Dark Mode Light Mode

Pro-palästinensische Proteste unterbrechen Microsoft-Jubiläum

Simon (CC0), Pixabay

Während der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen von Microsoft in Redmond, Washington, kam es am Freitag zu mehreren pro-palästinensischen Protesten – ausgelöst durch Mitarbeitende des Unternehmens selbst. Zwei Angestellte unterbrachen die Veranstaltung mit lauten Vorwürfen gegen Microsofts angebliche Beteiligung am Krieg in Gaza.

Die Softwareentwicklerin Vaniya Agrawal aus der KI-Abteilung rief während einer Podiumsdiskussion mit Microsoft-Größen wie Bill Gates, Steve Ballmer und KI-Chef Mustafa Suleyman: „Schämt euch alle! Ihr feiert auf dem Blut von 50.000 toten Palästinensern.“ Sie wurde umgehend von der Bühne geführt.

Zuvor hatte eine andere Mitarbeiterin, Ibtihal Aboussad, Suleyman einen „Kriegsgewinnler“ genannt. Beide protestierten öffentlich gegen Microsofts Geschäftstätigkeiten mit Israel. Laut internen E-Mails werfen sie dem Unternehmen vor, mit seiner Cloudplattform „Azure“ und KI-Technologien die israelischen Militäreinsätze zu unterstützen. Der Vorwurf: Microsoft ermögliche mit seinen Diensten gezielte Überwachung, Kommunikationserfassung und Angriffsplanung.

Agrawal kündigte zudem in einer E-Mail an, das Unternehmen aus Protest zum 11. April zu verlassen. „Ich kann nicht Teil eines Unternehmens sein, das sich an diesem Unrecht beteiligt“, schrieb sie. Ihre Botschaft und die Proteste wurden auch außerhalb des Firmensitzes durch eine größere Kundgebung der Gruppe „No Azure for Apartheid“ begleitet – ein Netzwerk, das sich aus Microsoft-Mitarbeitenden formiert hat.

Microsoft reagierte mit Zurückhaltung. In einer Stellungnahme hieß es lediglich, dass Proteste nicht den Geschäftsbetrieb stören dürften. Auf die konkreten Vorwürfe ging das Unternehmen nicht ein.

Berichte der Associated Press und The Guardian legen nahe, dass Microsoft-Technologie vom israelischen Militär intensiv genutzt werde – insbesondere nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Microsoft beantwortete Anfragen dieser Medien bislang nicht.

Die Proteste zeigen, wie sehr die Rolle großer Tech-Unternehmen in internationalen Konflikten zunehmend hinterfragt wird – auch von den eigenen Angestellten.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Tödliche Unwetter und Überschwemmungen im Zentrum der USA: Millionen in Gefahr

Next Post

Trump-Regierung stoppt Bidens Plan: Keine Medicare-Kostenübernahme für Abnehmspritzen