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Trianel Windpark Grünberg: Eigenkapital halbiert sich – Gesellschafterverbindlichkeiten steigen auf 2,69 Millionen Euro

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Trianel Windpark Grünberg GmbH & Co. KG mit Sitz in Aachen weist für 2024 eine Bilanzsumme von 12.184.436,59 Euro aus.

Im Vorjahr waren es noch 12.858.308,57 Euro.

Damit schrumpfte die Bilanz innerhalb eines Jahres um 673.871,98 Euro beziehungsweise rund 5,2 Prozent.

Hinter diesem vergleichsweise moderaten Rückgang stehen jedoch erhebliche Veränderungen auf der Passivseite.

Eigenkapital fällt um 53,5 Prozent

Besonders deutlich ist der Rückgang des Eigenkapitals.

Ende 2023 hatte die Gesellschaft noch 3.236.240,15 Euro Eigenkapital ausgewiesen. Ende 2024 waren es lediglich 1.504.634,86 Euro.

Damit verringerte sich das Eigenkapital um 1.731.605,29 Euro beziehungsweise rund 53,5 Prozent.

Auch die rechnerische Eigenkapitalquote ging entsprechend stark zurück.

2023 machten die 3,24 Millionen Euro Eigenkapital rund 25,2 Prozent der Bilanzsumme aus.

Ende 2024 waren es nur noch rund 12,3 Prozent.

Damit hat sich die Eigenkapitalquote innerhalb eines Jahres rechnerisch ungefähr halbiert.

Das ist eine erhebliche Veränderung der Bilanzstruktur. Aus ihr allein lässt sich allerdings weder eine Zahlungsunfähigkeit noch eine Überschuldung oder sonstige Bestandsgefährdung ableiten.

Der Jahresabschluss wurde ausdrücklich unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Rücklagen sinken um 1,22 Millionen Euro

Der Blick auf die Zusammensetzung des Eigenkapitals zeigt einen erheblichen Rückgang der Rücklagen.

Diese verminderten sich von 2.702.543,35 Euro auf 1.479.634,86 Euro.

Die Differenz beträgt 1.222.908,49 Euro beziehungsweise rund 45,3 Prozent.

Die Kapitalanteile der Kommanditisten blieben dagegen unverändert bei 25.000 Euro.

Warum die Rücklagen um mehr als 1,2 Millionen Euro zurückgingen, wird in den vorliegenden Angaben nicht erläutert.

Deshalb sollte aus der Veränderung insbesondere nicht ohne weitere Informationen auf eine Ausschüttung oder einen anderen konkreten gesellschaftsrechtlichen Vorgang geschlossen werden.

Wie hoch war der Gewinn 2024?

Eine entscheidende Information lässt sich aus der vorliegenden Bilanz nicht zuverlässig entnehmen.

Für 2023 wird ein Jahresüberschuss von 508.696,80 Euro ausgewiesen.

In der entsprechenden Position für 2024 steht dagegen kein Betrag.

Gleichzeitig wird für 2024 ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust von 0,00 Euro angegeben.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Windpark 2024 weder Gewinn noch Verlust gemacht hat.

Jahresüberschuss und Bilanzgewinn sind unterschiedliche Größen. Aus dem Bilanzgewinn von null Euro kann daher nicht ohne weitere Angaben auf ein Jahresergebnis von null Euro geschlossen werden.

Der tatsächliche Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag 2024 bleibt anhand der hier vorliegenden Veröffentlichung offen.

Verbindlichkeiten steigen auf 10,40 Millionen Euro

Während das Eigenkapital deutlich zurückging, nahmen die Verbindlichkeiten zu.

Sie erhöhten sich von 9.283.776,24 Euro auf 10.398.875,17 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 1.115.098,93 Euro beziehungsweise rund 12,0 Prozent.

Damit entsprechen die bilanzierten Verbindlichkeiten zum Jahresende rechnerisch rund 85,3 Prozent der Bilanzsumme.

Im Vorjahr waren es noch rund 72,2 Prozent.

Die Fremdfinanzierung besitzt damit zum Bilanzstichtag ein deutlich höheres Gewicht als ein Jahr zuvor.

Gesellschafterverbindlichkeiten nahezu vervierfacht

Besonders auffällig ist, woher ein wesentlicher Teil des Anstiegs stammt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern erhöhten sich von 695.000 Euro auf 2.694.000 Euro.

Das ist ein Zuwachs um 1.999.000 Euro beziehungsweise rechnerisch rund 287,6 Prozent.

