ConRendit 9 GmbH & Co. KG – Eigentlich bilanziell überschuldet

Dem Anlagevermögen von knapp über 200 Euro steht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von über 9 Millionen Euro gegenüber. Mit anderen Worten: Die Gesellschaft ist eigentlich bilanziell überschuldet.

ConRendit 9 GmbH & Co. KG

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Bilanz

Aktiva

31.12.2017
EUR
31.12.2016
EUR
A. Anlagevermögen 207,00 506.398,00
I. Sachanlagen 207,00 506.398,00
B. Umlaufvermögen 813.255,86 600.779,57
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 796.506,27 515.802,45
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 16.749,59 84.977,12
C. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 9.338.399,59 11.516.624,09
I. nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil von Kommanditisten 9.338.399,59 11.516.624,09
Bilanzsumme, Summe Aktiva 10.151.862,45 12.623.801,66

Passiva

31.12.2017
EUR
31.12.2016
EUR
A. Rückstellungen 3.080,00 2.800,00
B. Verbindlichkeiten 10.148.782,45 12.621.001,66
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr 10.148.782,45 12.621.001,66
Bilanzsumme, Summe Passiva 10.151.862,45 12.623.801,66

Anhang

I. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft wurde am 12.05.2007 als Kommanditgesellschaft in das Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg unter der Registernummer HRA 105 949 eingetragen.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag gem. § 264a Abs. 1 i.V. mit § 267 Abs. 1 HGB die entsprechenden Größenmerkmale einer kleinen Personengesellschaft auf. Die Gesellschaft hat von den größenabhängigen Erleichterungen teilweise Gebrauch gemacht.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Von den ihr eingeräumten Erleichterungen bei der Aufstellung des Anhangs gemäß § 288 HGB macht die Gesellschaft teilweise Gebrauch. Von der Verpflichtung einer Aufstellung eines Lageberichts ist die Gesellschaft gem. § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB i. V. mit § 264a HGB befreit.

Die sich im Anlagevermögen der Gesellschaft befindenden Vermögensgegenstände wurden teilweise durch ein bei der GEFA Gesellschaft für Absatzfinanzierung mbH aufgenommenes Darlehen finanziert. Als Sicherheiten der Ansprüche wurden die finanzierten Vermögensgegenstände sicherungsübereignet. Des Weiteren zählt auch die offene und bestätigte Abtretung der Mieterträge zu den bestellten Sicherheiten. Der Gesamtbetrag der gesicherten Verbindlichkeiten beträgt im Sinne § 246 i.V. mit § 285 Satz 1 Nr. 1b HGB USD 21.328.420,46.

II. Angaben zur Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgte zu Anschaffungskosten abzüglich aufgelaufener, planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommener degressiver bzw. linearer Abschreibungen.

Die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände sowie Verbindlichkeiten wurden mit den sich aus den Vorschriften §§ 252, 253 Absatz 1 und 256a HGB ergebenden Werten angesetzt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind.

Forderungen und Verbindlichkeiten in der Fremdwährung USD mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr wurden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Aus der Bewertung zum Devisenkassamittelkurs resultierende sonstige betriebliche Aufwendungen bzw. sonstige betriebliche Erträge führen nicht zur Abgrenzung von latenten Steuern.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Bei dem ausgewiesenen Sachanlagevermögen handelt es sich um Container. Für die planmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens wurde eine Nutzungsdauer von 10 Jahre angesetzt. Die Abschreibungen aller in 2007 angeschafften Vermögensgegenstände erfolgten degressiv. Für die im Geschäftsjahr 2008 und 2011 erworbenen Vermögensgegenstände erfolgten die Abschreibungen linear.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen Euro 786.866,49. Sie waren im Zeitpunkt der Bilanzerstellung nicht ausgeglichen. Sie bestehen vollumfänglich in der Fremdwährung USD.

Die Sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Das Eigenkapital der Gesellschaft wird nach Verrechnung mit den aufgelaufenen Jahresergebnissen sowie den seitens der Gesellschafter getätigten Entnahmen unter der Position „Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil/Entnahmen seitens Kommanditisten“ ausgewiesen.

Das Kommanditkapital der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen:

Euro
Kapitalanteile 11.128.120,00
Gewinn und Verlustkonto – 20.078.341,86
Entnahmekonto – 388.177,73
Stand per 31.12.2017 – 9.338.399,59

Die zum Ende des Geschäftsjahres bestehende bilanzielle Überschuldung der Gesellschaft wird nach Einschätzung der Geschäftsführung nicht durch im Sachanlagevermögen enthaltene und nicht aufgedeckte stille Reserven kompensiert. Die Gläubiger der Gesellschaft wurden von der Geschäftsführung über die bestehende Überschuldung und die drohende Insolvenz unterrichtet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen Aufwendungen zur Erfüllung der Aufbewahrungspflichten sowie die Aufwendungen für die Offenlegung des Jahresabschlusses 2017 im elektronischen Bundesanzeiger.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben in Höhe von Euro 10.138.001,98 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, in der Höhe von Euro 0,00 eine Restlaufzeit von mehr als einem und weniger als fünf Jahren und in Höhe von Euro 0,00 eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 wurde die Bewertung des USD-Darlehens unter Beachtung der §§ 252, 253 Absatz 1 sowie § 256a HGB mit dem gültigen Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag vorgenommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten sind in Höhe des nominalen Kreditbetrages durch Sicherungsübereignung des Sachanlagevermögens sowie durch Abtretung der Mietansprüche gesichert. Hierzu gehört auch die Abtretung offener und bestätigter Mieterträge aus der Vermietung und Untervermietung der Vermögensgegenstände.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Umsatzerlöse werden ausschließlich aus der Vermietung von Containern erzielt. Die Umrechnung der auf USD lautenden Mietforderungen erfolgte zu dem im Zeitpunkt der Fakturierung maßgebenden Umrechnungskurs, welcher regelmäßig vom Umrechnungskurs im Zeitpunkt des Forderungseinganges abweicht.

Die Aufwendungen und Verbindlichkeiten bestehen ebenfalls teilweise in der Fremdwährung USD. Die Umrechnung der auf Fremdwährungen lautenden Verbindlichkeiten erfolgte zu dem im Zeitpunkt der Entstehung maßgebenden Umrechnungskurs, welcher regelmäßig vom Umrechnungskurs im Zeitpunkt des Zahlungsausgangs abweicht.

Ferner werden Kursdifferenzen berücksichtigt, die im Zusammenhang mit den bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 vorgenommenen Bewertungen des in der Fremdwährung USD geführten Kontokorrentkontos, Forderungen sowie des Darlehens mit dem Devissenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB stehen.

Die Gesellschaft realisierte daher im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Erträge bzw. Aufwendungen aus Kursdifferenzen:

Euro
Erträge aus Kursdifferenzen 1.487.431,54
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 97.565,40

V. Sonstige Angaben

Die Geschäftsführung erfolgt durch die Komplementärin. Sie hat vertragsgemäß keine Einlage geleistet und nimmt am Gewinn und Verlust der Gesellschaft nicht teil. Das Stammkapital der Komplementärin beträgt EUR 25.000,00.

Die Komplementärin wird durch ihren Geschäftsführer vertreten. Geschäftsführer ist:

Herr Olaf Will, Kaufmann, Hamburg

Hamburg, den 21. Februar 2018

Persönlich haftende Gesellschafterin

Olaf Will

sonstige Berichtsbestandteile

 

Olaf Will, Kaufmann, Hamburg

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde vor der Feststellung offengelegt.

Kommentar hinterlassen