Dark Mode Light Mode

TikTok unter Verkaufsdruck: Amazon, Blackstone und OnlyFans-Gründer unter den Bietern

antonbe (CC0), Pixabay

Der Countdown läuft: Bis zum 5. April muss TikTok von seinem chinesischen Mutterkonzern ByteDance abgespalten werden – oder die App wird in den USA verboten. Diese Frist wurde von Präsident Donald Trump verlängert, nachdem das Repräsentantenhaus und der Senat 2024 ein entsprechendes Gesetz mit breiter Mehrheit verabschiedet hatten. Grund: nationale Sicherheitsbedenken.

Nun verdichtet sich das Bieterfeld: Große Namen aus Tech, Finanzwelt und Krypto-Szene haben sich laut Medienberichten und Unternehmensangaben offiziell in Stellung gebracht.

Amazon reicht überraschend ein Angebot ein

Wie Reuters und die New York Times berichten, hat Amazon am Mittwoch kurzfristig ein Angebot für TikTok eingereicht. Die Offerte ging direkt an Vizepräsident JD Vance und Handelsminister Howard Lutnick. Trotz der prominenten Absenderschaft soll das Angebot intern nicht allzu ernst genommen werden – Amazon selbst äußerte sich nicht dazu.

OnlyFans-Gründer mit Blockchain-Partner Hbar im Rennen

Ein weiteres überraschendes Bieter-Duo: die Krypto-Organisation Hbar Foundation und das Creator-Startup Zoop, das vom OnlyFans-Gründer Tim Stokely mitgegründet wurde. Beide bestätigten gegenüber USA TODAY, dass sie gemeinsam ein Konzept beim Weißen Haus eingereicht haben.

„Unser Angebot für TikTok geht über reinen Eigentumswechsel hinaus. Wir wollen ein neues Modell schaffen, in dem Creators und Communitys direkt vom Mehrwert profitieren, den sie erzeugen“, so Zoop-Co-Gründer RJ Phillips.

Blackstone prüft Beteiligung mit US-Investorengruppe

Der Finanzriese Blackstone denkt über eine Beteiligung im Rahmen eines Konsortiums nach, das sich aus nicht-chinesischen ByteDance-Investoren zusammensetzt – unter anderem die Susquehanna International Group und General Atlantic, berichten Reuters und NYT.

Weitere potenzielle Käufer: Tech-Promis, Milliardäre und MrBeast

Neben Amazon, Zoop und Blackstone gibt es weitere namhafte Interessenten:

  • Oracle und Andreessen Horowitz, ein von Trump-Unterstützer Marc Andreessen mitgeführter VC-Fonds, erwägen ebenfalls eine Investition.

  • Project Liberty, angeführt vom ehemaligen Baseballclub-Besitzer Frank McCourt, hat bereits ein offizielles Angebot eingereicht. Unterstützt wird es von Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian und „Shark Tank“-Investor Kevin O’Leary.

  • Der YouTube-Superstar MrBeast (Jimmy Donaldson) ist Teil eines weiteren Konsortiums rund um Employer.com-CEO Jesse Tinsley.

  • Perplexity AI, eine US-basierte Suchmaschine, hat im Januar eine Fusion mit TikTok vorgeschlagen – statt eines Verkaufs.

  • Microsoft, Walmart-CEO Doug McMillon, Activision-Ex-CEO Bobby Kotick und die konservative Video-Plattform Rumble haben Interesse geäußert, bisher aber keine offiziellen Angebote abgegeben.

Trump: „Ich will, dass TikTok überlebt“

Trotz des Verkaufsdrucks zeigt sich Trump optimistisch. Auf dem Rückflug mit der Air Force One sagte er am Sonntag:

„Es gibt enormes Interesse an TikTok. Ich möchte, dass TikTok am Leben bleibt.“

Der Präsident will in den kommenden Tagen selbst über das weitere Vorgehen informieren.

Fazit: Politischer Druck trifft Milliarden-Markt

Ob es Amazon, ein Finanzkonsortium oder doch ein Tech-Investor wird – klar ist: TikTok steht unter politischem Zwang, den Besitzer zu wechseln. Was wie ein Technologiedeal aussieht, ist in Wahrheit ein geopolitisches Machtspiel um Daten, Kontrolle und Einfluss. Und die Uhr tickt.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Weißes Haus: Elon Musk bleibt in Regierungsfunktion – vorerst

Next Post

📣 BREAKING: Trump verhängt 10 % Importzölle auf ALLE Länder