Die BVT Windpark Flomborn/Stetten GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine Gesellschaft, die weiterhin Gewinne erwirtschaftet und ihre Bankverbindlichkeiten deutlich reduziert hat. Gleichzeitig sind die Umsatzerlöse und der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr spürbar zurückgegangen.
Besonders auffällig: Der Jahresüberschuss sank von rund 513.876 Euro im Jahr 2024 auf rund 301.186 Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang von etwa 41,4 Prozent.
Die Umsatzerlöse gingen um rund 9,7 Prozent zurück. Zugleich verringerte sich die Bankverschuldung um rund 1,35 Millionen Euro.
Für Anleger und Kommanditisten ergibt sich damit ein differenziertes Bild. Während die Gesellschaft weiterhin profitabel arbeitet und Kredite zurückführt, zeigen die Zahlen auch die Bedeutung laufender Betriebskosten, hoher Abschreibungen und langfristiger Verpflichtungen.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.878.400 € | 3.185.881 € |
| Jahresüberschuss | 301.186 € | 513.876 € |
| Eigenkapital | 2.777.208 € | 2.985.760 € |
| Bankverbindlichkeiten | 5.403.480 € | 6.754.360 € |
| Gesamte Verbindlichkeiten | 5.646.540 € | 6.999.369 € |
| Bankguthaben | 1.980.108 € | 2.149.358 € |
| Bilanzsumme | 8.839.908 € | 10.652.365 € |
Die Bilanzsumme verringerte sich um rund 17 Prozent.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Gesellschaft einen wesentlichen Teil ihres Anlagevermögens über planmäßige Abschreibungen bilanziell reduziert.
Ein Rückgang der Bilanzsumme bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Vermögenswerte verkauft wurden oder die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im gleichen Umfang gesunken ist.
Umsatzerlöse gehen um rund 307.000 Euro zurück
Die Umsatzerlöse der BVT Windpark Flomborn/Stetten GmbH & Co. KG beliefen sich 2025 auf 2.878.400,44 Euro.
Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch 3.185.880,88 Euro erzielt.
Damit gingen die Erlöse um 307.480,44 Euro beziehungsweise rund 9,7 Prozent zurück.
Aus dem veröffentlichten Jahresabschluss geht nicht hervor, welche konkreten Ursachen hinter dem Umsatzrückgang stehen.
Bei Windenergieprojekten können unter anderem die tatsächlichen Windverhältnisse, die erzeugte Strommenge, technische Verfügbarkeiten und die erzielten Vergütungen eine Rolle spielen.
Welche dieser Faktoren die Geschäftsentwicklung des Windparks Flomborn/Stetten beeinflusst haben, lässt sich anhand der vorliegenden Zahlen jedoch nicht bestimmen.
Für eine weitergehende Bewertung wären insbesondere Angaben zur Stromproduktion, zur Anlagenverfügbarkeit und zu den erzielten Strompreisen erforderlich.
Jahresüberschuss sinkt deutlich
Noch stärker als die Umsatzerlöse ging der Jahresüberschuss zurück.
Nach einem Gewinn von 513.875,52 Euro im Jahr 2024 erwirtschaftete die Gesellschaft 2025 einen Überschuss von 301.185,72 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 212.689,80 Euro.
Trotz dieser Entwicklung bleibt festzuhalten, dass die Gesellschaft auch 2025 einen positiven Jahresabschluss vorgelegt hat.
Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt zugleich, welche Kostenpositionen das Ergebnis beeinflussen.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich auf rund 1,56 Millionen Euro und lagen damit nahezu auf dem Vorjahresniveau.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen erhöhten sich leicht von rund 408.820 Euro auf rund 414.288 Euro.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen dagegen von rund 555.048 Euro auf rund 536.465 Euro zurück.
Auch die Zinsaufwendungen verringerten sich.
Sie sanken von rund 183.913 Euro auf rund 154.922 Euro.
Die rückläufigen Finanzierungskosten konnten den Rückgang der Umsatzerlöse jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Bankverbindlichkeiten um 1,35 Millionen Euro reduziert
Ein wesentlicher positiver Aspekt des Jahresabschlusses ist die Verringerung der Bankverschuldung.
Zum 31. Dezember 2025 bestanden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 5.403.480 Euro.
Ein Jahr zuvor waren es noch 6.754.360 Euro gewesen.
Die Differenz beträgt exakt 1.350.880 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von rund 20 Prozent.
Die Gesellschaft hat damit ihre bilanzierten Bankverbindlichkeiten deutlich reduziert.
