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Trumps „Befreiungstag“: Der größte wirtschaftspolitische Alleingang der Moderne

MIH83 (CC0), Pixabay

Donald Trump hat es wieder getan. Mit einem spektakulären Alleingang hat der 47. Präsident der Vereinigten Staaten nicht nur die internationalen Märkte erschüttert, sondern auch das wirtschaftspolitische Erbe der USA auf den Kopf gestellt. Am 2. April 2025 verkündete er unter dem Banner eines selbsternannten „Liberation Day“ (Tag der wirtschaftlichen Befreiung) umfassende Strafzölle auf fast alle Importwaren aus 185 Ländern – ein Schritt, der Experten weltweit ratlos zurücklässt.


🧨 Ein riskantes Spiel mit der Weltwirtschaft

Trump behauptet, durch Zölle könne die US-Industrie wiederbelebt und die wirtschaftliche Vormachtstellung Amerikas gesichert werden. Doch statt gezielter Maßnahmen traf es diesmal alle – Freunde wie Feinde gleichermaßen. Selbst wirtschaftlich schwache Länder wie Madagaskar (47 % Zoll), Syrien (41 %) oder Sri Lanka (44 %) wurden nicht verschont. Sogar die „Heard- und McDonald-Inseln“ in der Antarktis sollen künftig 10 % Zoll zahlen – ein bitterer Witz mit geopolitischer Realität.

Was als „wirtschaftliche Befreiung“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein Rückgriff auf Protektionismus aus dem 19. Jahrhundert – in einer globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts. Trumps Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses, wild gestikulierend mit einem überdimensionalen Zolldiagramm in der Hand, wirkte dabei eher wie eine Performance für seine Hardcore-Basis als eine durchdachte wirtschaftliche Strategie.


⚠️ Verlierer: Die amerikanischen Verbraucher

Ironischerweise trifft Trumps Schritt genau jene, die ihn gewählt haben: die Mittelschicht, Arbeiter, Rentner. Alles wird teurer – Autos, Elektronik, Lebensmittel, Baumaterialien. Laut dem Ökonom Justin Wolfers belaufen sich die Mehrkosten für eine durchschnittliche US-Familie auf rund 5.000 Dollar jährlich. Das entspricht einer versteckten Steuer – während Trumps Milliardärskabinett bereits an einer neuen Steuersenkung arbeitet, die vor allem den Wohlhabenden nützen soll.


🌎 Freunde wenden sich ab – Reaktionen aus aller Welt

Australien, langjähriger Partner der USA, sprach von einem „Akt der Unfreundschaft“. Europa bereitet Gegenzölle vor, Asien analysiert juristische Schritte über die WTO. Selbst treue Partner wie Kanada und Südkorea zeigen sich tief enttäuscht. Trump dürfte die USA in eine wirtschaftliche Isolation manövriert haben – und das inmitten multipler globaler Krisen.


📉 Ein Schuss, der nach hinten losgehen könnte

Trump selbst glaubt, einen historischen Wendepunkt herbeigeführt zu haben: „Ihr werdet euch an diesen Tag erinnern“, sagte er. Doch viele Beobachter sehen genau darin die Gefahr: Sollte die US-Wirtschaft abrutschen, wird dieser Tag zum Symbol für wirtschaftspolitisches Versagen.

Und tatsächlich: Wird das Wachstum einbrechen, Inflation steigen und Jobs verloren gehen, könnte das ein politisches Eigentor werden. Demokraten wie Senator Chuck Schumer sprechen bereits vom „größten Steuererhöhungspaket für Familien – um Milliardären Steuererleichterungen zu finanzieren“. Wahlkampfteams werden die Bilder aus dem Rosengarten lieben.


🧠 Fazit: Symbolpolitik statt Substanz

Donald Trumps Zollexperiment ist mutig, aber gefährlich. Es ignoriert ökonomische Erkenntnisse, bedroht globale Lieferketten und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der USA. Ob es sich als genialer Coup oder tragischer Irrtum erweist, wird die Zukunft zeigen.

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