Eine ehemalige Mitarbeiterin des Kölner Ausländeramtes soll eine mutmaßliche Schleusergruppe bei der Beschaffung von Aufenthaltserlaubnissen unterstützt haben. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat gegen insgesamt vier Personen Anklage erhoben.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, gegen Bezahlung indischen Staatsangehörigen zu einem Aufenthaltsrecht in Deutschland verholfen zu haben. Dazu sollen Scheinehen mit EU-Bürgerinnen, insbesondere auf Zypern, organisiert worden sein.
Die frühere Behördenmitarbeiterin soll ihre Fachkenntnisse genutzt haben, um die Beschaffung der Aufenthaltserlaubnisse zu erleichtern. Sie und ihr Ehemann wurden bereits im Dezember 2025 festgenommen.
Die Stadt Köln bestätigte, dass sie die nach ihrer Prüfung rechtswidrig erteilten Aufenthaltstitel inzwischen aufgehoben habe. Weitere Beschäftigte des Ausländeramtes stehen nach Angaben der Stadt nicht unter entsprechendem Verdacht.
Das Landgericht Darmstadt prüft derzeit, ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird. Eine Verhandlung könnte frühestens im Februar 2027 beginnen.
Für alle vier Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Ob sie tatsächlich Straftaten begangen haben, ist bislang gerichtlich nicht geklärt.
Fazit
Der Fall zeigt, wie wichtig wirksame Kontrollen bei der Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen sind. Die Stadt Köln hat nach eigenen Angaben zusätzliche Maßnahmen zur Überprüfung auffälliger Vorgänge ergriffen.
Ob sich die strafrechtlichen Vorwürfe bestätigen, bleibt dem weiteren Gerichtsverfahren vorbehalten.