Ein erschütternder Fund beschäftigt Polizei und Staatsanwaltschaft im nordrhein-westfälischen Beckum. Passanten haben am Samstagnachmittag ein totes neugeborenes Mädchen entdeckt. Die Ermittler versuchen nun herauszufinden, unter welchen Umständen das Kind gestorben ist. Gleichzeitig wird dringend nach der Mutter gesucht.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurde das tote Baby gegen 16 Uhr im Bereich „Am alten Hammweg“ in Beckum im Kreis Warendorf gefunden.
Bislang ist nicht bekannt, woher das Mädchen stammt, wann genau es geboren wurde und wie es zu seinem Tod kam.
Obduktion brachte noch keine eindeutige Todesursache
Der Leichnam des Kindes wurde am Sonntag obduziert. Die rechtsmedizinische Untersuchung konnte nach den bislang veröffentlichten Angaben jedoch noch keine eindeutige Todesursache klären.
Weitere Untersuchungen sind deshalb notwendig. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist damit auch nicht geklärt, ob das Mädchen bereits tot geboren wurde, nach der Geburt aus medizinischen Gründen starb oder ob andere Umstände zu seinem Tod führten.
Gerade deshalb ist bei der Bewertung des Falls Zurückhaltung geboten. Solange die Todesursache nicht feststeht und die Hintergründe unbekannt sind, lassen sich keine belastbaren Aussagen über ein mögliches strafbares Verhalten treffen.
Ermittler suchen nach der Mutter
Ein Schwerpunkt der Ermittlungen liegt auf der Suche nach der Mutter des Kindes. Dabei weist die Polizei ausdrücklich darauf hin, dass die Frau möglicherweise selbst dringend medizinische oder psychologische Hilfe benötigt.
Die Ermittler erklären, aus vergleichbaren Fällen sei bekannt, dass Schwangerschaften verdrängt oder verleugnet werden können. Eine Geburt könne die betroffene Frau dann unerwartet treffen.
Die Öffentlichkeit wird deshalb gebeten, Beobachtungen mitzuteilen, die bei der Suche nach der Mutter helfen könnten.
Von Interesse sind beispielsweise auffällige körperliche Veränderungen einer Frau oder eines Mädchens in den vergangenen Monaten. Dazu können deutliche Gewichtsveränderungen, plötzlich anders gewählte Kleidung, das Vermeiden von Sport oder körperlicher Belastung sowie ein ungewöhnlicher sozialer Rückzug gehören.
Solche Veränderungen allein sind selbstverständlich kein Hinweis auf eine Straftat. Sie können den Ermittlern aber möglicherweise dabei helfen, die Mutter zu finden und die Hintergründe aufzuklären.
Wer hat am Fundort etwas beobachtet?
Besonders wichtig sind Beobachtungen aus dem Bereich „Am alten Hammweg“. Die Polizei möchte wissen, ob dort in den vergangenen Tagen oder Wochen Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind oder andere ungewöhnliche Wahrnehmungen gemacht wurden, die mit dem Ablegen des Kindes in Verbindung stehen könnten.
Auch Informationen, die auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen, können für die Ermittlungen wichtig sein.
Für Hinweise hat die Polizei die Telefonnummer 02521 911832 eingerichtet. Nach Angaben der Ermittler können Hinweise bei Bedarf diskret behandelt werden.
Die wichtigste Aufgabe besteht nun darin, die Identität des kleinen Mädchens, seine Todesursache und die Identität seiner Mutter festzustellen. Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich beurteilen, was tatsächlich geschehen ist.