbeiter

Zum Bilanzstichtag beschäftigte die Gesellschaft 42 Mitarbeiter und 4 Geschäftsführer. Im Jahresdurchschnitt waren inkl. Geschäftsführer 44 Mitarbeiter beschäftigt.

Auf die Angaben zu den §§ 285 Nr. 19 und 21 HGB wird gem. §288 (1) HGB verzichtet.

Frankfurt am Main, den 20. April 2017

gez. Die Geschäftsführung

Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses erfolgte am: 20. April 2017

Kommentar hinterlassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.