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Was können Kundinnen und Kunden der ExtraEnergy Services GmbH & Co. KG jetzt tun?

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

Redaktion: Frau Bontschev, was bedeutet es, wenn ein Unternehmen wie die ExtraEnergy Services GmbH & Co. KG in ein vorläufiges Insolvenzverfahren kommt?

Kerstin Bontschev: Das heißt: Die Firma hat große Geldprobleme und kann ihre Rechnungen vielleicht nicht mehr bezahlen. Jetzt darf sie wichtige Entscheidungen nur noch mit Erlaubnis der Insolvenzverwalterin treffen. Diese passt auf, dass kein Geld mehr verschwindet oder falsch verwendet wird.

Redaktion: Was heißt das für Menschen, die mit der Firma einen Vertrag haben oder schon bezahlt haben?

Bontschev: Wenn jemand schon Geld bezahlt hat – zum Beispiel für ein Produkt oder eine Dienstleistung – und noch nichts erhalten hat, kann das jetzt schwierig werden. Die Firma liefert vielleicht nicht mehr. Das Geld ist auch erstmal weg. Aber: Man kann später seine Forderung anmelden, also sagen, wie viel Geld man zurückbekommen will.

Redaktion: Wie funktioniert das genau?

Bontschev: Sobald das richtige Insolvenzverfahren eröffnet wird – das ist später der nächste Schritt – bekommt man ein Schreiben. Darin steht, bis wann und wo man seine Forderung anmelden muss. Man kann das auch selbst beim Gericht oder bei der Insolvenzverwalterin tun. Wichtig ist: Man sollte alle Belege, wie Rechnungen oder Überweisungen, gut aufheben.

Redaktion: Können betroffene Kundinnen und Kunden jetzt schon etwas tun?

Bontschev: Ja, am besten gleich alle Unterlagen zusammensuchen und sich notieren, wie viel Geld man bezahlt hat und wofür. Wer unsicher ist, kann sich von einer Anwältin oder einem Anwalt helfen lassen. Auch die Verbraucherzentrale kann oft unterstützen.

Redaktion: Bekommen die Betroffenen ihr Geld zurück?

Bontschev: Das ist leider nicht sicher. Wenn am Ende genug Geld übrig ist, bekommen alle Gläubiger – so nennt man die Betroffenen – einen kleinen Teil zurück. Aber oft ist das nur wenig. Trotzdem lohnt es sich, die Forderung anzumelden.

Redaktion: Frau Bontschev, vielen Dank für das Gespräch in einfacher Sprache!

Bontschev: Gern geschehen. Und mein Rat: Nicht abwarten, sondern aktiv werden und sich Hilfe holen, wenn man unsicher ist.

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