Der Jahresabschluss der Windpark Benzweiler GmbH & Co. KG zeigt einige signifikante Entwicklungen gegenüber dem Vorjahr. Während bestimmte Kennzahlen Stabilität signalisieren, gibt es auch Herausforderungen, die Investoren und Anleger berücksichtigen sollten.
1. Finanzielle Stabilität und Eigenkapitalentwicklung
- Das Eigenkapital sank leicht von 6,45 Mio. € auf 6,43 Mio. €, was auf die geringe Ergebnisveränderung (-16,7 T€ Jahresfehlbetrag) zurückzuführen ist.
- Das Kommanditkapital bleibt mit 10.000 € unverändert, die Rücklagen betragen weiterhin 6,64 Mio. €.
- Der Verlustvortrag erhöhte sich leicht von -198,2 T€ auf -214,9 T€, was auf eine Ergebnisverschlechterung hinweist.
2. Anlagevermögen und Abschreibungen
- Die technischen Anlagen und Maschinen, die den Kern des Geschäftsmodells bilden, verzeichneten einen Buchwertverlust von ca. 1,37 Mio. €, bedingt durch planmäßige Abschreibungen.
- Der Wert des gesamten Anlagevermögens sank um 9,5% auf 13,38 Mio. € (Vorjahr: 14,79 Mio. €), was typisch für Investitionen in Windenergieanlagen ist.
3. Liquidität und Umlaufvermögen
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen drastisch um über 157% von 374 T€ auf 963 T€, was auf eine verzögerte Zahlungseingangsdynamik hinweisen könnte.
- Die liquiden Mittel sanken um ca. 18% auf 3,83 Mio. €, was auf gestiegene Betriebsausgaben oder Tilgungen zurückzuführen sein könnte.
- Insgesamt reduzierte sich das Umlaufvermögen um ca. 5,9% – ein Zeichen für eine schwächere Liquiditätslage.
4. Verschuldung und Verbindlichkeiten
- Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von 12,25 Mio. € auf 11,25 Mio. €, was auf eine gezielte Schuldentilgung hindeutet.
- Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich erheblich von 565 T€ auf 3,7 T€, was auf eine Entschuldung innerhalb der Konzernstruktur schließen lässt.
- Die sonstigen Verbindlichkeiten sanken ebenfalls leicht von 7,2 T€ auf 3,5 T€.
- Insgesamt sanken die Gesamtverbindlichkeiten um rund 12%, was positiv für die finanzielle Stabilität ist.
5. Ertragslage und operative Risiken
- Umsatzerlöse brachen um 34% ein, von 3,94 Mio. € auf 2,59 Mio. €. Dies könnte auf geringere Einspeisevergütungen oder eine reduzierte Stromproduktion zurückzuführen sein.
- Der Materialaufwand von 759 T€ wurde erstmals separat ausgewiesen und umfasst u. a. Wartung und Betriebsführung, die zuvor in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten waren.
- Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von 212 T€ auf 59,5 T€, was auf weniger Entschädigungszahlungen hindeutet.
- Sonstige betriebliche Aufwendungen sanken um 68% von 973 T€ auf 310 T€, was durch die Umgliederung einiger Kosten in den Materialaufwand bedingt ist.
- Das Jahresergebnis nach Steuern fiel von einem Überschuss von 1,53 Mio. € im Vorjahr auf ein leicht negatives Ergebnis von -16,7 T€, was auf die gesunkene Ertragskraft hinweist.
6. Besondere Risiken und Verpflichtungen
- Langfristige Wartungs- und Pachtverträge können die zukünftige Rentabilität belasten.
- Kommunalabgaben: Der Windpark verpflichtet sich, 0,2 ct pro eingespeiste Kilowattstunde an Gemeinden abzuführen, was zu einer geschätzten jährlichen Belastung von 54 T€ führt.
- Bankbesicherungen: Alle Bankverbindlichkeiten sind durch Sicherungsübereignungen und Abtretungen der Stromerlöse vollständig besichert, was die finanzielle Flexibilität einschränkt.
Fazit für Anleger
Die Windpark Benzweiler GmbH & Co. KG zeigt eine gesunde Eigenkapitalbasis und eine aktive Schuldentilgung, allerdings gibt es einige Herausforderungen:
✅ Positiv:
- Reduzierung der Bankverbindlichkeiten um ca. 1 Mio. €.
- Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.
- Sinkende sonstige betriebliche Aufwendungen durch Kostenumgliederung.
⚠️ Negativ/Risiken:
- Starker Umsatzeinbruch um 34%.
- Geringerer Jahresüberschuss (von +1,53 Mio. € auf -16,7 T€).
- Wachsende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, was auf verzögerte Zahlungseingänge hindeuten könnte.
- Sinkende Liquidität, die die finanzielle Flexibilität einschränken könnte.
Empfehlung:
Anleger sollten die zukünftige Entwicklung der Umsatzerlöse sowie die Zahlungsströme aus offenen Forderungen genau beobachten. Der starke Rückgang der Einnahmen bei stabilen Fixkosten stellt ein finanzielles Risiko dar.