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Nach Presseanfrage zum Windpark Blumberg: PROKON ordnet Jahresabschluss 2025 ein

geralt (CC0), Pixabay

Anlass unserer Presseanfrage waren mehrere Veränderungen im Jahresabschluss 2025 der PROKON Windpark Blumberg GmbH & Co. KG.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich nach den unserer Anfrage zugrunde liegenden Abschlusszahlen von rund 3,23 Millionen Euro im Jahr 2024 auf rund 3,33 Millionen Euro im Jahr 2025.

Gleichzeitig erhöhte sich der ausgewiesene Jahresfehlbetrag von 628.008,96 Euro auf 808.907,34 Euro.

Unsere Redaktion bat das Unternehmen deshalb unter anderem um eine Einordnung der Ergebnisentwicklung, der Finanzierung, des Eigenkapitals und der Liquidität sowie um Angaben zur Stromproduktion und zu den Erwartungen für 2026.

Das Unternehmen hat hierzu eine zusammenfassende Stellungnahme übermittelt.

PROKON: Blumberg ist eine reine Projektgesellschaft

Ein wesentlicher Punkt der Antwort betrifft zunächst die Struktur der Gesellschaft.

Nach Unternehmensangaben handelt es sich bei der PROKON Windpark Blumberg GmbH & Co. KG um eine reine Projektgesellschaft.

Sie stehe zu 100 Prozent im Eigentum der Windauf eG.

Eine direkte Beteiligung von Verbraucherinnen und Verbrauchern oder Mitgliedern an dieser einzelnen Projektgesellschaft bestehe nicht und sei auch nicht vorgesehen.

Diese Abgrenzung ist für die Einordnung des Jahresabschlusses relevant. Die Zahlen der PROKON Windpark Blumberg GmbH & Co. KG sind nicht mit den wirtschaftlichen Verhältnissen ihrer Eigentümerin Windauf eG gleichzusetzen.

Unternehmen warnt vor isolierter Betrachtung

PROKON stellt in seiner Antwort insbesondere die Frage in den Mittelpunkt, wie aussagekräftig die isolierte Betrachtung einer einzelnen Projektgesellschaft ist.

Das Unternehmen erklärt:

„Vor diesem Hintergrund halten wir die isolierte Betrachtung eines einzelnen Jahresabschlusses in einer frühen Phase der Gesamtbetriebsdauer des Windparks sowie einzelner Bilanzpositionen dieser Projektgesellschaft nur für eingeschränkt aussagekräftig.“

Die im Abschluss sichtbaren Entwicklungen seien nach Auffassung des Unternehmens „im Wesentlichen im Kontext einer für Windpark-Projektgesellschaften typischen Finanzierungs- und Gesellschaftsstruktur zu sehen“.

Als Beispiele nennt die Stellungnahme langfristige Projektfinanzierungen, planmäßige Tilgungen, laufende Wartungs- und Betriebskosten sowie gesellschaftsinterne beziehungsweise strukturbedingte Zuordnungen von Verbindlichkeiten.

Damit ordnet das Unternehmen die von unserer Redaktion angesprochenen Bilanzentwicklungen grundsätzlich in die langfristige Struktur der Windparkfinanzierung ein.

Jahresfehlbetrag steigt auf rund 809.000 Euro

Die Ergebnisentwicklung gehörte zu den Punkten unserer Anfrage.

Trotz höherer Umsatzerlöse erhöhte sich der Jahresfehlbetrag von rund 628.000 Euro auf rund 809.000 Euro.

Gleichzeitig gingen nach den unserer Anfrage zugrunde liegenden Zahlen die sonstigen betrieblichen Erträge von rund 368.600 Euro auf rund 68.100 Euro zurück.

Unsere Redaktion hatte nach den konkreten Ursachen dieser Entwicklungen gefragt.

Die Stellungnahme enthält hierzu keine nach einzelnen Positionen aufgeschlüsselte Erläuterung. Sie verweist stattdessen übergreifend auf die genannten Besonderheiten der Finanzierungs- und Gesellschaftsstruktur sowie auf Wartungs- und Betriebskosten.

