Anders als bei der Windpark Wiesental GmbH & Co. KG gingen die Verbindlichkeiten allerdings nicht zurück. Sie erhöhten sich innerhalb eines Jahres von 431.195 Euro auf 544.935 Euro – ein Plus von rund 113.740 Euro beziehungsweise 26,4 Prozent.
Sachanlagen sinken auf einen Euro
Die größte Veränderung auf der Aktivseite betrifft erneut die Sachanlagen. Ende Oktober 2024 standen dafür noch 150.761 Euro in der Bilanz, zum 31. Oktober 2025 lediglich 1 Euro.
Der Anhang erläutert grundsätzlich, dass Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bewertet und planmäßig linear oder degressiv abgeschrieben werden.
Warum der Buchwert im konkreten Fall praktisch vollständig auf einen Euro zurückgegangen ist, wird in den vorliegenden Angaben jedoch nicht näher erläutert. Deshalb lässt sich allein aus dem Abschluss nicht sicher sagen, ob der Rückgang ausschließlich auf Abschreibungen oder zusätzlich auf andere Vorgänge zurückzuführen ist.
Die Finanzanlagen blieben dagegen nahezu unverändert. Sie gingen lediglich von 522.650 Euro auf 521.530 Euro zurück.
Insgesamt sank das Anlagevermögen dadurch von 673.411 Euro auf 521.531 Euro.
Mehr als 1,5 Millionen Euro auf den Konten
Parallel dazu stieg das Umlaufvermögen deutlich. Ende Oktober 2025 standen 1,819 Millionen Euro in der Bilanz, gegenüber 1,552 Millionen Euro im Vorjahr.
Besonders hoch sind die liquiden Mittel. Kassen- und Bankguthaben erhöhten sich von 1,368 Millionen auf 1,506 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 137.600 Euro beziehungsweise zehn Prozent.
Damit befinden sich rechnerisch rund 64 Prozent der gesamten Bilanzsumme in liquiden Mitteln.
Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände legten kräftig zu: von 184.287 Euro auf 313.375 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 129.100 Euro beziehungsweise 70 Prozent.
Bilanzsumme wächst trotz Rückgang der Sachanlagen
Unter dem Strich erhöhte sich die Bilanzsumme von 2,234 Millionen auf 2,349 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum um rund 114.900 Euro beziehungsweise 5,1 Prozent.
Das ist bemerkenswert, weil gleichzeitig fast der gesamte vorherige Buchwert der Sachanlagen aus der Bilanz verschwunden ist. Der Anstieg des Umlaufvermögens hat diesen Rückgang mehr als ausgeglichen.
Der Rechnungsabgrenzungsposten blieb mit 8.660 Euro nahezu unverändert.
Eigenkapital stabil bei 1,6 Millionen Euro
Das Eigenkapital beträgt weiterhin exakt 1,6 Millionen Euro. Dabei handelt es sich vollständig um die Kapitalanteile der Kommanditisten.
Ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust wird sowohl für 2024 als auch für 2025 mit 0 Euro angegeben.
Durch die gestiegene Bilanzsumme verringerte sich die rechnerische Eigenkapitalquote etwas: von rund 71,6 Prozent auf 68,1 Prozent.
Damit werden allerdings weiterhin mehr als zwei Drittel der Bilanzsumme durch Eigenkapital gedeckt.
Keine Bankkredite in der Bilanz
Bemerkenswert ist auch hier, dass keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen werden.
Die gesamten Verbindlichkeiten von 544.935 Euro bestehen vielmehr aus Lieferantenverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und übrigen sonstigen Verbindlichkeiten.
Der mit Abstand größte Posten entfällt auf die Gesellschafter. Ihnen gegenüber bestanden Ende Oktober 2025 Verpflichtungen von 460.989 Euro. Im Vorjahr waren es 362.628 Euro.
Damit stiegen allein die Gesellschafterverbindlichkeiten um rund 98.400 Euro beziehungsweise 27 Prozent.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich leicht von 60.384 Euro auf 63.803 Euro. Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten stiegen von 8.183 Euro auf 20.143 Euro.
Alle Schulden innerhalb eines Jahres fällig
Die Laufzeiten sind ebenfalls bemerkenswert: Sämtliche 544.934,69 Euro Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.
Langfristige Schulden weist der Jahresabschluss nicht aus.
Den kurzfristigen Verbindlichkeiten stehen Bank- und Kassenbestände von gut 1,506 Millionen Euro gegenüber. Die ausgewiesenen liquiden Mittel sind damit rechnerisch rund 2,8-mal so hoch wie sämtliche Verbindlichkeiten.
Das ist allerdings lediglich eine Betrachtung der Bilanzpositionen zum Stichtag und keine Aussage über zukünftige Zahlungsströme oder Ausschüttungen.
Rückstellungen bei rund 204.000 Euro
Die Rückstellungen veränderten sich kaum. Sie erhöhten sich von 203.159 Euro auf 204.291 Euro.
Zusammen mit 1,6 Millionen Euro Eigenkapital und 544.935 Euro Verbindlichkeiten ergeben sich die gesamten Passiva von 2,349 Millionen Euro.
Die Gesellschaft erklärt im Anhang ausdrücklich, dass keine Zweifel an der Unternehmensfortführung bestehen.
Mindestens 18.514 Euro Pacht jährlich
Zusätzlich zu den bilanzierten Verpflichtungen bestehen langfristige Nutzungsverträge. Ihre Laufzeit beträgt 20 Jahre ab Inbetriebnahme.
Die Gesellschaft muss dafür jährliche Pachtzahlungen leisten. Deren tatsächliche Höhe hängt von den Einspeiseerlösen und Marktprämien ab.
Als Mindestpacht nennt der Abschluss 18.514,29 Euro pro Jahr. Wie hoch die tatsächliche Pacht im Geschäftsjahr ausgefallen ist und welche Restlaufzeit die Verträge zum Bilanzstichtag besitzen, wird nicht angegeben.
Gesellschafter haben 1,6 Millionen Euro eingebracht
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Bürger-Windpark Wiemersdorf Verwaltungsgesellschaft mbH. Sie ist selbst nicht am Gesellschaftskapital beteiligt und verfügt über ein gezeichnetes Kapital von 25.000 Euro.
Die Kommanditeinlagen der Windpark Wiesental 2 GmbH und Co. KG belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro.
Der Jahresabschluss wurde am 20. Mai 2026 festgestellt.
Insgesamt zeigt die Bilanz eine Gesellschaft mit hohen liquiden Mitteln und ohne ausgewiesene Bankschulden: 1,51 Millionen Euro Bank- und Kassenbestand stehen rund 545.000 Euro Verbindlichkeiten gegenüber. Gleichzeitig ist das Sachanlagevermögen innerhalb eines Jahres von 150.761 Euro auf nur noch einen Euro gefallen. Weshalb dieser starke bilanzielle Rückgang eingetreten ist, erläutert der vorliegende Abschluss nicht näher.