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US-Militär kehrt Klimaschutz den Rücken – Experten schlagen Alarm

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay

Nach Jahrzehnten intensiver Forschung zu den sicherheitspolitischen Auswirkungen des Klimawandels wendet sich das US-Verteidigungsministerium unter der Trump-Regierung plötzlich von diesem Thema ab. Der neue Verteidigungsminister Pete Hegseth macht klar: Klimaschutz gehört nicht mehr zur Mission des Militärs.

Ein radikaler Kurswechsel

  • Offizielle Linie: „Das Verteidigungsministerium macht keinen Klimawandel-Kram. Wir machen Ausbildung und Kriegsführung“, erklärte Hegseth auf der Plattform X (ehemals Twitter).

  • Erste Maßnahme: Streichung von 91 Forschungsprojekten, darunter Studien zu Klimaauswirkungen und globaler Migration – ein „Sparpaket“ im Wert von 30 Mio. Dollar bei einem Jahresbudget von 850 Mrd. Dollar.

  • Verteidigungssprecher sprechen von einem Ende der „woken Klimaprogramme“.

  • Laut Beobachtern folgt diese Politik dem konservativen Strategiepapier „Project 2025“, das die Rückbesinnung auf „militärische Kernaufgaben“ fordert.

Jahrzehnte der Forschung ignoriert

  • Seit den 1980er-Jahren haben Pentagon, Geheimdienste und Sicherheitsbehörden Berichte zu den Risiken des Klimawandels verfasst.

  • Frühere Verteidigungsminister wie Jim Mattis warnten ausdrücklich vor klimabedingten Konflikten in Einsatzgebieten wie dem Nahen Osten.

  • Unter George H.W. Bush hieß es bereits 1991, dass Klimawandel grenzüberschreitende politische Spannungen verschärft.

Warum Klimawandel für das Militär relevant ist:

  1. Truppenlogistik bei extremer Hitze oder Kälte

  2. Schmelzende Start- und Landebahnen

  3. Überflutete Stützpunkte, z. B. in Norfolk oder Annapolis (USA)

  4. Veränderte Ozeanchemie, die U-Boot-Sonar beeinflusst

  5. Militärische Präsenz in der Arktis, wo Russland bereits stärker vertreten ist

  6. Reaktion auf Naturkatastrophen im Pazifik, wo China bei US-Rückzug Einfluss gewinnen könnte

Kritische Stimmen aus Forschung und Sicherheit

  • Robert Young, Geologe: „Die DoD war bislang sehr fortschrittlich in Sachen Klima. Wer Anpassung an Umweltveränderungen verhindert, gefährdet die nationale Sicherheit.“

  • Sherri Goodman, Ex-Verteidigungsbeamtin: „Wenn wir Klimarisiken ignorieren, zahlen wir am Ende einen hohen Preis – und China profitiert davon.“

  • Tom Ellison, Klimaexperte: „Klimawandel betrifft jedes Detail militärischer Planung.“

Gefahr für Truppen und Infrastruktur

  • Das Pentagon besitzt weltweit Immobilien im Wert von 1,2 Billionen Dollar.

  • Studien zeigen: Schon ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter gefährdet über 128 Militärstützpunkte.

  • Beispiel Tyndall Air Force Base (Florida): 2018 durch Hurrikan zerstört, wurde sie mit klimaresistenter Infrastruktur neu aufgebaut – ein Paradebeispiel für klimagerechtes Militärdesign.

Fazit

Der Bruch mit der bisherigen Klimapolitik des US-Militärs sorgt für breite Kritik – nicht nur von Umweltorganisationen, sondern auch von Sicherheits- und Verteidigungsexperten aus konservativen wie progressiven Lagern. Die Sorge ist groß, dass der neue Kurs Truppen gefährdet, Milliarden-Investitionen untergräbt und geopolitische Räume an andere Mächte verliert.

Oder wie es ein Experte ausdrückte:

„Ob man es nun Klimawandel nennt oder nicht – das Pentagon muss auf Fluten, Hitze, Erosion reagieren. Alles andere ist fahrlässig.“

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