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Kritische, aber faire Analyse des Jahresabschlusses 2023 der Windpark Mihla GmbH & Co. KG aus Anlegersicht

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Mihla GmbH & Co. KG weist für das Geschäftsjahr 2023 eine stabile Bilanzstruktur, jedoch auch hohe Verbindlichkeiten auf. Während das Unternehmen über ein solides Anlagevermögen verfügt und seine Schulden leicht reduzieren konnte, zeigen sich sinkende Liquiditätsreserven und eine geringe Eigenkapitalquote als potenzielle Risikofaktoren.

1. Vermögenslage – Anlagevermögen stabil, Liquidität sinkt

Das Anlagevermögen beträgt 25,25 Mio. EUR (Vorjahr: 27,18 Mio. EUR), was einem leichten Rückgang von rund 7 % entspricht. Dies ist auf planmäßige Abschreibungen der technischen Anlagen zurückzuführen, was für einen Windpark nicht ungewöhnlich ist.

Kritischer ist der Rückgang des Umlaufvermögens von 6,04 Mio. EUR auf 4,31 Mio. EUR (-29 %). Besonders besorgniserregend ist dabei der Liquiditätsrückgang:

  • Guthaben bei Kreditinstituten sind von 5,13 Mio. EUR auf 3,23 Mio. EUR gesunken.
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen mit 0,79 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahr (0,87 Mio. EUR).

Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen erhebliche Mittelabflüsse hatte, die möglicherweise für die Schuldentilgung oder betriebliche Kosten verwendet wurden.

Ein weiterer Punkt ist der Anstieg der Rechnungsabgrenzungsposten um 5 %, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen vermehrt Vorauszahlungen für zukünftige Verpflichtungen leistet.

2. Ertragslage – Keine Kapitalstärkung, stagnierendes Eigenkapital

Das Eigenkapital liegt mit 5,52 Mio. EUR auf Vorjahresniveau, was darauf schließen lässt, dass keine Gewinne oder Verluste erwirtschaftet wurden.

  • Eigenkapitalquote: ca. 18,5 % → Dies ist für ein kapitalintensives Unternehmen relativ niedrig.
  • Kein Bilanzgewinn oder -verlust → Keine signifikante Wertsteigerung für Anleger.

Während das stabile Eigenkapital grundsätzlich positiv ist, bleibt fraglich, ob das Unternehmen in der Lage ist, Erträge zu erwirtschaften, um Schulden weiter abzubauen.

3. Finanzielle Stabilität – Hohe Verschuldung bleibt ein zentrales Risiko

Die Verbindlichkeiten betragen 23,33 Mio. EUR (Vorjahr: 26,81 Mio. EUR), was einer Reduktion um rund 3,5 Mio. EUR entspricht. Dies ist ein positives Signal, da es zeigt, dass das Unternehmen aktiv Schulden abbaut.

Allerdings bleibt die Fremdkapitalquote mit über 78 % hoch.

  • 21,75 Mio. EUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten → Hauptbelastung des Unternehmens.
  • 19,72 Mio. EUR davon haben eine Laufzeit von über einem Jahr, 11,66 Mio. EUR über fünf Jahre → Langfristige Verpflichtungen, die den finanziellen Spielraum einschränken.
  • Die Bankverbindlichkeiten sind durch Globalzessionen und Sicherungsübereignungen abgesichert, was die Flexibilität des Unternehmens begrenzt.

Ein weiterer kritischer Punkt sind die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, die von 2,64 Mio. EUR (2022) auf 1,21 Mio. EUR (2023) gesenkt wurden. Dies könnte auf eine teilweise Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen hinweisen.

Positiv ist, dass die sonstigen Rückstellungen für den Rückbau des Windparks gestiegen sind (473 TEUR vs. 363 TEUR im Vorjahr), was auf eine langfristige Planung hindeutet.

4. Unternehmensführung – Keine eigenen Mitarbeiter, externe Verwaltung

  • Die Gesellschaft hat keine eigenen Mitarbeiter, sondern wird durch die Windkraft Thüringen Verwaltungsgesellschaft mbH verwaltet.
  • Geschäftsführer: Henning Weiß & Philipp Riesmeyer → Keine Veränderung im Management.
  • Externe Verwaltung bietet Kostenvorteile, birgt aber das Risiko einer geringeren direkten Kontrolle über betriebliche Entscheidungen.

Die Haftung der Komplementärin wird vergütet (1,6 Mio. EUR), was für Anleger eine zusätzliche Kostenposition darstellt.

5. Bewertung aus Anlegersicht – Solide Substanz, aber hohes Fremdkapitalrisiko

Positive Aspekte:

✔️ Langfristig stabiles Anlagevermögen mit geplanter Laufzeit bis 2043.
✔️ Schrittweise Reduzierung der Schulden, insbesondere gegenüber Gesellschaftern.
✔️ Rückstellungen für den Rückbau steigen, was auf vorausschauendes Management hindeutet.
✔️ Keine plötzlichen Verluste oder unerwartete Kostensteigerungen.

Kritische Punkte:

⚠️ Hohe Verschuldung mit langfristigen Finanzierungsverpflichtungen.
⚠️ Sinkende Liquidität, was zukünftige Zahlungsschwierigkeiten verursachen könnte.
⚠️ Stagnierendes Eigenkapital, keine erkennbare Wertsteigerung für Anleger.
⚠️ Abhängigkeit von externem Management, was Entscheidungsfreiheit einschränken könnte.

Fazit: Stabil, aber begrenztes Wachstum und hohe Schulden

Die Windpark Mihla GmbH & Co. KG zeigt sich als operativ stabiles Unternehmen, das seine Schulden reduziert und langfristig plant. Allerdings gibt es einige Risikofaktoren, die Anleger beachten sollten:

  • Die hohe Verschuldung bleibt eine erhebliche Belastung, obwohl sie langsam gesenkt wird.
  • Die sinkende Liquidität könnte ein Warnsignal für zukünftige Engpässe sein.
  • Es gibt kein Wachstumspotenzial, da das Eigenkapital stagnierend ist.

Für Anleger, die auf sichere Infrastrukturprojekte setzen, kann das Unternehmen aufgrund seiner langfristigen Planung eine interessante Option sein.
Jedoch sind die finanzielle Stabilität und das begrenzte Wachstum klare Einschränkungen, die eine Renditesteigerung erschweren.

Langfristig sollte das Unternehmen darauf hinarbeiten, seine Eigenkapitalquote zu verbessern und alternative Einnahmequellen zu erschließen, um nicht nur seine Schulden zu reduzieren, sondern auch nachhaltig profitabel zu bleiben.

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