Verfahren gegen Schlüsseldienst-Service

Schlüsseldienste haben allgemein keinen besonders guten Ruf bei den Bürgern. Und auch wir mussten schon mehrfach Öl in das Feuer gießen, indem wir über unseriöse Firmen dieser Branche berichteten. In Nordrhein-Westfalen wurde nun ein Schlüsseldienst-Service angeklagt. Vorwurf: Sie sollen deutschlandweit mit Ortsnetz-Telefonnummern für Schlüsseldienstleistungen geworben haben. 

Durch die Nummern sei den Leuten, die sich zum Beispiel ausgesperrt hatten, vorgegaukelt worden, sie würden sich an örtliche Handwerker wenden. „In diesem Glauben sollen die Kunden die Nummern gewählt haben, sind dabei aber tatsächlich in die Zentrale in Geldern geleitet worden“, fasste ein Gerichtssprecher den Sachverhalt zusammen. Von dort aus wurden Monteure ausgeschickt, die zum Teil weite Anfahrten hatten. Einmal angekommen, hätten sie die Leistungen „vielfach nicht fachgerecht oder jedenfalls nicht preislich angemessen“ ausgeführt, heißt es weiter. Zudem sollen sie teilweise sogar Türen und Schlösser mutwillig beschädigt haben, um höhere Leistungen abrechnen zu können. So mancher hat darüber hinaus auch die Tür nicht aufbekommen, trotzdem aber Leistungen abgerechnet. Hierbei geht es nicht um ein paar Euro, sondern um insgesamt fast 6 Millionen! Ob die Anklage nun vom zuständigen Gericht zugelassen wird, wird man abwarten müssen. Verhandlungstermine vor Gericht stehen daher auch noch nicht fest.

Das Geschäft mit den Schlüsseldiensten floriert weiter und es wird sicherlich auch weiterhin so mancher Betroffene ordentlich abgezockt bei der Rechnung. Sollten Sie selber einmal in diese Situation kommen, dann achten Sie darauf, dass der Schlüsseldienst wirklich aus ihrer näheren Umgebung kommt, somit keine hohen Anfahrtskosten anfallen. Vereinbaren Sie mit dem Schlüsseldienst auch VORHER einen Preis für Anfahrt und Öffnung der Tür, damit es hinterher keine böse Überraschung gibt.

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