Welche Faktoren in welcher Höhe zur Veränderung des Jahresergebnisses beigetragen haben, lässt sich aus der Stellungnahme daher nicht weiter konkretisieren.

Insbesondere wäre es nicht sachgerecht, den höheren Jahresfehlbetrag allein auf den Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge zurückzuführen.

Eigenkapital geht zurück

Auch das ausgewiesene Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr verändert.

Nach den Zahlen, die unserer Presseanfrage zugrunde lagen, ging es von rund 1,04 Millionen Euro auf rund 229.000 Euro zurück.

Bezogen auf die Bilanzsumme ergibt sich daraus rechnerisch eine Eigenkapitalquote von ungefähr 0,7 Prozent.

Das Unternehmen nimmt zu dieser Kennzahl in seiner zusammenfassenden Stellungnahme nicht gesondert Stellung, sondern verweist auf die Gesamtstruktur der Projektfinanzierung und die aus seiner Sicht eingeschränkte Aussagekraft einzelner Bilanzpositionen.

Dabei ist eine wichtige Abgrenzung erforderlich:

Eine niedrige Eigenkapitalquote ist nicht mit Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz gleichzusetzen.

Eine solche Schlussfolgerung lässt sich aus der genannten Bilanzkennzahl nicht ziehen. Für eine Beurteilung der Zahlungsfähigkeit wären weitere Informationen erforderlich.

Bankverbindlichkeiten sinken um rund 1,88 Millionen Euro

Neben dem höheren Jahresfehlbetrag und dem niedrigeren Eigenkapital zeigt der Jahresabschluss auch eine Verringerung der Bankfinanzierung.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen von rund 26,79 Millionen Euro auf rund 24,91 Millionen Euro zurück.

Das entspricht einer Reduzierung um etwa 1,88 Millionen Euro.

In seiner Stellungnahme nennt das Unternehmen planmäßige Tilgungen ausdrücklich als Bestandteil einer für Windpark-Projektgesellschaften typischen Finanzierungsstruktur.

Eine detaillierte Aufschlüsselung des konkreten Tilgungsverlaufs enthält die Antwort nicht.

Von den Bankverbindlichkeiten weisen nach den unserer Anfrage zugrunde liegenden Zahlen rund 17,55 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren auf.

Ein wesentlicher Teil der Finanzierung ist damit langfristig angelegt.

Bankguthaben ebenfalls niedriger

Die Bankguthaben reduzierten sich gleichzeitig von rund 3,25 Millionen Euro auf rund 2,57 Millionen Euro.

Rechnerisch entspricht dies einem Rückgang von ungefähr 21 Prozent.

Unsere Presseanfrage enthielt deshalb auch die Frage nach der Beurteilung der Liquiditätssituation.

Die zusammenfassende Stellungnahme nennt hierzu keine gesonderten Liquiditätskennzahlen.

Aus dem Rückgang des Bankguthabens allein kann allerdings auch keine belastbare Aussage über die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft abgeleitet werden.

Veränderungen innerhalb der Verbindlichkeiten

Unsere Redaktion bat außerdem um Erläuterung einer Veränderung innerhalb der ausgewiesenen Verbindlichkeiten.

Ende 2024 wurden nach den vorliegenden Zahlen rund 6,72 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Ende 2025 beträgt diese Position null Euro.

Gleichzeitig werden sonstige Verbindlichkeiten von rund 6,83 Millionen Euro ausgewiesen.

Wir hatten deshalb gefragt, ob diese Entwicklung im Wesentlichen auf eine Umgliederung zurückzuführen ist.

Die Stellungnahme bestätigt eine solche Umgliederung nicht ausdrücklich.

Das Unternehmen verweist allerdings allgemein auf „gesellschaftsinterne beziehungsweise strukturbedingte Zuordnungen von Verbindlichkeiten“.

