Der Siemens Balanced hat im Geschäftsjahr 2025/2026 insgesamt eine überzeugende Entwicklung gezeigt. Der Mischfonds verfolgt das Ziel eines langfristig stabilen Wertzuwachses und kombiniert Aktien mit festverzinslichen Wertpapieren. Dabei bildet ein Mix aus europäischen und US-amerikanischen Aktien sowie Euro-Unternehmensanleihen die Vergleichsbasis. Zusätzlich berücksichtigt der Fonds ökologische und soziale Merkmale gemäß Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung.
Gute Wertentwicklung trotz defensiver Struktur
Im Berichtszeitraum erzielte die Anteilklasse Siemens Balanced A eine Wertentwicklung von 8,06 %, die neu aufgelegte Anteilklasse B 8,10 %. Angesichts der vergleichsweise defensiven Vermögensaufteilung ist dieses Ergebnis bemerkenswert. Zum 31. Mai 2026 waren 61,97 % des Fondsvermögens in Anleihen und 35,53 % in Aktien investiert. Hinzu kamen kleinere Positionen in Liquidität, Derivaten und sonstigen Vermögensgegenständen. Das gesamte Fondsvermögen belief sich auf rund 1,604 Mrd. Euro.
Auch die Entwicklung des Fondsvolumens ist positiv zu beurteilen. Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr von rund 1,423 Mrd. Euro auf 1,604 Mrd. Euro. Dazu trugen Netto-Mittelzuflüsse von rund 61,8 Mio. Euro und ein positives Geschäftsjahresergebnis von rund 119,3 Mio. Euro bei. Die Mittelzuflüsse können als Hinweis darauf gewertet werden, dass Anleger dem Fonds weiterhin Kapital anvertrauen.
Ergebnis basiert auf mehreren Ertragsquellen
Positiv fällt die Qualität der Erträge auf. Der Fonds erwirtschaftete einen ordentlichen Nettoertrag von rund 35,25 Mio. Euro. Aus realisierten Veräußerungsgeschäften kamen weitere rund 20,08 Mio. Euro hinzu. Gleichzeitig entstand ein nicht realisiertes positives Ergebnis von rund 63,92 Mio. Euro. Insgesamt erreichte das Ergebnis des Geschäftsjahres damit rund 119,25 Mio. Euro.
Damit stammt allerdings mehr als die Hälfte des Jahresergebnisses aus noch nicht realisierten Kursgewinnen. Für Anleger ist dies wichtig: Diese Gewinne erhöhen zwar den aktuellen Fondswert, können bei einer ungünstigen Marktentwicklung jedoch teilweise wieder verloren gehen. Auf der positiven Seite verfügt der Fonds zugleich über erhebliche laufende Zins- und Dividendeneinnahmen. Allein die gesamten Erträge lagen bei rund 40,1 Mio. Euro, wobei insbesondere Zinsen aus ausländischen Wertpapieren mit rund 27,4 Mio. Euro eine bedeutende Rolle spielten.
Attraktive Kostenstruktur – insbesondere bei Anteilklasse A
Aus Anlegersicht überzeugen auch die relativ niedrigen laufenden Kosten. Die Gesamtkostenquote der Anteilklasse A beträgt 0,31 %, bei der Anteilklasse B sind es 0,43 %. Hinzu kamen für den gesamten Fonds Transaktionskosten von lediglich rund 192.198 Euro.
Die Verwaltungsvergütung beträgt bei Anteilklasse A grundsätzlich 0,30 % p. a. zuzüglich einer möglichen Outperformancevergütung, während bei Anteilklasse B 0,40 % p. a. berechnet werden. Beide Klassen sind thesaurierend und erheben derzeit keinen Ausgabeaufschlag. Damit erscheint die A-Klasse anhand der ausgewiesenen laufenden Kosten grundsätzlich attraktiver, allerdings muss bei ihr die zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung berücksichtigt werden.
Risiko bleibt für einen Mischfonds moderat
Die gemeldete jährliche Volatilität des Anteilpreises lag zum Geschäftsjahresende bei lediglich 4,86 %. Die modifizierte Duration des Rentenportfolios betrug 2,76, wodurch das Zinsänderungsrisiko gegenüber sehr langfristig ausgerichteten Rentenportfolios begrenzt wird. Der Fonds weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass im Berichtszeitraum keine außergewöhnlichen Markt- oder wesentlichen Liquiditätsrisiken auftraten.
Dennoch bestehen relevante Risiken. Dazu gehören vor allem geopolitische Spannungen, mögliche neue Inflationsschübe, Veränderungen der Geldpolitik, steigende Staatsverschuldung und wirtschaftspolitische Unsicherheiten. Auf Fondsebene kommen Aktienkurs-, Zins-, Kredit- und teilweise Währungsrisiken hinzu. Der Einsatz von Derivaten bringt außerdem Kontrahentenrisiken mit sich.
Für Anleger ist außerdem die Einführung von Swing Pricing und Gating seit April 2026 zu beachten. Diese Instrumente sollen den Fonds bei außergewöhnlich hohen Mittelbewegungen schützen. Im Extremfall kann Gating jedoch bedeuten, dass Anleger ihre Fondsanteile vorübergehend nicht vollständig zurückgeben können.
Gesamturteil aus Anlegersicht
Der Jahresbericht vermittelt insgesamt ein positives Bild. Der Siemens Balanced kombiniert eine relativ defensive Vermögensstruktur mit einer überzeugenden Jahresperformance von rund 8 %. Das hohe Anleihegewicht stabilisiert das Portfolio, während der Aktienanteil ausreichend Potenzial für zusätzliche Kursgewinne bietet. Positiv sind zudem die niedrige Volatilität, die vergleichsweise günstigen Kosten, die deutlichen Netto-Mittelzuflüsse und das Wachstum des Fondsvermögens.
Etwas vorsichtiger ist zu bewerten, dass ein erheblicher Teil des Jahresergebnisses auf noch nicht realisierten Kursgewinnen beruht. Außerdem bleiben Zins-, Kredit-, Aktienmarkt- und geopolitische Risiken bestehen. Für sehr renditeorientierte Anleger dürfte der Aktienanteil von rund 36 % eher niedrig sein; für Anleger, die Kapitalwachstum mit begrenzteren Schwankungen verbinden möchten, erscheint die Strategie dagegen attraktiv.
Fazit: Der Siemens Balanced präsentiert sich zum 31. Mai 2026 als finanziell solider und gut diversifizierter Mischfonds mit guter Rendite-Risiko-Relation. Besonders die Kombination aus etwa 8 % Jahresperformance, niedriger Volatilität und moderaten Kosten spricht für den Fonds. Aus Anlegersicht überwiegen damit derzeit die positiven Aspekte, wobei zukünftige Ergebnisse insbesondere von der Zinsentwicklung, den Kreditmärkten und der weiteren Entwicklung der Aktienmärkte abhängen. Der unabhängige Abschlussprüfer bestätigte zudem, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Sondervermögens vermittelt.