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Trump-Regierung stoppt Bidens Plan: Keine Medicare-Kostenübernahme für Abnehmspritzen

heblo (CC0), Pixabay

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat am Freitag eine wichtige Gesundheitsreform der vorherigen Biden-Regierung verworfen: Medicare wird künftig keine Abnehmmittel wie Wegovy von Novo Nordisk oder Zepbound von Eli Lilly für ältere Menschen ohne zusätzliche Erkrankungen übernehmen.

Medicare ist das staatliche Gesundheitsprogramm für Menschen ab 65 Jahren sowie für Menschen mit bestimmten Behinderungen. Bisher übernimmt Medicare nur sogenannte GLP-1-Medikamente – eine Gruppe moderner, wirksamer Wirkstoffe – für Patient*innen mit Diabetes, wie etwa die Mittel Ozempic oder Mounjaro. Die Anwendung ausschließlich zur Gewichtsreduktion bleibt jedoch ausgeschlossen, obwohl viele dieser Medikamente inzwischen offiziell zur Behandlung von Adipositas zugelassen sind.

Die Biden-Regierung hatte im November 2024 vorgeschlagen, diese Medikamente auch für ältere Menschen mit Adipositas ohne Diabetes oder Herzerkrankungen zuzulassen – rund 3,4 Millionen Medicare-Patient*innen hätten ab 2026 davon profitieren können. Der Vorschlag scheiterte nun am Widerstand des Trump-geführten Gesundheitsministeriums.

Ein entscheidender Faktor dürfte der Preis gewesen sein: Die monatlichen Kosten für Medikamente wie Wegovy oder Zepbound liegen bei über 1.000 US-Dollar. Laut offiziellen Schätzungen hätte die Ausweitung der Kostenerstattung Medicare und Medicaid in den nächsten zehn Jahren rund 40 Milliarden Dollar gekostet.

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der dem Trump-Kabinett angehört, äußerte sich wiederholt kritisch zu medikamentöser Gewichtsreduktion. Er betonte, dass Amerikaner*innen sich auf gesunde Ernährung und Lebensstiländerungen konzentrieren sollten, statt auf teure Arzneimittel zu setzen.

Der Schritt der neuen Regierung stößt auf gemischte Reaktionen: Während einige Gesundheitsexpert*innen auf die langfristigen Einsparungen durch vermiedene Folgeerkrankungen hinweisen, begrüßen andere die Kostenkontrolle im Gesundheitssystem.

Für Millionen ältere Amerikaner*innen bedeutet die Entscheidung allerdings, dass sie weiterhin keinen Zugang zu wirksamer medikamentöser Hilfe gegen Adipositas über ihr staatliches Versicherungsprogramm haben.

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