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Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg am Limit – Beschäftigte schlagen Alarm

geralt / Pixabay

Mit eindringlichen Worten haben Beschäftigte der Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg auf die dramatischen Zustände in ihrem Arbeitsalltag aufmerksam gemacht. Beim Kinder- und Jugendgipfel „Tu was, Hamburg“ kamen mehr als 150 Mitarbeitende aus Kitas, Jugendämtern und Kinderschutzhäusern zusammen – mit einer klaren Botschaft: „So kann es nicht weitergehen.“

Die Kritik ist deutlich: zu wenig Personal, zu wenig Geld, zu viele Aufgaben. Die Belastung in Hamburgs Kinder- und Jugendhilfe sei inzwischen so hoch, dass viele Beschäftigte „am Limit“ arbeiten oder sogar vorzeitig aus dem Beruf aussteigen, so der ver.di-Gewerkschafter Volkhard Kruse im Gespräch mit NDR 90,3. Die soziale Arbeit sei als Teil der Daseinsvorsorge längst über ihre Grenzen hinaus belastet.

Rechtsansprüche können kaum noch erfüllt werden

Der Mangel an Fachkräften hat spürbare Folgen: In Schulen, Jugendämtern und vor allem in überfüllten Kinderschutzhäusern können die Rechtsansprüche von Kindern und Jugendlichen kaum noch erfüllt werden. Laut Kruse müsste das pädagogische Personal mindestens verdoppelt werden, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Denn gleichzeitig steigen die psychischen und sozialen Probleme bei Kindern und Jugendlichen stetig.

System unter Druck – mit Folgen für alle

Dass die Probleme nicht neu sind, zeigt ein Blick zurück: Bereits im Oktober 2024 hatten Jugendamtsmitarbeiterinnen im Hamburg Journal des NDR von einem Gefühl gesprochen, „auf verlorenem Posten“ zu stehen – zu viele Fälle, zu wenig Zeit, zu wenig Unterstützung.

Die Beschäftigten kündigten nun an, künftig lauter und sichtbarer für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einzutreten. „Das Thema geht uns alle an,“ betonten sie – und forderten konkrete politische Lösungen statt wohlklingender Versprechen.

Anmerkung der Redaktion:
Wenn Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe Alarm schlagen, ist das nicht nur ein Hilferuf aus überlasteten Systemen – es ist ein Hinweis auf wachsende soziale Spannungen, die unsere gesamte Gesellschaft betreffen. Kinder brauchen Schutz, Zeit und Zuwendung – dafür brauchen ihre Betreuer*innen gute Arbeitsbedingungen. Jeder Tag des Zögerns kostet Vertrauen, Qualität – und Zukunft.

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