Wir haben in den letzten Monaten sehr ausführlich und kritisch zum Leipziger Unternehmen Unister berichtet. Unister das einstige Internet- Vorzeigeunternehmen kommt seit Jahren nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus. Dazu beigetragen hat nicht nur mögliches rechtliches Fehlverhalten der Geschäftsführung in einigen Bereichen, sondern auch der Streit unter den Gesellschaftern Kirchof und Wagner untereinander. Kirchof und Wagner sind die Macher des Unternehmens Unister. Kirchof hatte vor nicht allzulanger Zeit seine Anteile an der Unister Holding, an Steffen Göpel vom Unternehmen GRK Holding verkauft (übertragen).Nun gibt es offenbar eine neue Entwicklung beim Unternehmen Unister in Leipzig. Thomas Wagner, 40% Gesellschafter der Unister Holding GmbH, macht seinem Frust in einem Schreiben an die anderen Gesellschafter Luft. Das berichtet zumindest das Handelsblatt in seiner aktuellen Ausgabe vom heutigen Tage.
Wagner wirft hier seinen Mitgesellschaftern vor, „dass seit längerer Zeit erhebliche Aufwendungen getätigt würden, um Mitarbeiter, Gesellschafter und Geschäftspartner in rechtswidriger Weise mit geheimdienstlichen Methoden überwachen zu lassen. Starker Tobak den Wagner dort von sich gibt. Starker Tobak, der sicherlich nicht ohne Reaktion bleiben wird. Wie dramatisch die wirtschaftliche Situation beim Unternehmen Uister möglicherweise ist bzw. sich entwickelt haben könnte, darüber hatte das Handelsblatt bereits im letzten Jahr berichtet. Nach damaligen Angaben des Handelsblattes sahen Wirtschaftsprüfer sogar die Gefahr der „bilanziellen Überschuldung“. Seit diesem Bericht des Handelsblattes sollen die Verbindlichkeiten sogar noch gestiegen sein. Ende September des Jahres 2014 sollen es 85 Millionen Euro gewesen sein. Ein Sprecher des Unternehmens Unister wies diese Zahl jedoch zurück. Die Information selber soll aus einem Schriftverkehr der Gesellschafter untereinander stammen.
Lange war auch darüber spekuliert worden, „ob es einen Investor gibt der in das Unternehmen einsteigt“. Hier waren sowohl der Axel Springer Verlag als auch Pro7 im Gespräch. Das hat sich aber wohl mittlerweile „zerschlagen“, was nun die Frage auf- werfen könnte, „wie das Unternehmen Unister die nächsten Monate wirtschaftlich überlebt“. Problem für Unister soll auch sein, dass ein großer Teil der Kredite in den nächsten Wochen und Monaten fällig werden sollen. Ob Unister dafür eine Lösung hat, wird sich dann herausstellen. Es sind sicherlich auch keine guten Nachrichten für den Mitgesellschafter Steffen Göpel, dessen Kerngeschäft eigentlich Immobilien sind mit seinem Unternehmen GRK Holding. Göpel gerät hier in Gefahr, dass nicht nur das sein erfolgreiches Image angekratzt wird, sondern auch dass sein Image dadurch nachhaltig beschädigt wird. Möglicherweise ist Steffen Göpel aber auch das einzige Mitglied der Gesellschafterriege der Unister Holding, der in der Lage ist, hier kaufmännisch vernünftige Entscheidungen zu treffen o h n e persönliche Emotionen. Man kann nur hoffen, dass das Unternehmen Unister aus diesem gefährlichen Fahrwasser wieder herauskommt, möglicherweise das nur mit neuen Gesellschaftern.