Ein geheimer Tunnel zur illegalen Einreise und zum Schmuggel zwischen Mexiko und den USA wird nach seiner Entdeckung nun versiegelt, teilten mexikanische Grenzbeamte mit. Der 300 Meter lange Tunnel, der Ciudad Juárez (Mexiko) mit El Paso (Texas) verbindet, war geschickt im Abwassersystem verborgen und blieb trotz seiner mutmaßlich einjährigen Bauzeit unentdeckt.
Jetzt untersuchen Ermittler, ob lokale Behörden von der Konstruktion wussten oder gar involviert waren.
Ein High-Tech-Schmuggeltunnel mitten im Grenzgebiet
Dieser Tunnel war nicht einfach nur ein Loch in der Erde – er wurde professionell gebaut, mit Holzbalken verstärkt, um Einstürze zu verhindern, und sogar mit Licht und Belüftung ausgestattet. Solche Konstruktionen sind aufwendig und erfordern erhebliche Ressourcen, weshalb das mexikanische Militär vermutet, dass er mindestens ein Jahr lang in Planung und Bau war.
Der Tunnel wurde erst am 10. Januar entdeckt, als US-Grenzschutzbeamte eine Metallplatte entfernten, die den Eingang verdeckte, und ihre mexikanischen Kollegen alarmierten.
Jetzt steht die Frage im Raum: Wussten lokale Beamte davon – oder haben sie es sogar bewusst zugelassen? Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen mögliche Mittäter aus Verwaltung und Sicherheitsbehörden.
Grenzsicherung verschärft – Trump bereitet Abschiebewelle vor
Die Entdeckung des Tunnels kommt zu einem brisanten Zeitpunkt: Donald Trump wird morgen offiziell als US-Präsident vereidigt, und er hat bereits angekündigt, eine harte Linie in der Migrationspolitik zu verfolgen.
Laut US-Medien könnten bereits am Dienstag Massenrazzien zur Festnahme und Abschiebung von Migranten beginnen. In Erwartung dieser Maßnahmen hat Mexiko seine Sicherheitsmaßnahmen entlang der Grenze verstärkt und führt die bisher größte Abschiebekampagne in der Geschichte des Landes durch.
Trump setzt Mexiko zudem weiter unter Druck: Er droht mit 25 % Strafzöllen, sollte die mexikanische Regierung nicht mehr tun, um die Migration in Richtung USA zu stoppen.
Mexikos Antwort: „Stoppt den Waffenschmuggel!“
Während Trump versucht, die illegale Migration aus Mexiko zu blockieren, hat sich die neue mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum zu Wort gemeldet: Wenn die USA den Migrationsfluss eindämmen wollen, dann sollen sie im Gegenzug den Waffenschmuggel aus den USA nach Mexiko stoppen.
Denn während Migranten illegal in die USA gelangen, werden massenhaft Waffen von den USA nach Mexiko geschmuggelt – und landen in den Händen von Drogenkartellen.
Es bleibt abzuwarten, ob Trump und Sheinbaum eine Einigung finden – oder ob sich die Spannungen zwischen den Nachbarstaaten weiter verschärfen.
Fest steht: Dieser Tunnel ist nur ein Beispiel dafür, wie komplex das Problem an der US-Mexiko-Grenze wirklich ist.