Der Betrag liegt damit fast beim Vierfachen des Vorjahreswertes.

Die Gesellschafterverbindlichkeiten machen inzwischen rund 25,9 Prozent sämtlicher bilanzierten Verbindlichkeiten aus.

Der Abschluss erläutert allerdings nicht, aus welchen konkreten Vorgängen diese Verbindlichkeiten entstanden sind, gegenüber welchen Gesellschaftern sie bestehen, welche Laufzeiten gelten oder ob beziehungsweise wie sie verzinst werden.

Der starke Anstieg ist deshalb bilanziell auffällig, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben aber nicht weiter bewerten.

Kurzfristige Fälligkeiten mehr als verdoppelt

Auch bei den Laufzeiten hat sich die Struktur deutlich verschoben.

Ende 2023 waren Verbindlichkeiten von 1.582.484,24 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Ende 2024 waren es 3.468.827,17 Euro.

Das ist ein Anstieg um 1.886.342,93 Euro beziehungsweise rund 119 Prozent.

Der kurzfristig fällige Betrag hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Gleichzeitig gingen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr von 7.701.292 Euro auf 6.930.048 Euro zurück.

Auch die Verbindlichkeiten mit mehr als fünf Jahren Restlaufzeit sanken: von 4.616.316 Euro auf 3.845.072 Euro.

Die Bilanz zeigt damit eine deutliche Verschiebung hin zu kurzfristigeren Fälligkeiten.

Bankverbindlichkeiten werden zurückgeführt

Während die Gesamtverbindlichkeiten gestiegen sind, gingen die besicherten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurück.

Sie lagen 2024 bei 7,701 Millionen Euro, nach 8,473 Millionen Euro im Vorjahr.

Das entspricht einer Abnahme um 772.000 Euro beziehungsweise rund 9,1 Prozent.

Für die Darlehensverbindlichkeiten wurden nach Angaben der Gesellschaft umfangreiche Sicherheiten gestellt.

Die Windkraftanlagen wurden sicherungsübereignet. Zusätzlich wurden liquide Mittel verpfändet.

Daraus folgt allerdings nicht, dass eine Verwertung der Sicherheiten bevorsteht. Die Angaben dokumentieren zunächst die Besicherung der bestehenden Finanzierung.

Bankguthaben bleibt mit 2,76 Millionen Euro stabil

Auf der Aktivseite fällt auf, dass sich der Bankbestand trotz der erheblichen Veränderungen auf der Passivseite kaum verändert hat.

Die liquiden Mittel stiegen leicht von 2.736.315,03 Euro auf 2.759.605,48 Euro.

Das entspricht einem Plus von lediglich 23.290,45 Euro beziehungsweise rund 0,9 Prozent.

Allerdings weist die Gesellschaft ausdrücklich darauf hin, dass liquide Mittel im Rahmen der Darlehensfinanzierung verpfändet wurden.

Welcher Betrag davon betroffen ist, wird nicht angegeben.

Deshalb können die 2,76 Millionen Euro nicht ohne Weiteres vollständig als frei verfügbare Liquidität betrachtet werden.

Forderungen gehen um rund ein Viertel zurück

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken von 265.315,51 Euro auf 199.549,01 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 65.766,50 Euro beziehungsweise rund 24,8 Prozent.

Innerhalb dieser Position bestehen Forderungen gegen Gesellschafter von 6.000 Euro. Im Vorjahr wurden hierfür null Euro angegeben.

Weitere Angaben zu diesen Gesellschafterforderungen enthält der vorgelegte Anhang nicht.

Sachanlagen verlieren 632.000 Euro an Buchwert

Das Anlagevermögen besteht vollständig aus Sachanlagen.

Ihr Buchwert sank von 9.767.986,44 Euro auf 9.136.195,88 Euro.

Das entspricht einer Abnahme um 631.790,56 Euro beziehungsweise rund 6,5 Prozent.

Die Gesellschaft schreibt ihre Vermögensgegenstände nach eigenen Angaben planmäßig linear über Zeiträume von zehn bis 16 Jahren ab.

Der Rückgang des Buchwertes ist daher im Kontext dieser Abschreibungen zu sehen. Ob daneben Zu- oder Abgänge von Anlagen stattgefunden haben, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht näher bestimmen.

Der Bilanzwert von 9,14 Millionen Euro ist zudem nicht mit einem aktuellen Marktwert der Windkraftanlagen gleichzusetzen.

