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Analyse des Jahresabschlusses 2023 der Windpark Mönchengladbach-Hardt GmbH & Co. KG aus Anlegersicht

geralt (CC0), Pixabay

1. Finanzielle Stabilität und Kapitalstruktur

  • Eigenkapitalquote: Das Eigenkapital beträgt nur 1.000 EUR, während das Unternehmen Verbindlichkeiten von 3,12 Mio. EUR aufweist. Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von nahezu 0 %, was die finanzielle Stabilität extrem gefährdet.
  • Hohe Fremdfinanzierung: Die Gesellschaft ist massiv fremdfinanziert, mit langfristigen Verbindlichkeiten von 2,63 Mio. EUR, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Kurzfristige Verbindlichkeiten belaufen sich auf 489.923 EUR.
  • Rückgang des Anlagevermögens: Das Anlagevermögen ist drastisch gesunken, von 270.382 EUR im Vorjahr auf 50.691 EUR – ein Rückgang von rund 81 %. Das könnte auf eine Abschreibung oder Veräußerung von Anlagen hindeuten.

2. Liquiditätslage und operative Stabilität

  • Flüssige Mittel und Forderungen: Die liquiden Mittel und Forderungen betragen 3,43 Mio. EUR, wobei über 3,2 Mio. EUR auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern entfallen. Dies ist problematisch, da ein erheblicher Teil der Aktiva in internen Forderungen gebunden ist, die möglicherweise nicht kurzfristig realisierbar sind.
  • Ertragskraft nicht erkennbar: Es fehlen genaue Angaben zu Umsatz und Gewinn, was für Investoren eine Einschätzung der operativen Rentabilität erschwert.

3. Besicherung und Risiken

  • Verpfändung der Stromerlöse: Verbindlichkeiten in Höhe von 3,11 Mio. EUR sind durch Verpfändung der Stromerlöse gesichert. Das bedeutet, dass das Unternehmen Einnahmen aus dem Stromverkauf vorrangig zur Tilgung dieser Schulden verwenden muss, was seine finanzielle Flexibilität erheblich einschränkt.
  • Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Die Gesellschaft hat langfristige Pachtverpflichtungen bis 2031, die sich jährlich verändern. Im Jahr 2023 betrug die Pacht 77.084 EUR – eine laufende finanzielle Belastung, die in den kommenden Jahren weiterbesteht.

4. Bewertung aus Anlegersicht

  • Positiv:

    • Die kurzfristige Liquidität ist noch ausreichend, da die Forderungen hoch sind.
    • Die Verbindlichkeiten sind gesichert, was eine gewisse Stabilität schafft.
    • Der Betrieb scheint fortgeführt zu werden, was im Jahresabschluss ausdrücklich betont wird.
  • Kritisch:

    • Nahezu kein Eigenkapital: Das Unternehmen ist hochverschuldet, und eine Eigenkapitalquote von fast 0 % bedeutet ein hohes Insolvenzrisiko.
    • Hohes Klumpenrisiko bei Gesellschafterforderungen: Über 3,2 Mio. EUR an Forderungen gegen Gesellschafter sind eine Schwachstelle – sollte es hier zu Zahlungsausfällen kommen, droht ein massives Liquiditätsproblem.
    • Sinkendes Anlagevermögen: Der massive Rückgang des Anlagevermögens deutet auf eine strukturelle Schwächung hin. Falls es sich um den Verkauf oder die Stilllegung von Anlagen handelt, könnte dies ein Alarmzeichen für rückläufige Geschäftstätigkeit sein.

5. Fazit

Die Windpark Mönchengladbach-Hardt GmbH & Co. KG steht finanziell auf sehr wackligen Beinen. Die extreme Fremdfinanzierung, die geringe Eigenkapitalbasis und die hohen Forderungen an Gesellschafter sind klare Warnsignale.

Für Investoren stellt sich die Frage, ob das Geschäftsmodell nachhaltig tragfähig ist, insbesondere angesichts der langfristigen Pachtverpflichtungen und der verpfändeten Einnahmen. Die Liquidität ist zwar noch vorhanden, aber stark von den Zahlungsströmen der Gesellschafter abhängig. Ohne eine deutliche Erhöhung des Eigenkapitals oder eine Restrukturierung der Finanzverhältnisse bleibt das Risiko für Anleger sehr hoch.

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