Ob sich diese Aussage konkret auf die von uns angesprochenen Bilanzpositionen bezieht, geht aus der Antwort nicht hervor. Eine Umgliederung sollte deshalb nicht als feststehende Tatsache dargestellt werden.

Wartungsvertrag über rund 3,9 Millionen Euro

Nach den unserer Anfrage zugrunde liegenden Angaben bestehen außerdem finanzielle Verpflichtungen von rund 3,915 Millionen Euro aus einem Wartungsvertrag für die Windenergieanlagen.

PROKON nennt laufende Wartungs- und Betriebskosten in seiner Stellungnahme ausdrücklich als einen Faktor, der bei der Betrachtung einer Windpark-Projektgesellschaft zu berücksichtigen sei.

Zur konkreten Laufzeit beziehungsweise Kostenverteilung des genannten Wartungsvertrags enthält die Stellungnahme keine weiteren Angaben.

Auch hier ist eine bilanzielle Unterscheidung wichtig: Solche finanziellen Verpflichtungen dürfen nicht ohne Weiteres mit den bilanzierten Verbindlichkeiten gleichgesetzt oder zu diesen addiert werden.

Stromproduktion und Ausblick auf 2026

Unsere Presseanfrage umfasste außerdem Fragen zur tatsächlichen Stromproduktion 2025, zur erwarteten Produktion im Jahr 2026 sowie zur erwarteten Ergebnisentwicklung.

Die übermittelte Stellungnahme enthält hierzu keine konkreten Produktions- oder Prognosezahlen.

Damit lässt sich auf Grundlage der Unternehmensantwort insbesondere keine Aussage darüber treffen, ob für 2026 ein positives oder negatives Jahresergebnis erwartet wird.

Auch über die Ursachen der Ergebnisentwicklung 2025 sollten ohne weitere Angaben keine Annahmen getroffen werden.

PROKON verweist auf die Windauf eG

Für die übergeordnete wirtschaftliche Betrachtung setzt das Unternehmen einen anderen Schwerpunkt.

In seiner Stellungnahme heißt es:

„Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung ist daher nicht die Einzelbetrachtung der Projektgesellschaft in einer frühen Betriebsphase maßgeblich, sondern die Ebene der Windauf eG.“

Das Unternehmen macht damit ausdrücklich geltend, dass die wirtschaftliche Situation der einzelnen Windpark-Projektgesellschaft nicht mit derjenigen ihrer Eigentümerin gleichgesetzt werden sollte.

Auch eine verbraucherschutzrechtliche Einordnung des Einzelabschlusses hält das Unternehmen vor diesem Hintergrund nicht für sachgerecht.

Zur Begründung führt es an, dass weder eine direkte Beteiligung von Verbraucherinnen und Verbrauchern beziehungsweise Mitgliedern an der Projektgesellschaft bestehe noch deren isolierte Betrachtung Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Lage der Windauf eG zulasse.

Was sich aus Presseanfrage und Stellungnahme ergibt

Die Antwort des Unternehmens ergänzt den veröffentlichten Jahresabschluss damit um eine wichtige Perspektive.

Die Zahlen zeigen für 2025 einen auf rund 809.000 Euro gestiegenen Jahresfehlbetrag, ein auf rund 229.000 Euro gesunkenes Eigenkapital und niedrigere Bankguthaben. Gleichzeitig gingen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um rund 1,88 Millionen Euro zurück.

PROKON stellt diesen Zahlen die Struktur einer langfristig finanzierten Projektgesellschaft gegenüber.

Das Unternehmen verweist insbesondere auf Projektfinanzierungen, planmäßige Tilgungen, Wartungs- und Betriebskosten sowie gesellschaftsinterne beziehungsweise strukturbedingte Zuordnungen.

Zu einzelnen von unserer Redaktion erfragten Punkten – darunter die konkrete Zusammensetzung der Ergebnisveränderung, die Stromproduktion 2025 und die Prognose für 2026 – enthält die zusammenfassende Stellungnahme keine weitergehenden Detailangaben.

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