Ein kürzlich entdeckter Asteroid mit dem Namen 2024 YR4 hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Zwar liegt die Wahrscheinlichkeit eines direkten Einschlags auf der Erde mittlerweile nur noch bei 0,001 %, jedoch besteht laut NASA eine 3,8 %ige Chance, dass der Asteroid am 22. Dezember 2032 den Mond trifft. Auch wenn er zu klein ist, um das Mondorbit zu beeinflussen, könnte er im Falle eines Erdkontakts eine Stadt zerstören – Experten sprechen vom Potenzial eines „City Killers“.
Woher kommen solche Asteroiden überhaupt?
Die meisten Asteroiden stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Durch Störungen – etwa durch die Schwerkraft des Jupiters – werden manche in neue Umlaufbahnen gelenkt, die sie in Richtung Erde führen. 2024 YR4 stammt vermutlich aus dem inneren Teil dieses Gürtels und ist reich an Gestein, aber arm an leichten Elementen wie Kohlenstoff.
Warum sind Asteroiden wissenschaftlich so wertvoll?
Asteroiden gelten als „Überbleibsel der Frühzeit des Sonnensystems“. Ihre chemische Zusammensetzung gibt Aufschluss über die Bedingungen vor 4,6 Milliarden Jahren. Sie können stony (S-Typ), metallisch (M-Typ) oder kohlenstoffhaltig (C-Typ) sein. Manche, wie der Asteroid Psyche 16, bestehen zu rund 95 % aus Nickel und Eisen – ähnlich dem Erdkern – und könnten zukünftig sogar als Rohstoffquellen dienen.
Wie gefährlich ist ein Einschlag?
Selbst wenn ein Asteroid wie YR4 – geschätzt auf 53–67 Meter Durchmesser – die Atmosphäre nicht durchschlägt, kann eine Explosion in der Luft (Airburst) enorme Schäden anrichten. Das zeigte der Fall Tscheljabinsk 2013, als ein 20 Meter großer Asteroid 22 Kilometer über Russland explodierte und über 1.000 Menschen verletzte.
Was tut die Menschheit dagegen?
Die NASA hat mit der DART-Mission 2022 erstmals erfolgreich die Bahn eines Asteroiden verändert, indem sie gezielt mit einem Raumfahrzeug auf Dimorphos, den Mond eines größeren Asteroiden, prallte. Künftige Missionen sollen dieses Wissen weiter vertiefen – sowohl zur planetaren Verteidigung als auch zur wissenschaftlichen Forschung.
Mithilfe von Teleskopen wie dem James-Webb-Weltraumteleskop wird die Größe und Zusammensetzung von Asteroiden wie YR4 genauer bestimmt. Doch trotz aller Technik bleibt Unsicherheit: Die Größe, Struktur und Masse sind oft schwer präzise einzuschätzen – und machen die Früherkennung sowie internationale Zusammenarbeit essenziell.
Fazit: Asteroiden sind nicht nur faszinierende Himmelskörper aus der Frühzeit unseres Sonnensystems, sondern auch reale Gefahrenquellen. Das Beispiel YR4 zeigt, wie wichtig es ist, sowohl ihre wissenschaftliche Bedeutung zu erforschen als auch ihre potenzielle Bedrohung für unseren Planeten ernst zu nehmen.