Rückstellungen sinken auf 280.927 Euro

Die Rückstellungen reduzierten sich von 338.292,18 Euro auf 280.926,56 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 17 Prozent.

Der Abschluss nennt unter anderem eine Rückstellung für die spätere Rückbauverpflichtung. Grundlage ist eine zum 31. Dezember 2024 angenommene Restnutzungsdauer von 13 Jahren.

Der verwendete Zinssatz beträgt 1,91 Prozent.

Wie hoch die Rückbaurückstellung innerhalb der gesamten 280.926,56 Euro ausfällt, wird nicht gesondert angegeben.

Weitere 3,63 Millionen Euro vertragliche Verpflichtungen

Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen sonstige, nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen von insgesamt 3.631.849 Euro.

Davon entfallen 2.587.500 Euro auf Wartungsverträge.

Weitere 1.001.559 Euro betreffen Gestattungsverträge. Aus Betriebsführungsverträgen bestehen Verpflichtungen von 42.790 Euro.

Von der Gesamtsumme werden 271.133 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 1.026.872 Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, während 2.333.844 Euro auf Laufzeiten von mehr als fünf Jahren entfallen.

Die einzelnen Angaben ergeben rechnerisch sowohl nach Vertragsarten als auch in der dargestellten Laufzeitgliederung den ausgewiesenen Gesamtbetrag von 3.631.849 Euro.

Keine „14 Millionen Euro Schulden“

Die 3,63 Millionen Euro sonstigen finanziellen Verpflichtungen sollten nicht einfach zu den 10,40 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten addiert und anschließend als Schulden bezeichnet werden.

Der Jahresabschluss unterscheidet ausdrücklich zwischen beiden Kategorien.

Bei den zusätzlichen Beträgen handelt es sich um zukünftige vertragliche Verpflichtungen aus Wartung, Betriebsführung und Gestattung, die gerade nicht als Verbindlichkeiten in der Bilanz stehen.

Für die Beurteilung zukünftiger Zahlungsverpflichtungen sind sie relevant. Bilanzrechtlich handelt es sich aber nicht um denselben Posten.

Die entscheidenden Fragen bleiben offen

Der Abschluss zeigt damit eine bemerkenswerte Verschiebung der Kapitalstruktur.

Das Eigenkapital ist um mehr als die Hälfte gesunken. Die Verbindlichkeiten sind gestiegen. Die kurzfristig fälligen Verpflichtungen haben sich mehr als verdoppelt. Gleichzeitig haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern nahezu vervierfacht.

Der Bankbestand blieb dagegen bei rund 2,76 Millionen Euro stabil.

Was aus dem vorliegenden Material jedoch nicht hervorgeht, sind die wirtschaftlichen Ursachen dieser Entwicklung.

Insbesondere fehlen in den übermittelten Angaben die Umsatzerlöse, die Stromproduktion, die erzielten Strompreise, der Zinsaufwand, die laufenden Betriebskosten und das Jahresergebnis 2024.

Gerade deshalb wäre es nicht sachgerecht, aus der Bilanzstruktur allein auf eine wirtschaftliche Krise zu schließen.

Fazit: Deutlich weniger Eigenkapital, deutlich mehr Gesellschafterfinanzierung

Der Jahresabschluss 2024 der Trianel Windpark Grünberg GmbH & Co. KG fällt durch eine erhebliche Verschiebung auf der Passivseite auf.

Das Eigenkapital sank um 1,73 Millionen Euro auf 1,50 Millionen Euro. Die rechnerische Eigenkapitalquote fiel dadurch von etwa 25,2 auf nur noch 12,3 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die bilanzierten Verbindlichkeiten um 12 Prozent auf 10,40 Millionen Euro.

Besonders stark erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: von 695.000 Euro auf 2,694 Millionen Euro. Auch die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten stiegen kräftig von 1,58 auf 3,47 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite wurden die besicherten Bankverbindlichkeiten von 8,47 auf 7,70 Millionen Euro reduziert, und der Bestand an liquiden Mitteln blieb mit 2,76 Millionen Euro nahezu unverändert.

Hinzu kommen 3,63 Millionen Euro nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen.

Was die Zahlen nicht beantworten, ist die entscheidende Frage nach der Ertragslage 2024. Der für 2023 ausgewiesene Jahresüberschuss von 508.696,80 Euro besitzt in der vorgelegten Bilanz keinen bezifferten Vergleichswert für 2024. Der Bilanzgewinn von null Euro darf nicht mit einem Jahresergebnis von null Euro gleichgesetzt werden.

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