Die Windpark Schwarzerdener Höhe Beteiligungs GmbH wurde erst im Juli 2023 gegründet und hat daher lediglich ein Rumpfgeschäftsjahr von rund fünf Monaten bilanziert. Der Jahresabschluss gibt erste Einblicke in die finanzielle Aufstellung und die Rolle der Gesellschaft innerhalb des Konzerns der wpd GmbH, einem erfahrenen Akteur im Bereich Windenergie.
Stärken aus Anlegersicht
Konzernverankerung:
Die Einbindung in den wpd-Konzern verleiht der jungen Gesellschaft eine solide Ausgangsbasis. Dies signalisiert strategische Planung und professionelle Führung – auch durch den erfahrenen Geschäftsführer Dr. Gernot Blanke.
Solide Kapitalbasis:
Das gezeichnete Kapital beläuft sich auf 25.000 Euro, wovon zum Bilanzstichtag bereits die Hälfte eingezahlt wurde. Das spricht für eine ordnungsgemäße Kapitalausstattung, wenn auch mit noch offener Einlage.
Transparente und konservative Bewertung:
Die Bilanzpositionen wurden gemäß HGB-Vorgaben konservativ bewertet. Risiken sind durch Rückstellungen abgedeckt, Verbindlichkeiten transparent dargestellt.
Kritische Aspekte aus Anlegersicht
Jahresfehlbetrag im Gründungsjahr:
Bereits nach wenigen Monaten weist die Gesellschaft einen Verlust von 2.728,80 Euro aus – bei einer Bilanzsumme von nur gut 11.000 Euro. Auch wenn dies im Gründungsjahr nicht unüblich ist, sollten Folgejahre ein positives Ergebnis oder eine tragfähige Beteiligungsstrategie zeigen, um Anlegervertrauen zu gewinnen.
Noch offene Einlagen:
Zum Stichtag war erst die Hälfte des Stammkapitals eingezahlt. Für außenstehende Investoren stellt sich die Frage, wann die restliche Einlage erfolgt – insbesondere im Kontext möglicher Kapitalbedarfe durch Beteiligungskäufe.
Geringe operative Tätigkeit:
Die Bilanz spiegelt eine rein vorbereitende Gesellschaft wider – es wurden weder aktive Projekte noch Beteiligungserträge oder operative Umsätze ausgewiesen. Das bedeutet: Die Gesellschaft muss ihren wirtschaftlichen Zweck erst noch unter Beweis stellen.
Fazit für Anleger
Die Windpark Schwarzerdener Höhe Beteiligungs GmbH befindet sich in der Anlaufphase. Das Zahlenwerk ist erwartungsgemäß schlank, spiegelt aber eine klare Struktur und den Rückhalt eines etablierten Konzerns wider. Für potenzielle Anleger oder Gesellschafter bleibt zunächst entscheidend, welche Beteiligungen künftig übernommen werden und wie sich daraus eine nachhaltige Ertragskraft entwickeln lässt. Bis dahin bleibt es ein risikobasierter Vertrauensvorschuss in ein Projekt mit guten Startbedingungen – aber noch ohne belastbare operative Substanz.