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Unaufhörliche Frühjahrsstürme fordern mindestens sieben Tote – Historische Regenmengen überfluten den mittleren Westen der USA

xusenru (CC0), Pixabay

Ein massives Wettersystem hat große Teile der zentralen Vereinigten Staaten heimgesucht und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Während Meteorologen vor weiterem Extremwetter warnen, steigen die Opferzahlen. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Tennessee, Kentucky, Arkansas, Indiana und Missouri. Die Lage wird vielerorts als „katastrophal“ bezeichnet.

Ein sogenannter atmosphärischer Fluss – ein feuchtigkeitsreiches Wettersystem mit tropischem Ursprung – hat sich wie ein Band über die Region gelegt. Das Resultat: Tornados, Überflutungen, zerstörte Infrastruktur und über 260.000 Haushalte ohne Strom. Wetterdienste sprechen von einer „potenziell historischen“ Flutlage, die das öffentliche Leben massiv beeinträchtigt.

Verwüstung durch Tornados

Mindestens zehn Tornados wurden bestätigt, darunter ein besonders starker der Stufe EF-3 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h in Tennessee. In Selmer verlor Stacy Thompson ihr Zuhause. Während sie im Schutt nach alten Familienfotos suchte, sagte sie: „Wir können Fotos verlieren. Hauptsache, meine Mutter ist am Leben.“ Dass sie die Nacht überlebte, grenzt an ein Wunder – sie war zum Zeitpunkt des Sturms nicht zu Hause.

In Missouri, Indiana und Tennessee wurden mindestens sieben Menschen getötet. Ein Mann starb, nachdem er eine herabgestürzte Stromleitung berührte.

Stromausfälle, blockierte Straßen, beschädigte Infrastruktur

In Staaten wie Michigan, Indiana und Ohio summieren sich die Stromausfälle auf über eine Viertelmillion betroffene Haushalte. Mehrere Highways, darunter Teile der Interstate 65, wurden wegen Überschwemmungen gesperrt. Hunderte Flüge fielen aus.

Der Flughafen von Detroit verzeichnete Rekordniederschläge. In Städten wie Indianapolis und Nashville kam es zu zahlreichen Notfall-Wasserrettungen, da Autos in Fluten stecken blieben oder vollständig überflutet wurden.

Keine Notunterkünfte für Bedürftige

Besonders prekär ist die Situation für Obdachlose. In Paducah, Kentucky, gibt es keine Notunterkunft für Menschen ohne Obdach – selbst nicht bei solch extremen Wetterlagen. Die Direktorin des Übergangswohnheims äußerte sich besorgt: „Wenn unser Gebäude überflutet wird, bleibt uns nur ein leerstehendes Lagerhaus – das kaum besser geeignet ist.“

Auch Unternehmen betroffen – wirtschaftliche Folgen drohen

Das Hauptquartier von Papa John’s in Kentucky erlitt Sachschäden. Ebenso wurden Logistikzentren, Lagerhallen und Kindertagesstätten beschädigt. Besonders heikel: Sollte das FedEx-Drehkreuz in Memphis betroffen sein, könnten landesweite Lieferverzögerungen folgen.

Schulen schließen, Katastrophenalarm in mehreren Bundesstaaten

Infolge der Gefahrenlage wurde in Kentucky, Tennessee und Arkansas der Notstand ausgerufen. Schulen blieben geschlossen, manche stellten kurzfristig auf Online-Unterricht um. Gouverneure warnten eindringlich vor der weiteren Entwicklung.

Zunehmende Kritik an Infrastruktur und Notfallvorsorge

Während Behörden die Bevölkerung zur Vorsicht mahnen, wird zunehmend Kritik an der mangelnden Infrastruktur laut. Die fehlenden Notunterkünfte, unzureichender Hochwasserschutz und das langsame Reagieren auf Frühwarnungen werfen Fragen über die Krisenresilienz der betroffenen Regionen auf.

Kommentar:
Dieser Sturm ist nicht nur ein Naturereignis, sondern ein Weckruf. Der Klimawandel verstärkt Extremwetterlagen – und die gesellschaftlichen Systeme zeigen sich vielerorts unvorbereitet. Die Mischung aus sozialen Problemen, wirtschaftlicher Unsicherheit und infrastruktureller Überforderung macht aus Wetterkatastrophen menschliche Tragödien.

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