Für die wirtschaftliche Stabilität eines kapitalintensiven Windenergieprojekts ist die Entwicklung der Fremdfinanzierung von besonderer Bedeutung.
Sinkende Kreditverbindlichkeiten können die künftige Zins- und Tilgungsbelastung verringern.
Allerdings ist entscheidend, wie sich die verbleibenden Rückzahlungsverpflichtungen über die nächsten Jahre verteilen.
Bereits 2026 werden 1,35 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten fällig
Der Verbindlichkeitenspiegel zeigt, dass von den Bankverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag 1.350.880 Euro innerhalb eines Jahres fällig waren.
Weitere 4.052.600 Euro hatten eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren wurden nicht ausgewiesen.
Insgesamt beliefen sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten auf rund 1,59 Millionen Euro.
Dem standen zum Jahresende Bankguthaben von rund 1,98 Millionen Euro sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 622.846 Euro gegenüber.
Rechnerisch überstiegen die ausgewiesenen kurzfristigen Vermögenswerte damit die kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Allerdings lässt sich aus dieser Gegenüberstellung nicht abschließend beurteilen, welche Bankguthaben tatsächlich uneingeschränkt verfügbar waren.
Der Jahresabschluss nennt ausdrücklich Sicherungsvereinbarungen zugunsten der finanzierenden Bank.
Für die Beurteilung der Liquidität sind deshalb neben den bilanzierten Beträgen auch die vertraglichen Verfügungsbeschränkungen und die laufenden Zahlungseingänge relevant.
Volksbank Alzey-Worms verfügt über umfangreiche Sicherheiten
Die Bankfinanzierung ist nach den Angaben im Anhang umfassend besichert.
Der Jahresabschluss verweist auf einen Darlehensvertrag mit der Volksbank Alzey-Worms eG vom März beziehungsweise April 2023.
Zu den genannten Sicherheiten gehören unter anderem die Abtretung von Ansprüchen aus Projektverträgen, die Verpfändung bestimmter Bankguthaben und die Sicherungsübereignung der fünf Windenergieanlagen einschließlich zugehöriger Einrichtungen.
Darüber hinaus beschreibt der Anhang weitere Sicherungsrechte, die im Zusammenhang mit einer früheren Commerzbank-Finanzierung standen.
Diese Finanzierung wurde nach den Angaben im Abschluss bereits im Vorjahr durch ein Hausbankdarlehen bei der Volksbank Alzey-Worms abgelöst.
Die Sicherheitenstruktur ist für Anleger besonders relevant.
Sie zeigt, dass die finanzierende Bank über vertraglich vereinbarte Sicherungsrechte an wesentlichen Vermögenswerten beziehungsweise Ansprüchen des Windparkprojekts verfügt.
Im Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten kann die Rangfolge der Gläubiger darüber entscheiden, welche Ansprüche aus vorhandenen Vermögenswerten befriedigt werden können.
Für Kommanditisten besteht grundsätzlich ein anderes Risikoprofil als für besicherte Kreditgeber.
Eigenkapital sinkt trotz positivem Jahresüberschuss
Das ausgewiesene Eigenkapital verringerte sich von rund 2,99 Millionen Euro auf rund 2,78 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 208.552,99 Euro.
Auf den ersten Blick erscheint diese Entwicklung bemerkenswert, da die Gesellschaft gleichzeitig einen Jahresüberschuss von rund 301.186 Euro erzielt hat.
Die Erklärung liegt in der Eigenkapitalstruktur und der Entwicklung der Verrechnungskonten.
Die festen Kapitalkonten der Kommanditisten blieben unverändert.
Das feste Kapitalkonto I betrug weiterhin 6,1 Millionen Euro, das feste Kapitalkonto II 4,015 Millionen Euro.
Auch das Agio von 305.000 Euro blieb unverändert.
Das Verrechnungskonto wies dagegen zum Jahresende einen negativen Saldo von 7.955.354,10 Euro auf.
Im Vorjahr hatte der negative Saldo 7.746.801,11 Euro betragen.
Der Jahresüberschuss wurde laut Gewinn- und Verlustrechnung dem Verrechnungskonto gutgeschrieben.
Aus den vorliegenden Angaben allein lässt sich allerdings nicht vollständig nachvollziehen, welche einzelnen Buchungen zur Veränderung des Verrechnungskontos und damit des Eigenkapitals geführt haben.
Insbesondere sollten aus dieser Veränderung keine konkreten Ausschüttungen an Anleger abgeleitet werden, ohne die entsprechenden Kontenbewegungen beziehungsweise Gesellschafterinformationen einzusehen.
