US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend ein weitreichendes Paket neuer globaler Strafzölle unterzeichnet. Die Maßnahme betrifft zahlreiche Länder weltweit und dürfte die internationalen Handelsbeziehungen in den kommenden Monaten erheblich belasten.
Wie das Weiße Haus mitteilte, zielt das neue Zollprogramm darauf ab, Handelsungleichgewichte zu korrigieren und amerikanische Arbeitsplätze zu schützen. Kritiker sprechen dagegen von einer wirtschaftspolitischen Eskalation mit potenziell inflationstreibenden Effekten und möglichen Gegenreaktionen aus dem Ausland.
„Wir wurden jahrzehntelang ausgebeutet – damit ist jetzt Schluss“, erklärte Trump bei einer Pressekonferenz. „Die Vereinigten Staaten lassen sich nicht länger unfair behandeln.“
Zölle auf Produkte aus Europa, China, Mexiko und weiteren Ländern
Betroffen sind unter anderem:
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Fahrzeuge und Fahrzeugteile aus der EU
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Elektronik aus China
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Agrarprodukte aus Südamerika
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Industriegüter aus Mexiko, Kanada und Indien
Insbesondere China und die Europäische Union stehen erneut im Fokus. Für sie gelten laut ersten Angaben Zollaufschläge von bis zu 60 % auf bestimmte Warengruppen. Auch Sonderzölle auf Stahl, Aluminium und pharmazeutische Produkte sind Teil des Maßnahmenpakets.
Hintergrund: Neue „America First“-Offensive
Die neuen Zölle gelten als Teil von Trumps wirtschaftspolitischer Leitlinie, die unter dem Motto „America First“ bereits in seiner ersten Amtszeit (2017–2021) durchgesetzt wurde. Nach seiner Rückkehr ins Amt Anfang 2025 setzt Trump damit erneut auf einen protektionistischen Kurs, der vor allem auf den Aufbau von Industriearbeitsplätzen im Inland abzielt.
„Wir handeln nicht gegen andere Länder – wir handeln für unsere Arbeiter“, so Trump.
Zugleich betonte er, dass Länder, die ihre Handelsbarrieren abbauen oder Produktionsstandorte in die USA verlagern, mit einer Lockerung der Zölle rechnen könnten.
Wirtschaftsexperten warnen vor Risiken
Ökonomen äußern sich besorgt über mögliche Folgen für Verbraucherpreise und das Verhältnis zu internationalen Partnern. Bereits in der Vergangenheit hatten ähnliche Maßnahmen zu Vergeltungszöllen, Lieferkettenproblemen und steigenden Lebenshaltungskosten geführt.
„Diese Zölle werden am Ende vor allem die amerikanischen Konsumenten belasten“, warnt die Handelsökonomin Elisabeth Buchwald. „Es ist ein riskantes Spiel mit dem globalen Markt.“
Die US-Börsen reagierten am Mittwochabend verhalten: Der Dow Jones schloss leicht im Minus, während Technologiewerte an der Nasdaq nachgaben.
Reaktionen aus dem Ausland erwartet
Mehrere betroffene Länder haben bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, man werde die Entscheidung „genau prüfen“ und „gegebenenfalls angemessen reagieren“. Auch aus Peking und Mexiko-Stadt kamen erste kritische Stimmen.
Fazit:
Mit der Unterzeichnung des neuen Zollpakets verschärft die US-Regierung unter Trump erneut den Ton in der globalen Handelspolitik. Ob die Maßnahmen wie erhofft die US-Wirtschaft stärken oder am Ende mehr Schaden als Nutzen anrichten, bleibt abzuwarten – klar ist jedoch: Die Ära der wirtschaftlichen Entspannung ist vorerst vorbei.