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Fed-Chef Powell warnt: Trumps Zölle könnten Inflation dauerhaft anheizen

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

US-Notenbankchef Jerome Powell hat am Freitag in einer Rede vor anhaltend hohen Inflationsrisiken gewarnt, ausgelöst durch die jüngsten massiven Zollmaßnahmen von Präsident Donald Trump. Die US-Regierung hatte in dieser Woche die umfangreichste Zollausweitung seit über 200 Jahren angekündigt – noch schärfer als die berüchtigten Zölle unter dem Smoot-Hawley Act von 1930.

„Die Auswirkungen könnten vorübergehend, aber auch anhaltend sein“, sagte Powell auf einer Wirtschaftskonferenz bei Washington. Er sprach von einer „hochgradig unsicheren Lage mit erhöhtem Risiko für sowohl steigende Inflation als auch höhere Arbeitslosigkeit“.

Ab Samstag tritt ein genereller Importzoll von 10 % in Kraft. Am 9. April folgen weitere Erhöhungen – insbesondere auf chinesische Produkte, die dann mit mehr als 54 % Zoll belegt werden. China hat bereits mit Gegenzöllen von 34 % auf US-Waren reagiert.

Stagflation als Schreckensszenario

Ökonomen warnen vor einem gefährlichen wirtschaftlichen Szenario: Stagflation – eine Kombination aus stagnierendem Wachstum, steigender Arbeitslosigkeit und gleichzeitig hoher Inflation. Die US-Notenbank stecke in einer Zwickmühle, so Kathy Bostjancic, Chefvolkswirtin bei Nationwide: „Die Fed steht vor der Herausforderung, Inflation zu bekämpfen, während das Wachstum gleichzeitig abkühlt.“

Zinspolitik bleibt vorerst unverändert

Trotz der Unsicherheit lässt die Fed die Zinsen vorerst unverändert. Zwar wurde 2024 mehrfach gesenkt, als sich die Inflation verlangsamt hatte, doch seit Jahresbeginn ist der Rückgang ins Stocken geraten. Die nächste Zinsentscheidung wird für den 6. und 7. Mai erwartet.

Trump hatte kurz vor Powells Rede auf seinem sozialen Netzwerk erneut eine Zinssenkung gefordert – der Fed-Chef ließ sich davon jedoch nicht beirren. „Wir müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, sagte Powell.

Verunsicherung bei Konsumenten und Unternehmen

Die weitreichende Unsicherheit hat bereits erste Spuren hinterlassen: Das Verbrauchervertrauen fiel im März auf den tiefsten Stand seit Januar 2021. Kleine Unternehmen äußerten im Februar so viel wirtschaftliche Unsicherheit wie zuletzt 1973.

Powell betonte, dass sich die Auswirkungen der Trump-Politik voraussichtlich erst im kommenden Jahr klarer abzeichnen werden: „Dann sollte der Nebel verzogen und die tatsächlichen Effekte sichtbar sein.“

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