Eigenkapitalquote steigt auf rund 31,4 Prozent
Trotz des absoluten Rückgangs des Eigenkapitals verbesserte sich die rechnerische Eigenkapitalquote.
Sie stieg von rund 28,0 Prozent im Jahr 2024 auf rund 31,4 Prozent im Jahr 2025.
Der Grund liegt darin, dass die Bilanzsumme stärker zurückging als das ausgewiesene Eigenkapital.
Die höhere Eigenkapitalquote kann als Hinweis auf eine veränderte Finanzierungsstruktur verstanden werden.
Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich sämtliche wirtschaftlichen Risiken reduziert haben.
Bei Windparkgesellschaften müssen insbesondere die verbleibenden Kreditverpflichtungen, die langfristigen Betriebskosten und die künftigen Stromerlöse berücksichtigt werden.
Fünf Windenergieanlagen als wesentliche Vermögenswerte
Das Anlagevermögen der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2025 auf rund 6,11 Millionen Euro.
Den größten Anteil bildeten technische Anlagen und Maschinen mit einem Buchwert von 5.929.122 Euro.
Der Vorjahreswert hatte noch bei 7.442.939 Euro gelegen.
Der Rückgang ist wesentlich durch die planmäßigen Abschreibungen geprägt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung weist Abschreibungen auf Sachanlagen von rund 1,56 Millionen Euro aus.
Diese Abschreibungen mindern das handelsrechtliche Ergebnis, führen aber nicht im gleichen Zeitpunkt zu entsprechenden Auszahlungen.
Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Windparks ist daher neben dem Jahresüberschuss insbesondere der operative Zahlungsüberschuss von Bedeutung.
Eine vollständige Kapitalflussrechnung liegt in dem übermittelten Abschluss nicht vor.
Langfristige Pacht- und Wartungsverpflichtungen
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen erhebliche sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Die Gesellschaft hat langfristige Pachtverträge abgeschlossen, deren Laufzeit mindestens bis 2038 reicht.
Daraus ergeben sich nach den Angaben im Anhang jährliche Mindestverpflichtungen von 336.000 Euro.
Die insgesamt ausgewiesenen Mindestverpflichtungen aus diesen Verträgen betragen 4.368.000 Euro.
Hinzu kommt ein Wartungsvertrag mit einer Laufzeit bis 2028.
Hieraus ergeben sich jährliche Mindestzahlungen von 270.445 Euro.
Zum 31. Dezember 2025 belief sich die verbleibende Mindestverpflichtung aus dem Wartungsvertrag auf 811.385 Euro.
Zusammen ergeben sich damit aus den genannten Pacht- und Wartungsverträgen Mindestverpflichtungen von rund 5,18 Millionen Euro.
Diese Beträge sind nicht mit sofort fälligen Schulden gleichzusetzen.
Sie verteilen sich auf zukünftige Vertragsperioden.
Dennoch beeinflussen sie die langfristige Wirtschaftlichkeit des Projekts.
Besonders relevant ist, dass die tatsächlichen Wartungsvergütungen nach den Vertragsbedingungen höher ausfallen können, wenn sich aufgrund der erzeugten und vergüteten elektrischen Arbeit eine höhere Berechnungsgrundlage ergibt.
Was bedeutet der Abschluss für Kommanditisten?
Bei der BVT Windpark Flomborn/Stetten GmbH & Co. KG handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft, deren Eigenkapital wesentlich durch die Kapitalanteile der Kommanditisten geprägt ist.
Für Anleger ist deshalb nicht allein der ausgewiesene Jahresgewinn entscheidend.
Wichtige Fragen betreffen insbesondere die künftige Ertragskraft, die Liquidität und die Ausschüttungsmöglichkeiten.
Der positive Jahresüberschuss von rund 301.186 Euro zeigt, dass die Gesellschaft im Jahr 2025 handelsrechtlich profitabel war.
Gleichzeitig bleibt die Rückzahlung der Bankverbindlichkeiten eine wesentliche finanzielle Verpflichtung.
Hinzu kommen langfristige Pacht- und Wartungsverträge.
Aus einem positiven Jahresüberschuss folgt nicht automatisch, dass entsprechende Beträge an Kommanditisten ausgeschüttet werden können.
Ausschüttungen hängen unter anderem von der Liquiditätslage, den gesellschaftsvertraglichen Regelungen und den Anforderungen der Kreditfinanzierung ab.
Der vorliegende Jahresabschluss enthält keine ausreichenden Informationen, um eine konkrete zukünftige Ausschüttungshöhe vorherzusagen.