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Spargelernte 2024 rückläufig – Weniger Fläche, weniger Ertrag

Couleur (CC0), Pixabay

Im Jahr 2024 ist in Deutschland deutlich weniger Spargel geerntet worden als noch im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden bundesweit rund 108.100 Tonnen Spargel eingefahren – das sind drei Prozent weniger als 2023. Die rückläufigen Erntemengen sind dabei nicht etwa auf ungünstige Witterungsbedingungen zurückzuführen, sondern in erster Linie auf eine sinkende Anbaufläche. Diese lag im Erntejahr 2024 bei nur noch 19.800 Hektar, ebenfalls rund drei Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zahlen spiegeln einen anhaltenden Trend wider: Schon in den letzten Jahren war die Tendenz rückläufig, sowohl was die Flächen als auch die Erträge betrifft. Gründe dafür sind vielfältig – unter anderem wirtschaftlicher Druck, steigende Betriebskosten, ein Rückgang verfügbarer Saisonarbeitskräfte, geringere Absatzpreise im Lebensmitteleinzelhandel und verändertes Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Hinzu kommt, dass sich der Anbau aufgrund seiner arbeitsintensiven Struktur für viele kleinere Betriebe wirtschaftlich immer weniger lohnt.

Besonders betroffen ist der frisch vermarktete Spargel, der meist direkt regional verkauft oder auf Wochenmärkten angeboten wird. Größere Betriebe mit effizienteren Strukturen und Absatzkanälen können dem wirtschaftlichen Druck noch eher standhalten – allerdings auch nicht unbegrenzt.

Ein Blick auf die regionalen Zahlen zeigt, dass Niedersachsen mit 22.600 Tonnen auch 2024 das wichtigste Anbauland für Spargel geblieben ist. Dahinter folgen Brandenburg mit 20.200 Tonnen, Bayern mit 19.400 Tonnen und Nordrhein-Westfalen mit 18.500 Tonnen. Zusammengenommen haben diese vier Länder rund ein Viertel der bundesweiten Erntemenge beigesteuert – ein klares Zeichen für ihre Bedeutung im deutschen Spargelanbau.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnte der Rückgang langfristig Auswirkungen auf Verfügbarkeit und Preis haben – insbesondere, wenn die Anbauflächen weiter schrumpfen und der Wettbewerb durch Importe aus anderen Ländern zunimmt. Zwar konnte der Rückgang der Erntemenge 2024 bisher ohne große Preisaufschläge kompensiert werden, doch bei anhaltendem Flächenrückgang könnte sich das künftig ändern.

Fazit aus Anlegersicht:
Für Investoren und Kapitalgeber, die in landwirtschaftliche Projekte oder spezialisierte Agrarfonds investieren, ist der Rückgang der Spargelernte ein Hinweis auf strukturelle Veränderungen im Segment Sonderkulturen. Gerade bei Kulturen mit hohem Personal- und Logistikaufwand wie Spargel kann es sinnvoll sein, künftig verstärkt auf technologische Entwicklungen (z. B. Erntemaschinen), Arbeitskräfteverfügbarkeit und regionale Absatzstrategien zu achten – oder gezielt in Betriebe mit resilienten Geschäftsmodellen zu investieren. Der Trend zeigt: Der deutsche Spargelmarkt befindet sich im Wandel – mit Risiken, aber auch Chancen.

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